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Bistum Trier
Montag, 1. August 2022

„Wir wünschen uns, dass aus Fremden Freunde werden“

Interkulturelle Begegnung in Köllerbach bringt Menschen mit Fluchterfahrung zusammen

Püttlingen-Köllerbach – Wie schwer es ist, nach der Flucht in einem neuen Land mit einer anderen Kultur anzukommen, wissen Asma und Michel Tokatli nur zu gut. 2016 kam das Paar aus dem syrischen Damaskus ins saarländische Püttlingen – vor drei Jahren kam Sohn Jad zur Welt. „Jetzt wollen wir die Menschen aus der Ukraine kennenlernen“, sagt die 28 Jahre alte Asma. Daher ist die Familie am vergangenen Samstag, 30. Juli, zur „Interkulturellen Begegnung“ an die Köllerbacher Begegnungskirche gekommen. Eingeladen hatten der Pastorale Raum Völklingen und die Geflüchteteninitiative der Pfarreiengemeinschaft Riegelsberg-Köllerbach. „Wir haben es erlebt und wünschen uns auch jetzt wieder, dass aus Fremden Freunde werden“, sagt Pastoralreferent Christoph Morgen in seiner Begrüßung.

In lockerer Atmosphäre, bei einem Kuchen- und Salatbuffet und Gegrilltem, entwickeln sich Gespräche. Immer wieder wird das Handy gezückt – dank Online-Übersetzungsprogrammen können so Sprachbarrieren überwunden werden. Einfacher geht der Austausch unter den Kindern: Beim gemeinsamen Spielen oder einem Trommelworkshop klappt die Verständigung auch ganz ohne moderne Technik.

Den Anstoß zur Begegnung zwischen Menschen, die seit 2015 aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kamen, und den Menschen aus der Ukraine, die seit Kriegsbeginn Ende Februar fliehen mussten, kam von Diana Müller aus Köllerbach. Drei Mal ist sie vom Saarland aus mit bis zu drei Bussen voller Hilfsgüter an die rumänisch-ukrainische Grenze gefahren und hat von dort Menschen bei der Flucht geholfen. „Ich habe nach Räumlichkeiten in Köllerbach für Treffen gesucht“, sagt Diana Müller. Fündig wurde sie bei der Begegnungskirche und den Helferinnen und Helfern der Geflüchteteninitiative. Daraus entstanden sind Kaffeenachmittage, die mit rund 50 Gästen einen hohen Zulauf haben. „Es ist uns allen ein wichtiges Anliegen, beide Gruppen zusammenzubringen“, sagt auch Christoph Morgen.

2016 gründeten engagierte Ehren- und Hauptamtliche die Geflüchteteninitiative, blickt Morgen zurück. Viele der rund 30 Aktiven übernahmen die Patenschaft für Geflüchtete und halfen ihnen beim Ankommen und bei Behördengängen. „Viele der Kontakte bestehen bis heute fort“, sagt Morgen. Im gleichen Jahr wurde der „Offene Begegnungstreff“ aus der Taufe gehoben. Neben Picknicks unternahm der Kreis Fahrten ins Theater oder wanderte auf die Bergehalde Duhamel. Zum Helferkreis gehören auch Waltraud und Alois Schädler aus Püttlingen, die zwei Familien aus Syrien betreut. Seit 2015 engagieren sie sich für Geflüchtete, zunächst in der saarländischen Landesaufnahmestelle in Lebach, dann in der Pfarreiengemeinschaft. Gerade die erste Zeit mit der Bürokratie sei sehr fordernd gewesen, sagt das Paar. „Ich bin gerührt, dass eine Familie aus Dankbarkeit ihre Tochter Selma Waltraud genannt hat“, freut sich Waltraud Schädler.

Asma und Michel Tokatli haben an vielen Veranstaltungen des „Offenen Begegnungstreffs“ teilgenommen. Inzwischen sind sie im Saarland angekommen. Sie macht eine Ausbildung zur Altenpflegerin, er arbeitet als Lagerlogistiker. „Die Sprache ist das Wichtigste, ohne sie geht es nicht“, lautet ihr Rat an die Neuankömmlinge.

(uk)

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