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Bistum Trier
Donnerstag, 11. Februar 2021

Statt Prunksitzung gibt’s den Karneval „aus der Dodde“

Wie katholische Närrinnen der kfd Herdorf der Corona-Pandemie trotzen

Herdorf – Kein Karneval 2021 wegen Corona? Das kam für die Aktiven der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) im rheinland-pfälzischen Herdorf nicht in die Tüte. Seit 70 Jahren organisiert die Ortsgruppe im Westerwald jährlich zwei Prunksitzungen für Damen im meist ausverkauften Knappensaal. Doch dass die 71. Auflage aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt steigen kann, war den karnevalsaffinen Frauen bereits im Sommer vergangenen Jahres klar. „Nur mit weniger als 50 statt 250 Närrinnen im Saal zu feiern, konnten wir uns nicht vorstellen“, sagt kfd-Teamsprecherin Maria Gerhardus. Schon im August entschieden sich die Frauen daher für eine kontaktlose Variante und stürzten sich in die Arbeit: „Das Motto lautet: Karneval aus der Tüte, oder, wie man hier bei uns sagt: aus der Dodde“, sagt die 38-Jährige.

Für die „Herdorfer Doddensitzung“ drehten die Aktiven ab Sommer bis zum zweiten Lockdown Sketche und Büttenreden. Die DJK-Tanzgruppe und die Tänzerinnen und Tänzer des Herdorfer Karnevalvereins, die sonst bei den Damensitzungen aufgetreten wären, steuerten Videos ihrer Shows bei. „Dadurch, dass die Sketche nicht auf der Bühne aufgeführt, sondern im Ort gedreht wurden, eröffnete sich eine Bandbreite an neuen Möglichkeiten“, gewinnt Gerhardus der veränderten Lage auch etwas Positives ab. So sei ein Sketch am Bahnhof gedreht worden, die Protagonistinnen konnten in einen echten Zug ein- und aussteigen. Auch der Dekanatskantor und der Bürgermeister werden einen kleinen Gastauftritt haben, kündigt die Teamsprecherin an. Insgesamt ist so ein fast zweistündiges Programm entstanden, das auf DVD gebrannt und in eine „Karnevals-Dodd“ verpackt wurde.

Für 20 Euro konnten Interessierte die Karnevalstüte kaufen. „Bei den Kosten kommen wir null auf null raus“, sagt Gerhardus. Denn neben der DVD enthält die närrische Dodd eine Flasche Herdorfer Sekt samt zwei Sektgläsern, die extra bedruckt wurden. „Außerdem sind Luftschlangen, eine kleine Konfettikanone, Süßigkeiten, etwas zum Verkleiden und etwas Fastnachtsschminke drin“, zählt Gerhardus auf. „Die Idee ist, dass jede Frau die DVD an einem der Abende schaut, an denen sonst die Sitzungen stattgefunden hätten und sich einen Ehrengast dazu einlädt.“ Auf diese Weise solle im Ort auch ein Gemeinschaftsgefühl entstehen.

Fast 200 Frauen bestellten Exemplare, die Anfang Februar im 6500-Seelen-Ort verteilt wurden. Aber nicht einfach per Post oder stillen Einwurf in den Briefkasten, sondern mit großem Tusch und Tamtam. „Ein bis zwei Aktive, von denen auch etliche im Musikverein spielen, sind verkleidet durch Herdorf gelaufen und haben die Tüten vor den Haustüren abgestellt und geklingelt“, erzählt Maria Gerhardus. Sobald die Tür geöffnet wurde, haben sie auf ihren Instrumenten einen Tusch oder Fanfare gespielt – oder alternativ über ein tragbares Radio einen Karnevalshit angestimmt. „Die Frauen haben sich sehr gefreut und ich habe den Eindruck, dass sie dem Fernsehabend richtig entgegenfiebern. Es ist eine Unterbrechung des Alltags, der aktuell nicht so viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet.“

(uk)

https://www.facebook.com/kfdherdorf

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