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Bistum Trier
Donnerstag, 15. Februar 2018

Szenische Lesung erzählt Flüchtlingsdrama von Lampedusa

Hermeskeiler thematisieren Bootsunglück mit Originalzitaten und Musik

Hermeskeil – Sie leihen Fischern, Tauchern, Polizisten, Flüchtlingen und Inselbewohnern ihre Stimme: Fünf Leserinnen und Leser führen am Samstag, 24. Februar um 18 Uhr im Mehrgenerationenhaus (MGH) Johanneshaus in Hermeskeil die Szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ auf. Das Stück erzählt von dem Schiffsunglück vor Lampedusa im Oktober 2013, bei dem 368 Menschen im Mittelmeer ertranken, nachdem ihr Flüchtlingsboot kenterte. Antonio Umberto Riccò hat aus Erzählungen und Zitaten von Augenzeugen die Texte für das Stück zusammengestellt. In Norddeutschland wurde es bereits einige Male aufgeführt, für Rheinland-Pfalz ist es eine Premiere.

Clemens Grünebach, Dechant im Dekanat Hermeskeil-Waldrach, ist einer der Sprecher. Er hatte das Stück während eines Urlaubes gesehen und sofort gewusst, dass er es auch nach Hermeskeil bringen will. „Es ist sehr eindrücklich und schildert diese Tragödie sehr menschlich. Man merkt: Das sind alles Menschen, das sind keine Zahlen, diese Flüchtlinge oder Bewohner von Lampedusa“, sagt Grünebach. Faszinierend sei auch, dass das Stück ganz ohne Show-Effekte auskomme, nur mit Musik, Bildern und den nüchternen Beschreibungen der Menschen, die an jenem Morgen dort waren. Die Musik wurde von dem Italiener Francesco Impastato eigens für die Lesung komponiert.

Bereits die erste Probe sei unter die Haut gegangen, sagt Grünebach. So ging es auch Sophie Schäfer: „Da fiel es einem bei einigen Passagen schon sehr schwer, sie zu lesen, ohne zu emotional zu werden.“ Schäfer übernimmt die Rolle der Erzählerin. „Auch ohne Bilder oder Videos gesehen zu haben, bekommt man bereits ein sehr deutliches Bild im Kopf durch die Texte. Das hat sehr nachdenklich gemacht.“ Sie sei oft erschrocken, wie stark man teilweise abgestumpft sei, wenn man von neuen ertrunkenen Flüchtlingen hört. Sie finde es wichtig, dass die Lesung das Thema neu präsent macht. „Lampedusa war ein sehr krasses Beispiel. Leider hat es an Aktualität nichts verloren. In Marokko und Libyen überlegen sich schließlich trotz der Gefahren jeden Tag Menschen, den Weg über das Mittelmeer zu nehmen.“ Nur weil gerade weniger dieser Flüchtlinge direkt nach Deutschland kämen, dürfe das Thema nicht in der Versenkung verschwinden, bekräftigt Grünebach. „Das ist nicht weit weg, sondern direkt bei uns vor Ort. Denn hier leben jetzt Menschen unter uns, die damals auf diesen Schiffen waren und über das Mittelmeer kamen.“

Um diesen Menschen auch weiterhin im MGH zu helfen, wird die ganze Lesung ehrenamtlich veranstaltet und um Spenden für einen Sprachkurs in der Kindertagesstätte Adolph Kolping gebeten. Der Eintritt ist frei. Anschließend gibt es noch eine Gesprächsrunde mit den Zuhörern und Aktiven in der Flüchtlingsarbeit in Hermeskeil. Weitere Informationen hat Christoph Eiffler, Tel.: 06503-9817515, Mail: christopheiffler(at)mgh-johanneshaus.de.
Bei Veranstaltungswunsch kann die choreografierte Lesung mit Material über www.lampedusa-hannover.de angefordert werden.

(dk)

 

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