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Bistum Trier
Mittwoch, 10. November 2021

Zuflucht und helfende Hand

HoT in Sinzig mit dem Deutschen Dialogpreis 2021 ausgezeichnet

Sinzig – Das Haus der offenen Tür (HoT) in Sinzig, eine offene Jugend-Einrichtung in Trägerschaft des Bistums Trier, ist mit dem ,,Deutschen Dialogpreis 2021“ in der Kategorie „Soziales Engagement“ ausgezeichnet worden Der Deutsche Dialogpreis wird vom Bund Deutscher Dialog Institutionen (BDDJ) verliehen und würdigt Personen und Institutionen, die zum friedlichen Zusammenleben in unserer Gesellschaft beitragen. „Das ist eine große Ehre für uns, und wir haben uns riesig gefreut“, betont Petra Klein. Sie ist die Leiterin des HoT in Sinzig. „Es ist aber vor allem auch eine Auszeichnung für unsere Jugendlichen und für das, was sie in den zurückliegenden Wochen und auch Monaten nach der Flutkatastrophe und mit Blick auf die Corona-Pandemie geleistet haben. Denn, obwohl das HoT selbst nicht direkt von der Flut betroffen war, änderte sich doch seine Arbeit innerhalb nur weniger Stunden.

„Noch an dem Morgen der Flut sind wir gemeinsam mit jugendlichen Helfern und Helferinnen in die Notunterkünfte und haben von da an die Kinderbetreuung übernommen – für sechs Wochen, sieben Tage die Woche. Und jeder Tag war eine neue Herausforderung.“ Das HoT selbst konnte dabei auf ein Netzwerk zurückgreifen, das es über die Jahre geknüpft hatte. „Wir haben etwa schon vorher mit den Kinder- und Jugendpsychologen und -psychologinnen des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) der Johanniter in Sinzig zusammen gearbeitet“, erklärt Klein.

Diese Zusammenarbeit zahlte sich jetzt aus, denn die Jugendlichen halfen nicht nur den Betroffenen der Flut, sondern waren auch selbst zum Teil Geschädigte. „Wir hier sind Pädagogen – wir sind keine Seelsorger und keine Psychologen“, betont Klein. Diese Expertise musste über das Netzwerk hinzukommen. Letztendlich gehe es dabei auch um den Schutz der Jugendlichen und den Schutz ihres Teams. „Noch immer sind wir im Hamsterrad.“ Eine Auszeit sei geplant und werde auch kommen, doch das, was sie und ihre Kolleginnen und Kollegen in den zurückliegenden Wochen zu leisten hatten, habe alle Beteiligten an die Belastungsgrenze geführt.

Umso mehr freue sie sich darüber, dass diese Arbeit mit einem Preis gewürdigt werde. Was so auch in der Begründung für die Preisvergabe hervorgehoben wird: Dialog sei stets der Versuch, Brücken der Verständigung aufzubauen. Neben den Stimmen der Vernunft, den Signalen der Mäßigung, der Bereitschaft zum Gespräch und dem offenen Ohr sei das HoT durch seinen tatkräftigen Einsatz in den Katastrophengebieten mit gutem Bespiel vorangegangen. Dank seines unermüdlichen Engagements konnte unzähligen Menschen in der Not Zuflucht und eine helfende Hand geboten werden, so die Begründung. Die durch das Organisieren und Koordinieren von jungen Menschen entstandene Gruppendynamik habe unglaubliches Potenzial und werde sicherlich feste Wurzeln für ein friedvolles Zusammenleben schlagen.

„Noch haben wir hier keine Normalität, und wir werden auch in den kommenden Wochen und Monaten keine Normalität haben“, resümiert Petra Klein. Die Angebote für die von der Flut betroffenen Kinder laufen weiter, zusätzlich zu dem ‚eigentlichen‘ Programm des HoT. Noch kommen die Schülerinnen und Schüler der örtlichen Realschule plus täglich zum Mittagessen vorbei – jetzt in einem winterfesten Zelt. Und noch kommen auch die Schülerinnen und Schüler der Grundschule für ihre AGs in das HoT. Petra Klein: „Wenn es hier in ein paar Jahren wieder eine Normalität geben wird, dann wird das eine andere Normalität sein.“

Der Deutschen Dialogpreis stand in diesem Jahr unter dem Motto „Dialog - notwendiger denn je“. Ausgezeichnet wurden Persönlichkeiten und Institutionen, die in besonderem Maße der Vielfalt der Gesellschaft gerecht werden und selbst in schwierigen Zeiten eine außerordentliche Dialog-Leistung vollbringen. Neben dem HoT in Sinzig erhalten den Preis die Migrations-Pädagogin Ursula Boos-Nünning, die ehemalige Abgeordnete des Europäischen Parlaments Rebecca Harms, die jüdisch-muslimische Begegnungsinitiative „meet2respect", das Frauennetzwerk „Merida" und die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main. Die Preisverleihung ist am 17. November in Frankfurt.

Weiter Informationen über das HoT gibt es im Internet: http://www.hot-sinzig.de
(tef)

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