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Bistum Trier
Mittwoch, 20. November 2019

Zorn und Zärtlichkeit

100 Jahre Caritasverband Neuwied

Neuwied – Ein offenes Ohr für Menschen in Not hat der Caritasverband Neuwied seit 100 Jahren. Mit diesem Jubiläum gingen einige Veranstaltungen einher. Den Abschluss bildeten ein Pontifikalamt mit dem Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und der Elisabeth-Tag mit einem Begegnungsfest.

Es gehört zur Aufgabe der Caritas, „die in den Blick zu nehmen, die am Rande der Gesellschaft sind, und für diese Menschen einzustehen“, sagte Bischof Ackermann in der Kirche St. Matthias. Da könne man auch zornig werden, „denn das bedeutet: leidenschaftlich für Menschen einzutreten. Lassen Sie sich den Zorn nicht nehmen“, richtete er sein Wort an die haupt- und ehrenamtlich Engagierten. „Aber es braucht auch das Andere – die Zärtlichkeit, die Behutsamkeit im Umgang miteinander“. Die Caritas lege den Finger in die Wunden dieser Zeit. „Jesus hat auch kein Blatt vor den Mund genommen vor den Mächtigen, doch er hatte auch den Blick auf den konkreten Menschen“, verdeutliche Ackermann in seiner Predigt und dankte den Frauen und Männern, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen. „Diese erfahren durch Sie Gottes Freundlichkeit“. Die menschliche Zuwendung beschreibe auch die Bistumssynode unter dem Begriff „Diakonisch Kirche sein“.

Zum Gelingen des Begegnungsfestes hatte auch das Projekt „Sonnenland“ beigetragen. Es handelt sich um eine Arbeitsgelegenheitsmaßnahme des Jobcenters in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband. 80 Prozent der Teilnehmenden sind Geflüchtete, 20 Prozent deutsche Arbeitssuchende. Sie arbeiten gemeinsam drei Tage in der Woche bei der Tafel und haben daneben Praxisunterricht. „Sie funktionieren als Team unglaublich gut“, freute sich Sabine Schneider, und Mohammed Sido richtete aus: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projektes sagen ‚Danke Deutschland‘!“ Die Gruppe hatte für das Fest internationale Leckereien zubereitet.

Herausforderungen für die Caritas, aber auch für die Gesellschaft, sieht der Caritasdirektor Eberhard Köhler in der Digitalisierung und Wohnungsnot. „Doch am meisten Angst macht mir der Populismus in der Welt“, erklärte er am Rande des Begegnungsfestes. „Wir müssen uns als Verein stärken und auch junge Menschen begeistern“.

Mit einem Segensgebet stärkte Weihbischof Franz Josef Gebert in seiner Funktion als Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbands Trier die Gäste des Festes. „Die eigene Leistung und Anstrengung ist es nicht alleine, es braucht noch etwas anderes“, sagte er in Hinblick auf den Einfluss Gottes. „Einander zu helfen ist nie eine Einbahnstraße“, man bekomme auch viel zurück. Das können die vielen Ehrenamtlichen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas bestätigen.

Lilly Bittner ist Migrationsberaterin: „Man bekommt viel zurück, da weiß man, dass man richtig am Platz ist“. Susanne Wilmer arbeitet gerne in der Schuldner-Insolvenzberatung bei der Caritas: „Als christlicher Träger sehen wir den Menschen und seine Not“. Bernd Wagener, Vorsitzender des Caritasrates des Verbandes Rhein-Wied-Sieg, äußerte daraufhin seine Hochachtung vor den Mitarbeitenden. „Sie gehen wertschätzend mit den Hilfesuchenden um“.

Weitere Informationen zur Caritas Neuwied gibt es hier http://www.caritas-neuwied.de.

(jf)

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