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Bistum Trier
Dienstag, 28. Mai 2019

„Wir wollen zu den Menschen gehen“

Probelauf des Bistumsprojekts „Kirche:Mobil!“ in Völklingen

Völklingen – „Die Kirche im Bistum Trier sucht die Begegnung mit den Menschen außer an den gewohnten auch an neuen Orten.“ Diesen Satz aus dem Abschlussdokument der Bistumssynode haben Hauptamtliche des Dekanats Völklingen jetzt wörtlich genommen und das Projekt „Kirche:Mobil!“ ins Leben gerufen. Mit einem Auto wollen sie Kirche zu den Menschen bringen. Zum Start der Pfarrei der Zukunft Völklingen 2020 soll das Projekt offiziell beginnen. Jetzt fand ein erster Probelauf statt.
Pfarrer Patrik Altmeyer hat für den Test seinen 9-Sitzer zur Verfügung gestellt. Zusammen mit Diakon Christoph Storb sowie den Erkundern Anne Kiefer, Oliver Besch und Petra Scherschel war er vier Tage lang im Dekanat Völklingen unterwegs, um die Menschen an den unterschiedlichsten Orten anzusprechen: vor dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte, auf dem Marktplatz in Riegelsberg, vor dem Friedhof in Geislautern, oder auf dem Parkplatz vor dem Baumarkt in Heusweiler. „Unsere Kirchen werden immer leerer. Die Menschen kommen nicht mehr zu uns. Die Frage ist also, wie können wir zu den Menschen kommen?“, sagt Diakon Christoph Storb. „Da ist Kirche:Mobil! ein tolles Modell, das uns dabei helfen kann.“

Das Kirchenmobil sei wie ein Bäckerauto, erklärt der Diakon. „Sie fahren irgendwo hin, machen die Tür auf, klappen eine Markise aus, bauen Stehtische auf und sagen den Menschen: Jetzt ist Kirche da.“ Für das Projekt wurde eigens eine Stelle geschaffen, die anteilig von Diakon Storb, einer Gemeindereferentin und einem Pastoralreferenten besetzt wird. Sie werden das Projekt begleiten und mit dem Kirchenmobil unterwegs sein. Zusätzlich sollen auch Ehrenamtliche im Laufe der Zeit angelernt werden. „Wir werden sehr viel unterwegs sein“, kündigt Diakon Storb an. Laut Konzept soll das Mobil an 200 Tagen im Jahr durch die künftige Pfarrei der Zukunft Völklingen zu den Menschen fahren. „Wir haben bislang schon acht Kooperationspartner, die uns zugesagt haben, dass sie Zeiteinheiten auf dem Fahrzeug buchen. Zum Beispiel wird die Caritas einmal die Woche einen halben Tag mit dem Auto unterwegs sein.“

„Meistens ist es so, dass die Menschen zu uns ins Pfarrbüro kommen, oder sich telefonisch melden, weil sie ein Anliegen haben“, fasst Pfarrer Altmeyer zusammen. „Wir erwarten immer, dass die Menschen zu uns kommen.“ Sei es für Gottesdienste, oder dass die Menschen ihre Kinder zur Taufe anmelden wollen, eine Hochzeit ansteht, es einen Sterbefall gebe oder sie um ein Trauergespräch bitten. „Das hier ist genau der umgekehrte Weg“, sagt der Pfarrer. „Wir wollen zu Menschen hingehen, auch an Orte, die mit Kirche nicht direkt in Verbindung stehen wie Parkplätze vor dem Baumarkt, oder an Wochenmärkten. Wir wollen mit Menschen ins Gespräch kommen, die sonst wenig Kontakt mit Kirche haben.“ Mit dem Kirchenmobil wollen sie nicht nur an alltäglichen Plätzen halt machen, sondern auch beispielsweise auf Festivals wie dem Rocco del Schlacko oder dem Electro Magnetic Festival präsent sein.

„Kirche:Mobil!“ ist als offizielles Bistumsprojekt anerkannt. Dadurch konnten sich die Initiatoren des Projektes ein entsprechendes Fahrzeug kaufen, das bis zum Ende des Jahres professionell umgebaut werden soll.

(dh)

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