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Bistum Trier
Dienstag, 24. Januar 2023

Stadt Saarbrücken und Kirchen laden zur ersten Gedenkfeier für unbedacht Verstorbene ein

Saarbücken – Am Donnerstag, 2. Februar, 17 Uhr, findet in Saarbrücken erstmals eine zentrale Gedenkfeier für unbedacht Verstorbene statt. Durchgeführt wird sie von der Landeshauptstadt gemeinsam mit dem Bestatterverband Saarland e.V., dem Evangelischen Kirchenkreis Saar-West, dem Pastoralen Raum Saarbrücken und der städtischen Musikschule.

 Bei der Feier werden die Namen aller Verstorbenen verlesen, die 2022 ortspolizeilich bestattet wurden. Im vergangenen Jahr waren das rund 40 Frauen und Männer. Wortbeiträge von Oberbürgermeister Uwe Conradt, von Superintendent Christian Weyer (Kirchenkreis Saar-West), Dekan Clemens Grünebach (Pastoraler Raum Saarbrücken) sowie von einem Vertreter des Bestatterverbands werden sich mit Musikstücken abwechseln. Mitarbeitende des Amts für Stadtgrün und Friedhöfe gestalten für den Anlass Gedenkkerzenhalter mit den Namen der Verstorbenen.

 Die Feier ist öffentlich. Sie findet in der Neuen Halle auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof statt. Parkmöglichkeiten gibt es am Eingang in der Straße Am Hauptfriedhof 21 (ehemals Dr. Vogeler-Straße).

Hintergrund

Rund 200 Menschen sterben jeden Monat in Saarbrücken. Vielen von ihnen erweisen Familie und Freunde bei liebevoll gestalteten Trauerfeiern und Beisetzungen die letzte Ehre. Einige Verstorbene sind jedoch fast allein auf ihrem letzten Weg. Sie sterben zurückgezogen und es gibt keine Angehörigen, die ihre Beerdigung in die Hand nehmen. Die Stadt springt dann ein und veranlasst eine ortspolizeiliche Bestattung.

Die Bestatterinnen und Bestatter, manchmal unterstützt durch Vertreterinnen oder Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften, bilden den kleinen Rahmen solcher schlichten Beisetzungen. Sie achten darauf, dass auch diese würdevoll gestaltet sind – dennoch bleibt der traurige Eindruck zurück, dass hier Menschen in Sterben und Tod unbemerkt und unbedacht geblieben sind.

Mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner von Saarbrücken, nämlich 58 Prozent, lebt alleine. Das ist Alltag in einer modernen Gesellschaft, in der Autonomie großgeschrieben wird und Familien oft weit verstreut leben. Hinter der hohen Zahl von Einpersonenhaushalten versteckt sich aber auch ungewollte Vereinzelung. Familiäre Bezüge lösen sich auf, Menschen im Alter, aber auch junge Menschen bleiben alleine und verlieren den Anschluss an Freundeskreise und Nachbarschaften. Auch arme, drogenabhängige, psychisch erkrankte und obdachlose Menschen sind darunter. An das Schicksal von Verstorbenen, die ein solches schwieriges Leben hinter sich haben, soll künftig bei den jährlichen Feiern in Saarbrücken erinnert werden.

(red)

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