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Bistum Trier
Dienstag, 13. September 2022

Wichtige Impulse für weltkirchliche Beratungen

Bischof zieht persönliches Fazit zur vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs

Trier/Frankfurt – Nach dem Ende der vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Frankfurt hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann ein persönliches Fazit veröffentlicht. Es seien „bewegte Tage gewesen“, die Synodalen hätten um „Lehre und Leben der Kirche“ gerungen. Es sei in den emotionalen Debatten zu spüren gewesen, wie wichtig den dort Versammelten ihr Katholischsein sei. Themen wie die wirksamere Beteiligung der Gläubigen an wichtigen Entscheidungen der Ortskirchen und die stärkere Beteiligung von Frauen an amtlicher Vollmacht, sowie die Frage nach mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen der Bischöfe seien eben keine „Nebensächlichkeiten, sondern berührten das persönliche und kirchliche Leben existenziell“.

"Ich bedaure ausdrücklich, dass der Text nicht die Zweidrittelmehrheit der Bischöfe erhalten hat"

Dass der vorgelegte Grundlagentext zur intensiv debattierten Neubewertung und Weiterentwicklung der katholischen Sexualmoral nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit der Bischöfe erhalten habe, bedaure er ausdrücklich. Ackermann und die drei Trierer Weihbischöfe hatten dem Papier zugestimmt. In einem ersten Statement hatte Ackermann geschrieben, es sei „theologisch verantwortbar, nimmt aktuelle humanwissenschaftliche Erkenntnisse auf und ist damit ein Papier, das wir gut in die weltkirchliche Diskussion einbringen können.“ Gleichwohl liege der Text jedoch nun öffentlich vor und die Debatte darüber sei nicht zu Ende – „auch nicht in unserem Bistum“. Die Bischöfe hätten zudem zugesagt, in ihrer nächsten Vollversammlung über den Text zu beraten. Ziel des Papiers sei, „einen deutlichen und argumentationsstarken Anstoß für das Gespräch auf weltkirchlicher Ebene und damit für das päpstliche Lehramt zu geben“.

"Weltweit werden der Weg und seine Ergebnisse mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt"

Diese Zielrichtung gelte insgesamt für jene Texte des Synodalen Wegs, die die katholische Lehre als solche beträfen: „Darüber haben nicht wir in Deutschland zu entscheiden. Dazu braucht es die Autorität der Gesamtkirche zusammen mit dem Papst.“ Insofern hätten diese Texte den Charakter eines Gesprächsbeitrags, was zunächst nach „wenig“ klinge. „Doch sollten wir die Tatsache, dass die Kirche in Deutschland in einer solch öffentlichen und breit getragenen Weise Anfragen zu Themen formuliert, die lehramtlich offiziell als beantwortet gelten, nicht unterschätzen“, unterstreicht der Bischof. Er denke dabei besonders an die Eingabe, den Vorbehalt der Weiheämter für Männer zu überprüfen wie auch die Bitte, die kirchliche Sexuallehre neu zu bewerten. Die „nervösen Reaktionen, die es nicht nur aus Rom, sondern auch aus anderen Gegenden der Welt zum Synodalen Weg gibt, sind eine Bestätigung dafür, dass man diesen Weg und seine Ergebnisse weltweit durchaus mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt.“

Synodaler Weg will erneuern, nicht Glauben dem Zeitgeist ausliefern

Er wünsche sich, dass es in den Beratungen unter den Synodalen weiter leidenschaftlich zugehe, aber „zugleich das wechselseitige Zutrauen“ wachse. „Eine Kirchenversammlung, in der das Misstrauen regiert, hat keine Strahlkraft und bleibt unter ihren eigentlichen Möglichkeiten“, so Ackermann. Ortskirchen in anderen Ländern ermutigt der Bischof, sie bewegende Fragen „nicht hinter vorgehaltener Hand“ zu formulieren, sondern „sich durch unser Vorgehen zum offenen Wort ermutigt zu fühlen, damit ein freimütiger Austausch möglich wird, der auch die Kontroverse nicht scheut“. Hier stimmten ihn die Rückmeldungen der Bischofskonferenzen auf die Umfrage des Papstes zur Weltbischofssynode zuversichtlich. Von Papst Franziskus und der Kurie in Rom wünsche er sich, dass die Ergebnisse des Synodalen Weges in Deutschland mit der Bereitschaft zu einem ernsthaften Dialog aufgenommen werden. Denn es sei „ein Weg, der das Evangelium und den katholischen Glauben nicht dem Zeitgeist ausliefern, sondern die Kirche erneuern“ wolle: „Als Gemeinschaft, die einladend ist, die die Kraft hat, die Zeichen der Zeit zu deuten und die ihren Auftrag vor allem darin sieht, zu integrieren statt auszugrenzen. Damit geht sie in der Spur Jesu und erweist den Menschen unserer Zeit einen wichtigen Dienst.“

(sb)


Bischof Ackermanns persönliches Fazit "Synodalität praktisch - Persönliche Gedanken zur vierten Vollversammlung des Synodalen Weges" findet sich im Wortlaut hier.

Informationen zu den Lesungen und Beratungen zu den Grundlagentexten sowie die Abstimmungsprotokolle können Sie auf den Seiten des Synodalen Wegs hier nachlesen.

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