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Bistum Trier
Dienstag, 16. Juni 2020

Vom „kleinen Mauerfall“ zum großen Schulzentrum

Werner Wallenfang und Robert Glaser von Sankt Matthias Schule verabschiedet

Bitburg – Eigentlich hätte die Aula der „Mätthi“ an diesem besonderen Tag aus allen Nähten platzen müssen: Am 10. Juni wollte die Schulgemeinschaft der Kooperativen Gesamtschule Sankt Matthias in Bitburg ihre beiden langjährigen Schulleiter Werner Wallenfang und Robert Glaser mit einer großen Feier in den Ruhestand verabschieden. Doch die Corona-Pandemie verhinderte das, sodass sich an diesem Tag nur ein kleiner repräsentativer Querschnitt der Schulgemeinschaft in gebührendem Abstand eingefunden hat. So „ganz ohne“ habe man die beiden dann doch nicht ziehen lassen können, erklärten die Lehrer Joachim Schmitt und Martin Flesch in ihrer Ansprache.

Nicht nur ihre rheinländische Herkunft und ihr Geburtsjahr 1954 verbindet Gesamtschulleiter Wallenfang und RealschulePlus-Leiter Glaser miteinander, sondern auch der Einsatz für die katholische Privatschule Sankt Matthias in Trägerschaft des Bistums Trier. So sind die beiden für einen „kleinen Mauerfall“ verantwortlich, der symbolisch für ihr gemeinsames Großprojekt steht: Als die Mauer zwischen den Lehrerzimmern der ehemaligen Haupt- und Realschule eingerissen wurde, läutete das die Umstrukturierung der Schule zu einer Kooperativen Gesamtschule mit einem gymnasialen Zweig und im Verbund mit der Grundschule ein. Seit 2012 können nun Kinder je nach ihrer Begabung die unterschiedlichen Bildungszweige an der Sankt Matthiasschule besuchen.

Mit viel Herzblut das Leitbild der Bistumsschulen umgesetzt

Was die beiden besonders auszeichne, sei das Herzblut, mit dem sie Lehrer und später Schulleiter gewesen seien, betonte Albrecht Adam, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule als Vertreter des Schulträgers in seinem Grußwort. Auch im Namen des Bischofs und des Generalvikars danke er den beiden herzlich für ihr Engagement und ihre unermüdlichen Bemühungen, auch hinsichtlich des Ausbaus des Schulzentrums. Bei aller Unterschiedlichkeit in ihren Persönlichkeiten hätten die beiden sich in ihren Kompetenzen ergänzt und mit Zielstrebigkeit, Hartnäckigkeit und Eigeninitiative ihre Ziele verfolgt – und das immer und zuerst zum Wohl der Schüler und Mitarbeiter. „Auf das Ergebnis könnt ihr zurecht mit Zufriedenheit und Stolz blicken“, fasste Adam zusammen. Dabei seien sie dem spezifischen Erziehungs- und Bildungsauftrag, der katholischen Bistumsschulen nach dem Rahmenleitbild „Den ganzen Menschen bilden“ in all den Jahren immer gerecht geworden: Schüler zu selbstbewussten, mutigen, lebensfrohen und urteils- und kritikfähigen Personen zu entwickeln. Das könne nur, wer selbst Vorbild sei und eine eigene „Glaubenskompetenz“ lebe und reflektiere, so Adam. Beispielhaft stehe dafür etwa das Hilfsprojekt in Burundi, das ohne die Begeisterung und Überzeugungskraft Wallenfangs nie zustande gekommen wäre und den Schülern zeige, wie man Solidarität zeige und Verantwortung übernehme.

Robert Glaser sei „gefühlt schon immer“ an der St. Matthias-Schule gewesen, wie die Festredner von Elternbeirat, Mitarbeitervertretung und die beiden Schülervertreter Tobias Mayer und Celine Zwilling in ihren Grußworten betonten. Nach dem Studium an der Universität Bonn absolvierte Glaser zunächst sein Referendariat im Hochsauerlandkreis, bevor er als Lehrer für Mathematik und Physik 1983 an die „Mätthi“ nach Bitburg kam. Während seiner 37-jährigen Tätigkeit an der Schule habe Glaser sich durch sein Organisationstalent und seine Hilfsbereitschaft ausgezeichnet. Neben einer Vorliebe für Wandern und Radfahren schlägt Glasers Herz für die Musik: So leitete er verschiedene Chor- und Musik-AGs. Seit 1996 Konrektor der Schule, wurde Glaser 2015 Rektor der RealschulePlus. Der Familienvater hat drei erwachsene Kinder und engagiert sich privat in der Pfarrei Liebfrauen in Bitburg.

Werner Wallenfang verbrachte die Studien- und Referendarzeit ebenfalls in Bonn, bevor auch er eine neue Heimat in der Eifel fand: So war er ab 1985 zunächst Lehrer, dann Direktor am Bischöflichen Konvikt in Prüm. Es folgte eine kurze Zeit als Landesbeamter am staatlichen Regino-Gymnasium Prüm, wofür ihm auch eine Entlassungsurkunde durch die ADD überreicht wurde. 2004 kehrte er dann an eine bischöfliche Schule zurück und wurde Rektor der Realschule, ab 2013 dann Gesamtleiter der Kooperativen Gesamtschule St. Matthias. Der vierfache Vater, der Sport, Französisch und Religion unterrichtet, lebt mit seiner Familie in Prüm und ist in seiner Freizeit passionierter Segler.

Highlights ihrer Dienstzeit

In ihren persönlichen Abschiedsworten spielten sich Glaser und Wallenfang gegenseitig die Bälle zu und griffen stellvertretend einige Highlights aus ihrer Dienstzeit heraus. In seiner Zeit am bischöflichen Konvikt in Prüm, einem Internat, habe er die Kinder und Jugendlichen mit all ihren alltäglichen Sorgen und Nöten kennengelernt, so Wallenfang. Dies habe seinen Blick als Lehrer geweitet und er habe sich deshalb auch so gut in dem Rahmenleitbild für die Bistumsschulen wiederfinden können, da hier der Fokus auf der Bildung des „ganzen Menschen“ liege, auch abseits von Leistungsbeurteilungen. Mit der Umstrukturierung der St.-Matthias-Schule hätten Glaser und er eine Mammutaufgabe übernommen, die viel Zeit und Energie gekostet habe. Dass dies sowohl auf Bistumsebene als auch kommunalpolitisch relativ reibungslos funktioniert habe – darauf sei er ein bisschen stolz. Für Glaser waren es besonders jene Momente, in denen „die Schüler mit Freude selbst zeigen können, was sie so drauf haben“, vor allem natürlich bei den musikalischen Vorführungen. Das mache für ihn das Herzblut einer Schule aus – genau wie das „tolle Kollegium“. Die Idee einer deutsch-polnischen Schulpartnerschaft habe er zunächst nur als zusätzliche Aufgabe wahrgenommen, doch inzwischen sei sie zu einer bereichernden und nicht wegzudenkenden Facette des Schulprofils geworden. In ihren Dank schlossen Glaser und Wallenfang nicht nur Kollegen, Schüler, Mitarbeiter und den Schulträger sowie die Gemeinschaft der 19 Bistumsschulen mit ein, sondern auch das Seelsorgeteam, die verschiedenen Jugendeinrichtungen in Bitburg sowie die ADD als verlässlichen und fairen Partner.

(sb)

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