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Bistum Trier
Freitag, 12. August 2022

Wegbegleiterin in jeder Lebenssituation

Tamara Müller wird Gemeindereferentin in Wincheringen

Konz-Karthaus/Trier/Wincheringen – Tamara Müller hat ihre Berufung gefunden: Am 3. September wird die 35-Jährige gemeinsam mit sechs weiteren Frauen und Männern für den pastoralen Dienst im Bistum Trier beauftragt. Künftig wird sie als Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft (PG) Wincheringen arbeiten. Die junge Frau, die seit ihrem neunten Lebensjahr in der Kirche aktiv ist, kann es kaum erwarten, ihre neuen Gemeinden kennenzulernen und sich dort in der Seelsorge einzubringen.

Realschule, Abitur am Berufsbildenden Gymnasium für Gesundheit und Soziales in Trier, eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation, jede Menge Berufserfahrung und ein Fernstudium on top: Das sind die teils verschlungenen Pfade, die Tamara Müller endlich zu ihrem Ziel Gemeindereferentin geführt haben: „Ich wollte immer schon mit Menschen arbeiten”, erzählt sie, und ergänzt: „Allerdings sollte mein Glaube bei meiner Berufswahl eine Rolle spielen. Für mich war schon lange klar, dass ich für das Bistum, für die Kirche, für das Reich Gottes arbeiten möchte”, sagt die gebürtige Konzerin, die ihr Berufspraktisches Jahr 2019/20 in der Pfarreiengemeinschaft Trier St. Paulin und anschließend die Berufseinführung in der PG Schillingen absolviert hat.

In die Aufgaben hineingewachsen

Schon seit Kindheitstagen ist Müller fest im kirchlichen Leben verwurzelt. Messdienerin in ihrer Heimatpfarrei St. Johann Konz-Karthaus, danach Jugendarbeit, Messdiener-Betreuung und schon als Teenager Mitglied im Pfarrgemeinde-, und später im Verwaltungsrat. „Ich bin in diese Aufgaben nach und nach hineingewachsen”, erinnert sie sich mit einem Funkeln in den Augen. Um Gemeindereferentin zu werden, studierte sie Theologie im Fernstudium – neben ihrem Job in einem Bestattungsunternehmen. Und das war kein Zuckerschlecken, wie sie im Nachhinein zugibt: „Die Zeit des Fernstudiums war sehr anstrengend, insbesondere wenn es darum ging, die Praktika zu absolvieren.” Im religionspädagogischen Kurs etwa unterrichtet man an zwei Tagen in der Woche in einer Schule. Das führte dazu, dass Müller ihren Stundenumfang im Bestattungsunternehmen reduzieren musste. Weniger Geld und weniger Zeit: Warum tut man sich das an? Müller pariert die Frage mit einem Lächeln: „Man zieht das durch, weil man es will. Und es hat sich gelohnt.” Ohne die Unterstützung ihres früheren Arbeitgebers, ein Familienunternehmen, sei das kaum möglich gewesen, ist sie sich sicher. „Ich durfte mich dort an alles herantasten, und konnte auch meine Arbeitszeiten flexibler gestalten, um fürs Studium zu lernen. Das waren wirklich gute Jahre, die meinen Blick auf das Leben und mein Seelsorgeverständnis sehr geprägt haben und mich letztlich dorthin geführt haben, wo ich jetzt bin.”

Apropos Seelsorge: Da orientiere sich Müller, die in ihrer Freizeit Kerzen gestaltet, Krafttraining macht und liest, am Neuen Testament, an Jesus Christus selbst. „Jesus ist zu den Menschen hingegangen. Und das finde ich auch heute noch aktuell und wichtig: Auf die Menschen zugehen, und nicht erwarten, dass sie auf uns zugehen. Denn wir als Kirche haben etwas, das wir anbieten können.” Dabei sei es jedoch wichtig, niemandem etwas „überzustülpen”. Ihren Auftrag sehe sie stattdessen in der Begleitung ihrer Mitmenschen und darin, sie mit Gottes Botschaft in Berührung zu bringen. „Ich möchte Wegbegleiterin sein, und zwar in allen Lebenssituationen, in Freude und Hoffnung wie in Trauer und Angst. Denn das ist genau das, was unser Leben ausmacht – und das, was Menschen teilen möchten.”

Erneuerung mutig angehen

Die Trauerpastoral sei ein Feld, in dem sie bereits viele wertvolle Erfahrungen gesammelt habe. „Im Laufe meiner noch kommenden Dienstjahre möchte ich sehr gerne in der Trauerpastoral arbeiten. Aber nicht nur”, stellt sie klar. Neben der praktischen Seelsorge-Arbeit interessiert sie sich auch für aktuelle kirchenpolitische Themen, denn: „Ich habe der Kirche ja auch etwas zu geben, daher informiere ich mich gern. Manchmal frage ich mich, ob wir vielleicht einfach nicht mutig genug sind. Denn wenn eine Neuerung zu unserem Menschenbild und zu unserem Gottesbild, zu unserem Glauben passt, dann könnten wir Erneuerung doch ruhig beherzter angehen”, sagt sie mit Blick auf den Synodalen Weg in Deutschland. Dabei sei es wichtig, das „große Ganze” im Auge zu behalten und sich dennoch der Unterschiede zwischen einzelnen Ländern und Kontinenten bewusst zu sein. Gerade im Austausch mit Menschen, die aus der Kirche austreten wollen oder bereits ausgetreten sind, merke man, dass nicht ein fehlender Glaube an sich das Problem sei, sondern eher Anstoß an der Institution oder an einzelnen Würdenträgern genommen würde. „Und genau diese kritischen Gespräche sind für alle Beteiligten aufschlussreich und regen zum Weiterdenken an.”

Am 3. September wird Tamara Müller gemeinsam mit drei weiteren Gemeindereferentinnen, einem Gemeindereferenten sowie einer Pastoralreferentin und einem Pastoralreferenten im Rahmen eines Gottesdienstes um 9 Uhr im Trierer Dom von Weihbischof Robert Brahm offiziell für den pastoralen Dienst beauftragt. Zur Zeit arbeiten 263 Gemeindereferentinnen und -referenten sowie 203 Pastoralreferentinnen und -referenten mit den Menschen in Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften, Dekanaten und Pastoralen Räumen des Bistums; sie engagieren sich für Kinder und Jugendliche, helfen Eltern bei der Weitergabe des Glaubens an die junge Generation, teilen sich weitere pastorale Aufgaben mit den Pfarrern und unterstützen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihren verschiedenen Aufgaben.Weitere Informationen gibt es auf www.bistum-trier.de/personal/ausbildung-pastoraler-berufe und beim Bistum Trier, Mustorstraße 2, 54290 Trier, Tel. 0651-7105214. E-Mail: herbert.tholl@bistum-trier.de

(ih)

 

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