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Bistum Trier
Sonntag, 10. Januar 2021

Traumatisierten Menschen Kraft und Mut schenken

Bischof Ackermann ruft zu Solidarität und Spenden am Afrikatag auf

Trier/Koblenz/Saarbrücken – Als die 37-Jährige Rebecca gerade ihren Mann im Krankenhaus von Michika im Nordosten Nigerias besucht, überfällt die islamistische Terror-Miliz Boko Haram ihr Dorf, wo sie ihre sieben Kinder bei einer Verwandten zurückgelassen hat. Zwei Wochen lang leiden Rebecca und ihr Mann Augustin unter der Angst, dass ihre Kinder tot sein könnten. Dann erfahren sie, dass es Augustins Vater nachts gelungen ist, sich in das Dorf zu schleichen und die Kinder aus dem Haus zu holen. Die Familie findet Zuflucht bei der Kirche in Yola und lebt dort nun in einem vom katholischen Hilfswerk missio erbauten Camp. So wie Rebecca ergeht es Tausenden Menschen im Norden Nigerias, die unter den Überfällen und Massakern von Boko Haram zu leiden haben. So auch Keviana, eine 46-jährige Witwe, die drei Söhne verloren hat. Die Miliz erschoss sie in ihrem eigenen Haus.

Missio errichtet in Yola Häuser mit je einem kleinen Stück Land für die vertriebenen Menschen. Viele von ihnen sind traumatisiert, leben in Angst vor neuen Angriffen der brutalen Terroristen. Vor Ort helfen ihnen Ordensschwestern wie Maria Vitalis Timtere. Die Ordensfrau, Hebamme und Krankenschwester hört den geflüchteten Frauen, Männern und Kindern zu, unterstützt sie mit Rat und Hilfe, schenkt Kraft und Mut. „Ich habe das Gefühl, wenn ich ihre Geschichten höre, hilft ihnen das herauszufinden, was in ihrem Inneren vorgeht und was sie bedrückt“, sagt sie. „Mir macht Hoffnung, dass die Menschen hier nach allem, was sie durchgemacht haben, noch immer lieben können. Manche nehmen Kinder auf, die ihre Eltern verloren haben, und sorgen für sie. Da ist die Frau, die ein Kind ruft. Wenn ich sie frage, wessen Kind das sei, sagt sie: ‚Oh, es ist das Kind meiner Nachbarin‘. Für mich ist das Liebe. Wenn die Flüchtlinge mit dieser Einstellung weitermachen, werden diese Kinder nicht voller Hass auf andere Menschen aufwachsen.“

Der Afrikatag 2021 rückt beispielhaft den Einsatz einheimischer Ordensfrauen in Nigeria in den Blickpunkt. Denn sie stehen für gelebte Nächstenliebe – dort, wo sie am meisten gebraucht werden. Die Kollekte in den Gottesdiensten am Afrikatag ist die älteste gesamtkirchliche Solidaritätsinitiative der Welt. Ursprünglich zur Bekämpfung der Sklaverei eingeführt, fördert die Kollekte heute die qualifizierte Ausbildung von Frauen und Männern vor Ort, die sich ihr Leben lang in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen.

Zum Afrikatag im Bistum Trier am 10. Januar ruft Bischof Stephan Ackermann gemeinsam mit dem Hilfswerk missio unter dem Leitwort „damit sie das Leben haben“ zu Spenden für die Arbeit der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ländern Afrikas auf. „Sie stehen ihren Mitmenschen in den ärmsten, oft auch von Flucht, Gewalt und Krieg geprägten Regionen unermüdlich zur Seite“, so der Bischof. 2020 erbrachte die Kollekte rund 1 Million Euro. Gerade weil durch die Corona-Pandemie weniger Menschen die Gottesdienste besuchen, brechen die Spenden aus den Kollekten stark ein. Dehalb weist missio Aachen in diesem Jahr auch auf die Möglichkeit zur Online-Kollekte unter www.missio-hilft.de/kollekte-afrikatag hin.

Weitere Informationen zur Arbeit von missio gibt es unter: www.missio.de
(sb)

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