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Bistum Trier
Montag, 27. Juni 2022

Trier lädt zum „Untergang“

Große Landesausstellung zum Ende des Römischen Reichs in drei Museen eröffnet

Trier – Trier lädt ein, dem Untergang beizuwohnen: Nicht jenem der Stadt, sondern jenem des Römischen Reiches vor rund 1.500 Jahren. Seit dem 25. Juni hat die große Landesausstellung im Rheinischen Landesmuseum, im Museum am Dom und dem Stadtmuseum Simeonstift ihre Türen geöffnet. Bis zum 27. November warten die drei Museen mit 700 Exponaten aus 130 internationalen Museen und Sammlungen sowie 300 Begleitveranstaltungen auf, die den Besucherinnen und Besuchern den Untergang des einstigen Römischen Imperiums nahebringen. Dabei knüpfen die drei Museen an die Zusammenarbeit bei zwei vorhergehenden Ausstellungen zu Kaiser Konstantin und Nero an und haben ein Budget von insgesamt 5,7 Millionen Euro zur Verfügung. 

Die Landesausstellung sei „ein kulturelles Highlight in der deutschen Ausstellungslandschaft“, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz im Vorfeld der Eröffnung. Trier habe als „Zentrum der Antike“ deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal. Zum ersten Mal widmeten sich gleich drei Museen Triers einer weniger beachteten, dafür umso entscheidenderen Epoche des Römischen Reichs: der Spätantike. Für die Region Trier erwarte man eine ähnliche Wertschöpfung wie schon durch die vergangenen gemeinsamen Ausstellungen von rund neun Millionen Euro. Die Ausstellung beleuchte die Frage, wie das riesige Reich der Römer sterben und blühende Metropolen verwaisen konnten, wie der hohe Standard der Gesellschaft in Medizin und Infrastruktur zurückgeworfen wurde, doch auch, welche Traditionen weiterlebten und was das Erbe Roms bis heute ausmache.

Rolle des Christentums und der Kirche im Museum am Dom beleuchtet

Auch der Verwaltungschef des Bistums Trier, Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, hob die gute Tradition der vergangenen zwei Kooperationen der drei Museen hervor. „Ich bin stolz und froh, wieder in dieser Reihe sitzen zu können und herzlich zur Ausstellung ins Museum am Dom unter dem Titel ‚Im Zeichen des Kreuzes – eine Welt ordnet sich neu‘ einzuladen“, sagte er. Der Titel möge für manche vielleicht historisch behaftet etwas anstößig wirken, doch der Untergang Roms sei verbunden mit dem Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion. „Es war nicht nur ein Untergang, sondern ein Übergang mit Brüchen, aber auch Kontinuitäten. Wir richten dabei den Blick besonders auf die Rhein-Mosel-Region, also das damalige nördliche Gallien und vermitteln einen Einblick in die Entwicklung des Christentums bis ins 7. Jahrhundert.“ Museumsdirektor Markus Groß-Morgen ergänzte, es seien neueste Forschungen etwa zum spätantiken Gräberfeld unter der ehemaligen Abteikirche St. Maximin einbezogen worden. So würden etwa archäologische Funde aus den Gräbern wie Seidenstoffe, echter Purpur und kostbarer Schmuck präsentiert, die die christlichen Eliten im 4. und 5. Jahrhundert kennzeichneten. Weitere Schwerpunkte neuerer Forschung beträfen die Datierung des Schädels und Untersuchungen am Schrein des frühen Trierer Bischofs Paulinus sowie die Innenausstattung des Trierer Doms.

 

"Trier ist prädestiniert für Ausstellungen zur Antike" (Wolfram Leibe, OB Trier)

Trier als älteste deutsche Stadt, größte römische Metropole nördlich der Alpen und mit neun Weltkulturerbestätten sei prädestiniert für Ausstellungen zur Antike. Rom sei „kollektiver Knotenpunkt des europäischen Gedächtnisses und europäischer Geschichte“, unterstrich Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Die drei Museen griffen die spannende Frage auf, was nach der kulturellen Blütezeit passierte. Das Stadtmuseum beleuchte vor allem das Fortleben des Römischen Reichs in der Kunst- und Kulturgeschichte, wo es bis heute als Maßstab für Macht, Kultur und Zivilisation gelte. Imperiale Auftritte von Herrschern nach römischen Vorbildern, die Rom-Begeisterung in der Renaissance oder die nationalstaatliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts fänden ihren Platz in der Ausstellung „Das Erbe Roms. Visionen und Mythen in der Kunst“, führte Dr. Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums, aus. „Wir sind wirklich froh, dass wir dieses große Projekt nach zwei Jahren Corona-Pandemie auf die Beine stellen konnten und erwarten viele Besucherinnen und Besucher“, zeigte sich Wolfram Leibe dankbar.

Alle drei Museen haben Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, für Gruppen täglich von 9 bis 18 Uhr. Der Eintrittspreis liegt für Erwachsene bei 22 Euro für das Kombiticket, ermäßigt 19 Euro. Weitere Ermäßigungen gibt es für Gruppen, Familien und Schüler. Buchbar sind Tickets bei der Trier Tourismus und Marketing GmbH, Tel.: 0651-97808 (Führungen) oder Tel.: 0651-9780814, E-Mail: untergang2022(at)trier-info.de. Informationen gibt es auch auf www.trier-info.de oder direkt zum Museum am Dom: www.museum-am-dom-trier.de.
(sb)

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