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Bistum Trier
Donnerstag, 28. Februar 2019

Spannende Bibelexegese und das Zerschlagen von Mythen

Zwei Studierende berichten vom neuen Doppelstudium an der Katholischen Hochschule Mainz

Trier/Mainz/Theley/Schloßböckelheim – Das erste Semester ist geschafft – die Prüfungen sind geschrieben. Doch anstatt die Füße hochzulegen, berichten zwei Studis aus dem Bistum Trier – Miriam Ritter (20) aus Theley und Kevin Mayer (19) aus Schloßböckelheim bei Bad-Kreuznach – von ihren Erfahrungen als „Erstis“ im Doppelstudium. Welche Eindrücke haben sie gesammelt und wie gehen sie mit der hohen Arbeitsbelastung um, die ein solches Studium mit sich bringen kann?

Seit dem vergangenen Wintersemester können Studieninteressierte das Fach Soziale Arbeit mit dem der Praktischen Theologie (PT) kombinieren. Mit der Einführung des Doppelstudiums hat die Katholische Hochschule Mainz (KHMZ) auf Veränderungen und neue Bedarfe in der pastoralen und sozialen Arbeit reagiert. Das Studium, das mit zwei vollwertigen Bachelorabschlüssen endet, dauert zehn Semester und qualifiziert die Absolventinnen und Absolventen insbesondere für Berufsfelder, in denen sich Sozialarbeit und Seelsorge überschneiden. Auch die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter/-pädagoge ist Bestandteil des Abschlusses.

Anfangs keine konkreten Erwartungen

Konkrete Erwartungen hatte Kevin Mayer anfangs nicht, „ich wollte das Studium einfach mal auf mich zukommen lassen. Natürlich erwartete ich, beide Felder kennen- und kombinieren zu lernen, damit ich später einen Job finde, der bestenfalls beide Bereiche miteinander verbindet“, sagt er. Wie seine Kommilitonin Miriam ist der junge Student bereits seit Jahren in der heimatlichen Pfarrgemeinde als Messdiener aktiv und begleitet Kinderfreizeiten. Bevor er anfing zu studieren, machte er eine Ausbildung zum Sozialassistenten im Kindergarten und erlangte so das Fachabitur.

Miriam Ritter ist „von klein auf“ mit der Kirche aufgewachsen und leistete nach dem Abitur zunächst ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in einem Schullandheim. Dass sie Theologie studieren möchte, war ihr schon lange klar. Aus ganz pragmatischen Gründen hielt sie aber Ausschau nach einer Ergänzung, die ihr im Ernstfall ein zweites Standbein sein würde. „Danach habe ich intensiv gesucht und bin zum Tag der Offenen Tür an der KHMZ gegangen. Da merkte ich recht schnell: Das ist das Richtige für mich.“

Praktische Theologie und Soziale Arbeit miteinander verknüpft

Besonders gut gefällt beiden, dass die zwei Bereiche Praktische Theologie und Soziale Arbeit miteinander verknüpft sind und sich dennoch voneinander abheben: „Während wir in der PT recht familiär mit um die 20 Kommilitonen zusammen lernen, sitzen wir in Vorlesungen zur Sozialen Arbeit mit rund 160 Leuten in einem riesigen Hörsaal. In der PT kennt man sich untereinander und macht auch mal Scherze. Das ist eine ganz andere Atmosphäre und auch eine andere Art der Wissensvermittlung“, so Mayer. Ritter ergänzt: „Als Studi im Doppelstudium fällt man schon auf, z.B. wenn Kommilitonen von Kursen erzählen, die sie gerade belegen und die bei uns erst in einem höheren Semester auf dem Plan stehen. Dadurch kommt man aber schnell miteinander ins Gespräch.“

Nach den ersten aufregenden Tagen, in denen es „ein wenig chaotisch zuging“, schmunzelt Ritter, liefen die ersten Lehrveranstaltungen entspannt an. Auch der Arbeitsaufwand sei dank der Struktur des Doppelstudienganges überschaubar, verrät Mayer. Einige Freizeitaktivitäten können beide weiterhin wahrnehmen. Prioritäten müssen allerdings gesetzt werden, so zum Beispiel während der Klausurphase: „Die Betreuung der Jugendfreizeit meiner Pfarrei werde ich dieses Jahr leider nicht mehr machen können“, bedauert Kevin Mayer. Auch Miriam Ritter muss Abstriche machen: „Ich war lange Zeit Messdienerin, schaffe das aber jetzt nicht mehr, weil ich nicht mehr zuhause wohne.“ Die diesjährige „72-Stunden-Aktion“ des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) wollen sich allerdings beide nicht entgehen lassen.

Schon viel gelernt im ersten Semester

Neben den Lehrveranstaltungen und einem sechswöchiges Praktikum an einer Schule sieht der Ablaufplan ein Praxissemester in einer sozialen Einrichtung wie beispielsweise einer Tagesstätte vor. Angeboten werden auch Arbeitsgruppen wie etwa die Hebräisch-AG. Denn „alte Sprachen“ wie Griechisch oder Latein müssen die beiden im Gegensatz zu den „normalen“ Theologiestudenten nicht lernen, können es aber, wenn sie möchten.

Gelernt haben sie im Laufe des ersten Semesters schon einiges: „[Das Fach] Kirchengeschichte hat einige Mythen zerstört“, gesteht Mayer und grinst dabei. „Wir haben zum Beispiel darüber gesprochen, dass Martin von Tours, den wir von Martinsumzügen als Sankt Martin stets auf einem Pferd reitend kennen, aus historischer Sicht gar kein Ross haben konnte. Denn damals hatte ein Soldat seines Ranges kein Pferd.“ Miriam Ritter ist vor allem von den Übungen zur Bibelexegese beeindruckt. „Viele Bibeltexte kennt man ja schon, z.B. aus der Kirche. Aber so intensiv mit den Texten zu arbeiten, ist sehr spannend. Da wird einem bewusst, wie wichtig einzelne Wörter sind, über die man zuvor einfach drüber gelesen hat ohne zu ahnen, wieviel Sinn man aus ihnen herausfiltern kann.“

Bei der Frage, für wen das Studium geeignet sei, sind die zwei sich einig: Man solle an beiden Fächern ernsthaft interessiert sein, auch wenn man gezielt einen Schwerpunkt setzt. Man solle Flexibilität und Spontaneität mitbringen, da sich der Seminarplan gerade in den ersten Wochen noch umstellen könne. „Anfangs gab es ein wenig Durcheinander, aber wir sind ja auch die ersten überhaupt gewesen, die sich für das neue Doppelstudium eingeschrieben haben“, sagt Mayer. „Einfach die Nerven behalten, dann klappt‘s auch“, rät seine Kommilitonin.

Weitere Informationen zum Doppelstudium Praktische Theologie und Soziale Arbeit gibt’s auf der Homepage der Katholischen Hochschule Mainz unter www.kh-mz.de.

(ih)

 

 

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