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Bistum Trier
Freitag, 19. Oktober 2018

Triers heimlicher Heiliger

Veranstaltungsreihe nimmt Hieronymus Jaegen zum 100. Todestag in den Fokus

Trier – Er war Ingenieur, Parlamentarier, Bankdirektor, Mystiker und setzte sich in zahlreichen katholischen Vereinen und Institutionen in Trier für seine Mitmenschen ein: Hieronymus Jaegen. Eine Veranstaltungsreihe möchte das Leben und die immer noch aktuellen Themen Jaegens, für den in Rom ein Seligsprechungsverfahren läuft, im Zugehen auf seinen 100. Todestag am 26. Januar 2019 vorstellen.

Die Reihe startet mit einem Vortrag am Donnerstag, 25. Oktober um 19 Uhr im Vortragssaal der Dom-Information unter dem Titel „Alltagschrist – mystischer Christ – 'Triers heimlicher Heiliger'“ mit Professor Bernhard Schneider von der Theologischen Fakultät Trier. Am Donnerstag, 29. November erwartet die Besucher in St. Gangolf ab 20 Uhr „Ein wahrer Blumengarten“ – eine musikalische Vorstellung der Tugenden durch den Vokalkreis Konz mit Texten von Domkapitular Hans Wilhelm Ehlen. Am Donnerstag, 13. Dezember um 19 Uhr gibt es in St. Gangolf Meditationen von Dr. Viki Ranff und Dr. Hans Günther Ullrich unter dem Titel „Wege zu 'mehr Licht' – mit Hieronymus Jaegen und Papst Franziskus“.

Von Freitag, 11. Januar bis Montag, 11. Februar wird für einen Monat in St. Gangolf zudem eine Ausstellung zu Leben und Werk von Hieronymus Jaegen zu sehen sein. Ihren Abschluss findet die Reihe mit einem Gottesdienst in St. Gangolf mit Bischof Dr. Stephan Ackermann um 18 Uhr am Samstag, 26. Januar, Jaegens 100. Todestag. 

Für Dr. Hans Günther Ullrich, Pfarrverwalter der Innenstadtpfarrei Liebfrauen, ist Jaegen mit seinem Lebenswerk und seiner Botschaft zeitlos: „Jaegen war Ingenieur, Politiker, Bankdirektor – und zugleich Mystiker. Mit dieser spannenden Kombination steht er für das gelungene Bemühen, Alltag und geistliches Leben zu einer lebendigen Einheit zu verbinden. Das ist zeitlos aktuell: gerade in unserer Zeit suchen viele Menschen nach Wegen, Aktion und Kontemplation, Geschäftigkeit und Sinn zu verbinden. Wir meinen, dass Hieronymus Jaegen dazu auch heute wertvolle Impulse beiträgt.“ Und Bruno Sonnen, Vorsitzender des Hieronymus Jägen-Bundes, erklärt, Hieronymus stehe beispielhaft für ein weltzugewandtes Christentum und ein selbstbewusstes Laienengagement. Mit seinen Werken und Ideen gehöre er zweifellos zu den Wegbereitern des Dekrets über das Laienapostolat des Zweiten Vatikanischen Konzils. Dieses sprach den Laien erstmals offiziell eine aktive Rolle in der Sendung der Kirche zu.

Der 1841 geborene Jaegen arbeitete ab 1863 als Konstrukteur in der Trierer Maschinenfabrik Laeis, bevor er ab 1879 Vorstandsmitglied der neuen Trierer Volksbank wurde, für die er 20 Jahre lang arbeitete. Von 1899 bis 1908 war er Abgeordneter im preußischen Landtag. Danach widmete Jaegen sich ganz seinem ehrenamtlichen Einsatz in katholischen Vereinen und Institutionen wie der Marianischen Bürgersodalität, der Kolpingsfamilie, dem Katholisch Kaufmännischen Verein oder dem Bonifatiusverein. Er leitete die Fronleichnamsprozessionen in Trier und organisierte die Ehrenwache anlässlich der Heilig-Rock-Wallfahrt 1891. Nach seinem Tod setzte ungefähr um 1930 seine Verehrung ein, seit 1941 ist der Seligsprechungsprozess in Rom anhängig. 2006 stellte Papst Benedikt XVI. in einem „Tugenddekret“ fest, dass Jaegen die christlichen Tugenden beispielhaft gelebt habe und als „Ehrwürdiger Diener Gottes“ bezeichnet werden kann.

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