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Bistum Trier
Mittwoch, 23. September 2020

Vereint in der Sorge um die Frohe Botschaft

Bischof Ackermann schreibt an die Gremien in Pfarreien und Dekanaten

Trier – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat sich Mitte September mit einem Brief an die Gremien in den Pfarreien und Dekanaten im Bistum Trier gewandt und sie über den aktuellen Stand der Synodenumsetzung informiert. Innerkirchlich gehe es derzeit „turbulent“ zu, schreibt der Bischof. Alle Bistümer in Deutschland stünden in Veränderungsprozessen. „Das Ziel dabei ist immer, die Kirche als Ort gelebten Glaubens und als verlässliche Institution für die Menschen in ihren Lebenssituationen weiterzuentwickeln – eine Kirche, die für die Menschen da ist.“

Ackermann bekräftigt, dass auch nach der römischen Intervention die inhaltliche Grundausrichtung der Synode bleibe und es nun darum gehe, den weiteren Weg zu entwickeln. „Nach fast vier Jahren der Planung der künftigen Gestalt der Pfarreien höre ich von vielen Menschen den Wunsch nach Klarheit. Die Schwebesituation, in der wir uns aktuell befinden, lähmt so manches ehrenamtliche Engagement, gerade auch wenn es um den Mut zu Neuem geht“, schreibt der Bischof und betont: „Wir werden den Weg in die Zukunft aber nicht gehen können ohne Sie, das heißt ohne die Bereitschaft und die Vor-Ort-Kenntnis der gewählten Ratsmitglieder.“ Diese seien ihm „wichtig und kostbar“. Ackermann sichert den Gremienmitgliedern zu, dass er die ausgesprochenen „Übergangsmandate“, die längstens bis 31. Dezember 2021 gelten, auf keinen Fall verlängern würde. Er bitte die Ratsmitglieder aber herzlich, das Übergangsmandat wie beschrieben bis Ende 2021 wahrzunehmen. „Denn mit der Einrichtung dieses Mandates war beabsichtigt, die Arbeitsfähigkeit der Gremien ohne Neuwahlen bis zur Klärung der pfarrlichen Strukturen sicherzustellen.“ Auch sei die Gültigkeit der Verwaltungsratswahlen (Ende 2019/Anfang 2020) nicht infrage gestellt. Diese beiden Klarstellungen seien ihm wichtig: „Denn nach der Veröffentlichung der römischen Instruktion ‚Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche‘ war vielerorts eine deutliche Verunsicherung darüber zu spüren, ob die Gremien ‚noch gebraucht werden‘ und ihre Mitverantwortung noch erwünscht ist.“

Ackermann dankt den Frauen und Männern ausdrücklich, „dass Sie in diesen krisenhaften Zeiten Mitverantwortung übernommen haben. Die Corona-Krise mit ihrem zeitweiligen Versammlungsverbot hat das Handeln der Räte zusätzlich erschwert.“ Er versichert, dass „wir die Formen der Mitverantwortung und die Legitimation der Mandatsträger und Mandatsträgerinnen für die Zukunft deutlich im Blick haben“. Er danke für das Engagement, für die Ausdauer und Geduld, und dafür, „dass Sie die Unsicherheit aushalten, die mit der aktuellen Situation verbunden ist“. Er wisse sich mit den Gremienmitgliedern in einer gemeinsamen Verantwortung aufgehoben. „Uns eint die tiefe Sorge um unsere Glaubensgemeinschaft und die Relevanz der frohen Botschaft. Die Sorgen jener, die um die Umsetzung der Synode fürchten (und vielfach sehr enttäuscht, zum Teil sogar verletzt oder auch einfach ermüdet sind), und die Sorgen jener, die befürchten, dass Kirche vor Ort in den vertrauten Formen verlorengeht – beide „Richtungen“ verbinden sich in der einen Sorge um die Zukunft und die Lebendigkeit der Kirche vor Ort.“ Der Brief ist im Wortlaut unter https://t1p.de/Brief-Raete-September2020 zu finden.

(JR)

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