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Bistum Trier
Donnerstag, 19. November 2020

Steh auf und tu, was du kannst

Ökumenischer Gottesdienst zum Buß- und Bettag in der Hohen Domkirche zu Trier

Trier – Menschen, „die sich in besonderer Weise engagieren für die Einheit der Kirche Jesu Christi“ hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am 18. November 2020 im Hohen Dom begrüßt. Anlass war der seit vielen Jahrzehnten von Bistum Trier und Evangelischer Kirche im Rheinland gemeinsam gefeierte ökumenische Gottesdienst am Buß- und Bettag. Er dankte für das Engagement und das „Nicht-Nachlassen in Höhen und Tiefen“. Es sei ein „gutes Zeichen, das wir hier in Trier setzen“.

Gerade in Zeiten von Corona sei der Buß- und Bettag ein Tag der kritischen Selbstreflexion, der Umkehr und der Bitte um Erneuerung, sagte Ackermann. Man könne die Pandemie als „Zeit der Bewährung sehen für den Einzelnen, das Gemeinwesen und die Kirche“. Er betonte: „Wir werden an die grundlegenden Fragen geführt: Woraus leben wir? Wo und wie sind wir solidarisch, gerade auch wenn es für uns selbst Einschränkungen bedeutet?“ Im Stress der Bewältigung des Alltags bleibe jedoch oft keine Zeit für diese Reflektion. Deshalb sei es gut, in diesem Gottesdienst Abstand zu gewinnen und sich „Zeit zu nehmen für diese tiefen Fragen und auf die Ressource des Glaubens zu schauen, die uns hilft, diese Krise zu bewältigen“.

Wenigstens kleine Schritte der Umkehr?

Die von Bischof Ackermann genannten Fragen griff Präses Manfred Rekowski von der Evangelischen Kirche im Rheinland in seiner Predigt auf. In der Zeit der reduzierten Kontakte, der verbotenen Familienfeiern und Partys, der geschlossenen Restaurants wünsche sich mancher nur eins: Dass alles möglichst schnell wieder so werde wie vor der Pandemie, sagte Rekowski. „Doch wir hören am Buß- und Bettag im Johannesevangelium (5,1-9, Die Heilung am Teich Betesda) die tiefer gehende Frage Jesu: Wollt ihr gesund werden? Wollt ihr aus der Krise lernen? Wollt ihr wenigstens kleine Schritte der Umkehr gehen?“

Viel zu oft seien Menschen gefangen in einer „me-first-Mentalität“, in einem „Festhalten an Vertrautem“, so Rekowski. Dies lähme nicht selten im Blick auf nötige Umkehrschritte. So sei deshalb auch die Frage zu stellen: „Bekommen wir die Kurve zu einem solidarischen Lebensstil der Gerechtigkeit für alle, auch wenn es abgeben, teilen und die Umkehr vom „schneller, höher, weiter“ bedeutet?“

Im Jahr 2020 seien riesige Summen für Hilfsprogramme in der Zeit der Coronakrise locker gemacht worden. „Sicher sehr richtig“, so Rekowski. „Aber sollte nicht auch bei anderen Krisen, der Flüchtlingskrise und der Klimakrise, die schnelle und wirksame Abwehr trotz der hohen Kosten ebenfalls nicht ausbleiben?“

Was trägt und woraus wir leben?

Angesichts all dieser Frage sei aber vor allem eines wichtig – die Erinnerung daran, was uns trägt, und woraus wir leben: Jesus Christus schaffe Freiräume, Schritte der Umkehr zu gehen. Jesus helfe, den festen Glauben an die festgefahrenen Situationen fallenzulassen. Dessen Aufforderung laute in Anlehnung an den Text aus dem Johannesevangelium: „Steh auf und tu, was du kannst. Du bist nicht allein. Und schau auf mich, der Gottes Möglichkeiten in dein Leben bringt.“                                                                   

Dank für mitbrüderliches Miteinander

Am Ende des Gottesdienstes nutzte Bischof Ackermann die Gelegenheit, Präses Rekowski für die gemeinsam gefeierten Gottesdienste an Buß- und Bettag und das „gute ökumenische und mitbrüderliche Miteinander“ in den vergangenen Jahren zu danken. Rekowski tritt im Januar nicht mehr zur Wiederwahl als Präses der rheinischen Kirche an.

 Ebenfalls wirkten im Gottesdienst mit Superintendent Dr. Jörg Weber vom Evangelischen Kirchenkreis Trier, Pfarrer Thomas Luxa und Presbyterin Claudia Struth von der Evangelischen Kirchengemeinde Trier, Pfarrer Ralf Schmitz (Dekanat Trier) und Gemeindereferentin Silvia Schmitz-Metzler, die den Gottesdienst auch vorbereitet hatten. Musikalisch gestaltet wurde er vom Vokalensemble der Trierer Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Kiefer und Domorganist Josef Still.

(red/JR)                                                             

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