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Bistum Trier
Dienstag, 16. März 2021

Upgrade für die Fastenzeit: 40 Tage voller Impulse und Gespräche

57 junge Erwachsene aus dem Bistum bereiten sich gemeinsam auf Ostern vor

Trier/Saarbrücken/Koblenz – Jedes Jahr in der Fastenzeit sucht Johannes Weiler nach einer Herausforderung: „Ich möchte die Zeit nutzen, um an meiner Beziehung zu Gott zu arbeiten“, sagt der 26-Jährige, der aktuell das Orientierungs- und Sprachenjahr, das Felixianum, in Trier absolviert. Auch die 22 Jahre alte Theologiestudentin Daniela Süß aus Bad Kreuznach möchte sich intensiv auf Ostern vorbereiten: „Ich will Raum schaffen für Neues und um neu zu werden. Alles, was mich beschäftigt, will ich vor Gott bringen, vielleicht auf Manches eine Antwort finden, mein Grundgerüst des Glaubens mit neuem Leben füllen.“

Über Freunde wurden beide auf die Aktion „Upgrade für die Fastenzeit“ aufmerksam. Dabei begleiten die Gemeindereferentin der Jugendkirche eli.ja in Saarbrücken, Rebecca Benahmed, Pastoralassistentin Luisa Maurer vom Dekanat St. Willibrord Westeifel, der Referent für Berufepastoral, Domvikar Tim Sturm, und die Referentin für Berufungspastoral, Laura Wolff, gemeinsam junge Erwachsene durch die Fastenzeit. „Wir verzichten schon seit einem Jahr mal mehr, mal weniger – auf Kontakte, Veranstaltungen, Begegnungen… .In der Fastenzeit 2021 wollen wir nicht noch mehr verzichten“ – so steht es in der Ankündigung. Stattdessen soll es ein Mehr an Angeboten geben: 40 Tage voll mit täglichen Impulsen, einem Tagesrückblick am Abend und einem digitalen Meeting pro Woche. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit zu einem Wochengespräch mit einem Wegbegleiter.

„Ich habe bei den jungen Leuten den Wunsch nach Gemeinschaft gespürt und die Sehnsucht, etwas mit Sinn zu füllen“, sagt Rebecca Benahmed. „Viele sitzen im Studium, das digital stattfindet, viel zu Hause vor dem Laptop und treffen kaum Gleichaltrige. Sie kommen dabei ins Grübeln und stellen sich Sinnfragen.“ Über die große Resonanz sind die vier Organisatoren dennoch überrascht: 57 junge Erwachsene aus allen Ecken des Bistums haben sich für das „Upgrade“ angemeldet. Jede Woche hat ein eigenes Thema: starten, lieben, beten, unterbrechen und finden. Online finden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeden Tag ein Paket mit Impulsen für den Tag. „Das können ganz unterschiedliche Dinge sein: Es gibt Videos, Musik, mal einen Poetry-Slam. Jeder darf sich davon nehmen, was er braucht“, sagt Benahmed.

„In der Woche zum Thema „starten“ sind wir langsam in die Thematik eingestiegen und haben mit den Basics angefangen: Wo kann ich gut beten, wie komme ich in die Stille, wie kann es eine Routine in meinem Alltag werden?“, sagt Luisa Maurer, die diese Woche vorbereitet hat. Dabei seien die Startvoraussetzungen der Teilnehmenden unterschiedlich: „Für manche war es der Erstkontakt mit dem Thema, andere wiederum studieren Theologie und haben große Vorkenntnisse.“ In der Themenwoche „lieben“ stand der Austausch über die Nächsten-, Selbst- und Gottesliebe im Vordergrund, erzählt Benahmed: „Wir sind mit dem Beispiel der heiligen Mutter Teresa gestartet, die für viele Vorbild für Kraft und Inspiration ist.“ Pastor Tim Sturm hat die Woche zum Thema „beten“ gestaltet: „Das Gebet ist ein Allrounder – es kann gemeinsam als Gruppe gebetet werden und individuell“, sagt Sturm. Den jungen Erwachsenen habe er das Gebet in Stille, die Anbetung, das Dankgebet und das Fürbittgebet nähergebracht. „Unterbrechen“ lautet das nächste Wochenthema: „Hier geht es um eine Bestandsaufnahme, eine Zeit der Ruhe und Stille, um sich neu auszurichten“, erklärt Sturm. Die Woche zum Thema „finden“ soll den Blick darauf lenken, wo Gott im Alltag präsent ist, sagt Laura Wolff: „Wo ist seine Gegenwart spürbar? Wofür stehe ich? Welche Mission hat Gott in mich gelegt?“ Die Teilnehmer hätten rückgemeldet, dass sie im Nachhinein merkten, wo Gott gewirkt habe. In der Karwoche stehen die Themen Tod, Trauer und Hoffnung auf dem Programm. „Die Woche wollen wir bewusst nicht überladen, sondern auch Raum geben, die Impulse der letzten Wochen wirken zu lassen. Wir wollen darüber sprechen, ob und wenn ja wie wir Ostern anders erleben, nachdem wir uns so intensiv darauf vorbereitet haben“, sagt Luisa Maurer.

Das Zwischenfazit zur „Halbzeit“ der Fastenzeit fällt bei Organisatoren und Teilnehmern positiv aus. „Anfangs war meine Sorge, wie es digital gelingen soll, Beziehungen aufzubauen“, gesteht Rebecca Benahmed, „aber beim dritten Samstagstreffen habe ich gemerkt, dass eine Gemeinschaft entsteht.“ Oft reiche die halbe Stunde für das wöchentliche Seelsorgegespräch nicht aus. Auch Tim Sturm zieht eine positive Zwischenbilanz: „Ich bin über die Maßen erstaunt, dass das Angebot eingeschlagen hat wie eine Bombe. Die jungen Leute saugen die Themen auf wie aus einem Schwamm. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass Gott mit jedem seine Geschichte schreibt.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten eine sehr hohe Bereitschaft, über die Impulse zu sprechen und ihre persönlichen Gedanken auszutauschen. „Mir hat besonders der Fürbittgang gut getan. Ich bin jemand, der gerne in Bewegung ist und das hilft mir beim Nachdenken“, erzählt Daniela Süß. Mit dem Engelanhänger aus dem Starterpaket, das jeder Teilnehmer zu Beginn erhalten hat, habe sie im Fürbittgang eines Menschen gedacht, der seit Beginn der Coronazeit in besonderer Weise für sie da ist. Johannes Weiler ist insbesondere der gemeinsame digitale Lobpreis mit Pastor Sturm in Erinnerung geblieben, bei dem die Teilnehmer im freien Gebet ihre Eindrücke formuliert haben, wo sie Gott begegnet sind: „Das war für viele sehr emotional. Ich war selbst überraschend, dass das gemeinsame Gebet via Zoom so erfüllend sein kann. Ich habe gespürt, dass der Heilige Geist da unter uns gewirkt hat“, sagt Johannes Weiler. Generell beeindrucke ihn die Tiefe an Spiritualität, die auch in den Treffen samstags hervortrete. Zunächst trifft sich die gesamte Gruppe zu einem gemeinsamen Gebet und Lied. Anschließend werden sie per Zufallsgenerator in Kleingruppen aufgeteilt, in denen sie über drei Fragestellungen zum Wochenthema diskutieren, bevor sie nach einer Stunde sich wieder mit allen zum Abschlussgebet treffen.

Daniela Süß und Johannes Weiler halten es zur „Halbzeit“ für möglich, dass über das „Upgrade“ hinaus die Teilnehmer miteinander in Kontakt bleiben. „Es gab in den Gruppen schon die ersten Überlegungen, sich zu treffen, sobald es wieder möglich ist“, sagt Süß. Dies könne etwa im Rahmen einer Jugend-Veranstaltung des Bistums sein.

(uk)

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