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Bistum Trier
Dienstag, 24. August 2021

Trauernde im Blick

Seit 100 Jahren ist der SkF für Menschen in Bad Kreuznach da

Bad Kreuznach – Seit 100 Jahren leistet der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) einen wichtigen diakonischen Beitrag in Bad Kreuznach. Dieses Jubiläum feiert der Verein mit einem Gottesdienst in der Heilig Kreuz Kirche in Bad Kreuznach am Sonntag, 19. September, 11 Uhr, und einem anschließenden Umtrunk. Die engagierten Ehrenamtlichen nutzen den Anlass auch, um die Entwicklungen und Veränderungen ihres Aufgabenfeldes im Laufe eines Jahrhunderts zu beleuchten.

Bei der Gründung des SkF in Bad Kreuznach 1921 lag der Fokus auf benachteiligten Mädchen und Frauen. So halfen die Mitglieder ehemalig inhaftierten Frauen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft wie auch alleinerziehenden Müttern mit unehelichen Kindern.

 Anfang der 50er Jahre hatte der Verein sein Büro in der Bahnstraße 24. Sieben Jahre später schenkte die Kirchengemeinde dem SkF das gesamte Haus, in dem er heute noch seinen Sitz hat. Unter dieser Adresse fanden auch obdachlose Kinder und Jugendliche während ihrer Schul- und Lehrzeit ein Zuhause. In den 80er Jahren verlagerte sich der Fürsorgeschwerpunkt auf Schwangere in schweren Lebenssituationen. In diesem Zusammenhang regten die Vereinsmitglieder 2001 eine „Babyklappe“ an, die bis heute am Krankenhaus St. Marienwörth besteht und vom Jugendamt betreut wird.

 Einen Umbruch gab es  2008, als der amtierende Vorstand zurücktrat. Die Vereinsarbeit ruhte daraufhin bis 2011. Ab diesem Zeitpunkt richtete sich der SkF neu aus und bildete zehn Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter aus. Das Thema „Trauerbewältigung“ wurde zum Arbeitsfeld des SkF, das bis heute fortlaufend mit neuen Angeboten erweitert wird.

 Trauer als Arbeitsschwerpunkt gewählt

 Das Team besteht aus ausgebildeten ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen und einer ausgebildeten Kinder- und Jugend-Trauerbegleiterin. In der Trauerberatung können die Hilfesuchenden Ängste und Unsicherheiten ausdrücken und vielleicht neue Perspektiven entwickeln. Die Begleiterinnen sichern den Trauernden Verschwiegenheit und Vertraulichkeit zu.

Die Beratung ist kostenlos und findet unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Konfession statt.

 Neben dieser individuellen Begleitung gibt es eine Kindertrauergruppe für Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 14 Jahren. In einem geschützten Rahmen erhalten die Kinder die Möglichkeit, ihrer Trauer Ausdruck zu geben. „In der Gruppe wird viel gesprochen, aber auch Geschichten gelesen oder gebastelt. Jedes Treffen steht unter einem anderen Motto“, berichtet Hannelore Wagner, Vorstandsmitglied und eine der Leiterinnen der Kindertrauergruppe. Die nächste Trauergruppe startet am 3. September.

 Auch sportliche Angebote sind im Repertoire des SkF wie sanftes Yoga und Wanderausflüge in Kleingruppen. Beim Wandern treffen sich Interessierte einmal im Monat. Zwei Trauerbegleiterinnen sind ebenfalls dabei. „Wir haben den Sonntag gewählt, da Trauerende gerade an diesem Tag oft alleine sind, weil Freunde und Bekannte sich mit ihren Familien treffen“, berichtet Vorstandsmitglied Monika Zimmer von den Erfahrungen.

 Daneben gibt es noch ein musikalisches Angebot mit dem Namen „Singen für die Seele“. Fast 15 Personen umfasst die Gruppe, die einmal im Monat für die Bewohnerinnen und Bewohnern im Hospiz Eugenie Michaels singen. „Singen tut nicht nur den Zuhörerinnen und Zuhörern gut, sondern auch den Sängerinnen und Sängern“, stellt Monika Zimmermann fest.

Wer selbst Interesse hat, sich als Trauerbegleiterin oder -begleiter ausbilden zu lassen, kann sich bei den Verantwortlichen des SkF melden. Der nächste Kurs beginnt 2023.

 Weitere Informationen zum Angebot des SkF gibt es unter Tel.: 0160-98248149, per E-Mail an info(at)skf-bad-kreuznach.de oder auf www.skf-bad-kreuznach.de. Das Büro befindet sich in der Bahnstraße 24 in Bad Kreuznach. (jf)

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