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Bistum Trier
Montag, 7. Dezember 2020

Strategien gegen die Angst

Bischof Ackermann spricht im „DomWort“ von biblischen Erfahrungen gegen Angst

Trier – Der Angst nicht ausweichen, sondern sich ihr stellen; sich nicht von der Angst beherrschen lassen, sondern ihr einen Platz im Leben zuzuweisen; Vertrauen gewinnen durch das Gebet und die Verbindung zu Gott; die Angst überwinden durch Hoffnung auf Sinn: Diese vier „Strategien“ gegen die Angst findet der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann in der Bibel. Ackermann sprach unter dem Titel „Wie kann der Glaube helfen, unsere Ängste zu überwinden? Biblische Erfahrungen gegen die Angst“ bei der dritten Veranstaltung der Reihe „DomWort – Corona und die Folgen“ am 4. Dezember im Trierer Dom. Die Veranstaltung wurde aufgrund der Pandemiesituation aufgezeichnet und als Video zur Verfügung gestellt.

Der Bischof erinnerte daran, dass er den Vortrag halte unter dem Eindruck der schrecklichen Amokfahrt am 1. Dezember in Trier, bei dem fünf Menschen getötet und viele Menschen teils schwer verletzt wurden. Dadurch seien die Fragen nach der Pandemie für eine kurze Zeit in den Hintergrund gerückt. Er empfinde Corona inzwischen als „Hintergrundfolie unseres Alltags“, sagte Ackermann. Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es keine Herausforderung gegeben, die die globale Gemeinschaft so in Atem halte wie die Pandemie.

Gott viel zutrauen

Bei der Frage nach der Rolle von Glaube und Kirche in dieser Krise dürfe man sich die Frage stellen: „Wird genug deutlich, dass gläubige Menschen nicht nur auf die menschlichen Fähigkeiten setzen, sondern in allem auch auf Gott vertrauen, weil sie ihm viel zutrauen?“ Ackermann nannte zahlreiche Beispiele aus der Bibel, die menschliche Ängste im Angesicht von Gefahr, aber auch von Ohnmacht und Versagen thematisieren. „Diese Glaubenserfahrungen haben einen beispielhaften Charakter für den Weg von Glaubenden aller Zeiten.“

Und so lehrten etwa die Erzählungen der Israeliten auf dem Weg aus der ägyptischen Sklaverei, die Erfahrungen der Jünger im Sturm auf dem See Gennesaret oder die Emmaus-Geschichte, der Gefahr nicht entfliehen zu wollen, sondern bewusst stehen zu bleiben und ihr ins Auge zu sehen. Wer sich frage, was genau ihn eigentlich verunsichere, könne leichter eine Strategie finden, die beim Umgang mit der Angst helfe. Immer wieder sage Jesus den Menschen zu: „Da ist einer, der ist stärker als Deine Angst. Deshalb ist Dein Leben mehr als die Angst. Deshalb bist Du mehr als Deine Angst.“ Der Angst einen Platz zuzuweisen, helfe dabei, nicht „kopflos zu werden, sondern die Vernunft zu bewahren, die wir in schwierigen Situationen dringend brauchen, um Lösungswege zu finden.“

Gebet und Austausch eröffnen neuen Horizont

Ackermann ermutigte dazu, durch das Gebet die Beziehung mit Gott aufzunehmen, denn das sei „Bekenntnis und Erinnerung daran, dass es Gott tatsächlich gibt, dass er versprochen hat, uns Menschen nahe zu sein, und dass ich das auch glaube“. Ein weiterer wichtiger Schritt sei, mit der Angst und Ratlosigkeit nicht allein zu bleiben. Auch wenn es nicht einfach sei, Ängste zuzugeben, sei es „gut, einen oder mehrere Menschen zu haben, mit denen ich meine Fragen und Ängste teilen kann“. Der zwischenmenschliche Austausch, der die Botschaft des Glaubens bewusst einbezieht, eröffne einen neuen Horizont: „Zwischen scheinbar unverbundenen Bereichen und Erfahrungen meines Lebens werden Linien, werden Verbindungen erkennbar. In Bruchstücken wird ein größeres Ganzes erahnbar, ein größerer, geheimnisvoller Sinn.“

„Gott ist bei uns am Abend und am Morgen“

Ackermann sagte, er hoffe, dass die biblischen Beispiele die Zuschauerinnen und Zuschauer inspirierten und „stärken im Umgang mit den größeren und kleineren Ängsten, die uns im Alltag und gerade in der Zeit von Corona umtreiben“. Auch durch die Geschichte hindurch fehle es nicht an Menschen, die ihre eigene Angst überwunden hätten, etwa der Jesuitenpater Alfred Delp oder der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, mit dessen „Gebet gegen die Angst“ Ackermann seinen Vortrag auch schloss: „Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

(JR)

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