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Bistum Trier
Freitag, 12. Juli 2019

Unabhängige Aufarbeitung mit Betroffenen ist geplant

Bischof und Bistumsvertreter im Gespräch mit MissBit

Trier – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sich am 11. Juli mit Mitgliedern von „MissBiT“ getroffen. MissBit ist nach eigenen Angaben eine unabhängige Selbsthilfeorganisation von Betroffenen sexuellen Missbrauchs und sexualisierter Gewalt durch Angehörige der katholischen Kirche im Bistum Trier. In dem von Joachim Frank (Köln) moderierten Gespräch sprachen für MissBit Thomas Kießling und Dr. Thomas Schnitzler mit Bischof Ackermann, Dorothee Bohr (Juristin), Dorothee Lappehsen-Lengler (Psychologin) und Judith Rupp (Pressesprecherin), die dem Beraterstab des Bischofs angehören.

Kießling und Schnitzler trugen verschiedene Kritikpunkte am bisherigen Umgang mit Missbrauchsfällen und der ihrer Meinung nach nur schleppend anlaufenden Aufarbeitung vor. Der Umgang mit von Missbrauch Betroffenen war durchgängig Thema des Gesprächs. So betonte Schnitzler, wie schwierig und erneut traumatisierend die oft „peinlichen Befragungen“ seien, wenn es darum gehe, Verdachtsfälle zu bestätigen. Die Vertreter von MissBiT forderten eine fallbezogene, unabhängige Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Trier zusammen mit Betroffenen, die auch „die Verantwortung des Episkopats“, also der Bischöfe, benenne, sagte Schnitzler. Weiter forderten sie von der Kirche unabhängige Anlaufstellen für Betroffene und die Verbesserung des Anerkennungssystems im Sinne von Entschädigungen. „Wir wollen eine adäquate Entschädigung für das erlittene Leid.“

Bischof Ackermann verwies auf die von den deutschen Bischöfen getroffenen Vereinbarungen und Konsequenzen aus der sogenannten MHG-Studie. Viele Punkte seien bereits auf den Weg gebracht, etwa die Vereinheitlichung der Personalakten oder die Überprüfung des Anerkennungssystems. Ihm seien breite Kooperationen wichtig: „Wir wollen nicht rein innerkirchliche Strukturen schaffen.“ Was die Schaffung von unabhängigen Anlaufstellen angeht, betonte Ackermann, alles zu unterstützen, „was hilft, das System niederschwelliger zu machen“.

Ackermann, der in regelmäßigen Kontakt mit Betroffenen steht, erklärte, die individuelle Aufarbeitung mit Einsicht in die Fallakte oder die Personalakte der Beschuldigten sei heute schon möglich. Bei der bistumsbezogenen Aufarbeitung werde er sich an die Kriterien und Standards halten, die mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung Rörig vereinbart würden. Die Mitarbeit von Betroffenen bei der Aufarbeitung sei selbstverständlich. Das gelte auch für das jetzt von ihm in Auftrag gegebene unabhängige Aufarbeitungsprojekt am ehemaligen bischöflichen Internat Albertinum in Gerolstein.

Bei dem Treffen sprachen auch von sexueller oder physischer Gewalt Betroffene aus anderen Kontexten über ihre Erfahrungen. Das Gespräch soll fortgesetzt werden, wenn die nächsten Schritte in der Aufarbeitung anstehen, vereinbarten die Vertreterinnen und Vertreter von MissBit und Bistum.

(JR)

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