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Bistum Trier
Mittwoch, 26. September 2018

Vorteile für Mädchen und Jungen

Angela-Merici-Gymnasium informiert über neues Schulprofil

Trier – „Das Angela-Merici-Gymnasium (AMG) öffnet sich für Jungen“: Im Frühsommer überraschte das Trierer Mädchengymnasium in Trägerschaft des Bistums mit dieser Nachricht und mit dem neuen Konzept, das die Schule ab dem kommenden Schuljahr einführen will: Der „parallelen Monoedukation“. Was sich hinter dem sperrigen Begriff verbirgt und welche Vorteile das neue Schulprofil für Mädchen und Jungen künftig bieten soll – darüber konnten sich interessierte Eltern, Lehrer, Schüler und andere Gäste auf einer Podiumsveranstaltung im AMG am 24. September informieren.

In seiner Begrüßung ging Direktor Mario Zeck darauf ein, warum sich die Schulgemeinschaft des traditionsreichen Gymnasiums nach einem zweijährigen Schulentwicklungsprozess für die Öffnung entschieden hatte: „Mit dem AMG und der Blandine-Merten-Realschule stehen zwei weiterführende katholische Schulen für Mädchen zur Verfügung, aber die Trierer Schullandschaft bietet kein vergleichbares Angebot für Jungen“, erläuterte Zeck. Künftig existiere nun die Möglichkeit auch für Jungen, eine Schule mit christlichem Profil zu besuchen. Und während die Ursulinen die Schule im 19. Jahrhundert noch mit dem Anliegen gründeten, gezielt Mädchen zu fördern, wiesen Pädagogen seit einigen Jahren darauf hin, dass zunehmend Jungen zu den Bildungsverlieren gehörten. Auch hier wolle die Schule durch die Öffnung einen Beitrag leisten – auch durch das neue Konzept der parallelen Monoedukation. Diese sieht vor, Mädchen und Jungen in der Unter- und Mittelstufe getrennt zu unterrichten, ab der Oberstufe dann gemeinsam. Am AMG soll es zwei Mädchen- und eine Jungenklasse geben.

Welche Vorteile das bietet, erfuhren die Zuhörer von Gastrednerin Birgit Heinen, Schulleiterin am Erzbischöflichen Clara-Fey-Gymnasium in Bonn. Die ehemalige Mädchenschule hat das System bereits vor zehn Jahren eingeführt und bisher gute Erfahrungen gemacht, wie Heinen berichtete. „Mädchen und Jungen unterscheiden sich in ihrem Bewegungsdrang, sie sind in gewissen Altersgruppen unterschiedlich entwickelt“, sagte Heinen. Auf diese spezifischen Bedürfnisse könne man besser eingehen, die Schülerinnen und Schüler besser individuell fördern. Auch die Methoden könne man besser anpassen: So seien Jungen in der fünften und sechsten Klasse häufig überfordert von Gruppenarbeit, aber sehr stark in spielerischen, kompetitiven Einheiten. Zusätzliche Angebote wie AGs zu Kunst, Technik oder Musik seien gender-übergreifend, je nach Interesse der Schüler. Heinen berichtete auch von den Ergebnissen einer Studie der Universität Bielefeld, die die Schule seit der Einführung der parallelen Monoedukation begleitet hat: „Mädchen und Jungen fühlen sich in geschlechtshomogenen Gruppen sehr wohl, und das Selbstbewusstsein sowohl bei Mädchen als auch Jungen in der Phase der Pubertät war im Vergleich zu koedukativen Systemen signifikant höher.“

Im Anschluss an Heinens Vortrag beantwortete eine Projektgruppe des AMG Fragen aus dem Publikum. Für Schülervertreterin Anna Zeiger gibt es auch für die Mädchen Vorteile: „Außer auf dem Schulhof ändert sich für die Mädchen nicht viel. Und ab der Oberstufe haben sie dann den Austausch mit Jungen und werden so auf die Zeit nach dem Abitur, an der Uni oder in der Ausbildung, vorbereitet“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.amg-trier.de

(sb)

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