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Bistum Trier
Dienstag, 10. Juli 2018

Von der Pfeife bis zur Glühbirne

Dietmar Schömer über seine Arbeit als Orgelbauer und Hausmeister

Saarbrücken – Wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, dann hätte Dietmar Schömer eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. Doch der 62-Jährige ist Orgelbauer geworden. Seit mehr als 40 Jahren baut und repariert er Orgeln im Saarland, Rheinland-Pfalz, aber auch in anderen Teilen Deutschlands und sogar der ganzen Welt.

„Mein Vater hatte eine Schreinerei gehabt. Als Kind war ich immer in seiner Werkstatt, das war mein Leben“, erzählt Schömer. „Mein Vater wollte aber, dass ich einen ordentlichen Beruf lerne.“ Als er am ersten Tag seiner Ausbildung zum Industriekaufmann das Großraumbüro gesehen hatte, in dem er künftig hätte arbeiten sollten, wusste er, dass das nichts für ihn sei. Ein Freund erzählte ihm von einer Orgelbaufirma und nach einem ersten Besuch dort war klar: „Das ist mein Beruf! Aber es war schon immer mehr Berufung.“

Dietmar Schömer lernte nicht nur wie eine Orgel aufgebaut ist und funktioniert, wie man sie reinigt und stimmt, sondern auch wie man eine Orgel baut. „Orgelbau ist so vielfältig: Da ist Mechanik drin, Technik, Elektronik, man muss löten können, schweißen, Holzarbeiten sowieso“, erzählt er. Wenn er eine Orgel baut, macht er so gut wie alles selbst. Jede Pfeife ist von Hand gefertigt. Er gießt das Material selbst, schweißt die Einzelteile zusammen und haucht den Pfeifen schließlich Leben ein. Doch das Geschäft der Orgelbauer ist nicht mehr so gefragt wie noch vor einigen Jahrzehnten. „Es ist immer mehr zurückgegangen und immer weniger zu tun als vorher. Neubauten fast gar nicht mehr, nur noch Reparatur und Instandhaltung.“ Dafür reist er aber immer noch durch die halbe Republik. Bis Düsseldorf hinauf fährt er mit der Firma, die er um die Jahrtausendwende herum gegründet hat, um Orgeln zu reparieren. „Am Schönsten ist es, wenn man sie auseinanderbaut, um sie zu reinigen und dann Stück für Stück wieder zusammensetzt und die ersten Töne erklingen!“

Dietmar Schömer ist nicht nur leidenschaftlicher Orgelbauer, sondern seit ein paar Jahren auch Hausmeister in der Pfarrei St. Martin in Saarbrücken. Dabei kommt ihm sein breites handwerkliches Fachwissen sehr zugute: „Als Hausmeister muss man vor allem auf die Sicherheit achten, das ist das Wichtigste. Morgens mache ich immer meine Rundgänge und kontrolliere, ob alles in Ordnung ist. Ich kontrolliere auch die Heizungen in der Kirche, auch im Sommer, ob die Wasserleitungen keimfrei sind, und so weiter. Und dann stehen die laufenden oder auflaufenden Arbeiten an.“ Neben den alltäglichen Aufgaben, bekommt er von Pfarrer Matthias Holzapfel auch besondere Aufträge. „Im Moment bin ich Maler“, sagt Schömer lachend. In der Sakristei der Kirche St. Katharina in Bübingen hat der Hausmeister und Orgelbauer zwei Räume im ersten Stock ausgeräumt, die zu einem kleinen Museum umgebaut werden sollen. Andere Aufgaben stößt Schömer schon auch mal selbst an. Als er eine alte Granathülse in der Garage gesehen hatte, wollte er wissen, was damit sei. Die Granate war im Krieg im Chorraum eingeschlagen. „Wir haben drüber gesprochen und er wollte sie unter das Allerheiligste in der Kirche stellen. Dann hab ich gesagt, ich baue einen Kasten so wie der Altar aussieht. Da hatte ich freie Hand. So wie ich mir das vorstelle, darf ich es meistens auch machen.“

(dh)

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