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Bistum Trier
Mittwoch, 19. Mai 2021

„Zurück zum Klein-Klein von früher möchte keiner“

Diözesane und lokale Sondierer aus dem Raum Völklingen berichten von Fusionsplänen

Völklingen – „Mein Herz schlägt zwar für meine Kirchengemeinde, aber das wird auch keine Fusion zerstören“ – diese Aussage einer Ehrenamtlichen im Dekanat Völklingen, die sich in jedem Fall weiter kirchlich engagieren will, hat Monika Urbatsch beeindruckt. Mit Klaus Becker ist sie als diözesane Sondierungsbeauftragte im Raum Völklingen unterwegs. Gemeinsam mit der lokalen Steuerungsgruppe, der Vertreter der vier Pfarreiengemeinschaften und einer Pfarrei angehören, nimmt sie die Lage vor Ort in den Blick. „Es ist ein sehr nüchternes Umgehen mit der Situation, das sehr fair und konstruktiv die Realitäten im Blick hat“, schildert Klaus Becker seinen Eindruck nach rund zwei Monaten.

Bei der im März gestarteten Sondierungsphase geht es insbesondere darum, die Bedingungen für mögliche Fusionen von Pfarreien umfassend zu betrachten. Wie gestaltet sich die personelle Situation vor Ort? Können Ämter in ehrenamtlichen Räten noch gut besetzt werden? Wie ist der wirtschaftliche Rahmen, in dem sich eine Kirchengemeinde zukünftig bewegen kann – und wie ist die Bereitschaft zum Zusammenschluss mit anderen Kirchengemeinden? Diese und andere Fragen besprechen die diözesanen und lokalen Sondierer mit den Gremien vor Ort – aufgrund der Pandemie in Videokonferenzen. Diese sensiblen Gespräche digital zu führen, sei nicht immer leicht. „Die Bereitschaft zu Fusionen ist da“, berichtet Dekanatsreferent Christoph Morgen. Doch die Frage nach dem „wie“ sei vielerorts noch offen.

Die Situation in den Pfarreiengemeinschaften im Raum Völklingen ist sehr unterschiedlich. „Unsere Leute sind motiviert“, sagt der Völklinger Dechant Franz-Josef Werle, der auch Pastor der Pfarreiengemeinschaft Riegelsberg-Köllerbach ist. Doch er weiß aus eigener Erfahrung: „Fusionen brauchen Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen.“ Schon vor der Synode habe es konkrete Überlegungen über die Fusion der Riegelsberger Pfarreien St. Josef und St. Matthias gegeben, die durch den Anschluss Köllerbachs an die Pfarreiengemeinschaft unterbrochen worden seien. „Fusionen sind die einzige Möglichkeit, zukünftig sinnvoll zusammenzuarbeiten“, sagt Werle.

„Komplett zurück zum früheren Klein-Klein möchte keiner“, sagt auch der Vorsitzende des Pfarreienrats Direkt der Pfarreiengemeinschaft Püttlingen, Peter Speicher. Durch die Diskussionen über die zuvor angedachten „Pfarreien der Zukunft“ seien die Räte bereits auf das Thema Fusionen vorbereitet. Skepsis gebe es allerdings bei der Idee, in größeren Räumen als der Pfarreiengemeinschaft zu fusionieren. „Da diskutieren wir zurzeit die Vor- und Nachteile“, sagt Speicher. „Vor Ort gibt es viele Fragen: Haben wir dann noch Gottesdienste in unserer Pfarrkirche oder gehen wir in größeren Räumen unter? Unsere Aufgabe ist es, diese Ängste zu nehmen“, sagt Ursula Kern, Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft Heusweiler.

In der Pfarreiengemeinschaft Völklingen St. Eligius, die aus sieben noch unabhängigen Pfarreien besteht, sind die Diskussionen schon weiter fortgeschritten, berichtet Gemeindereferentin Andrea Schwindling. Die Anhörungen liefen, der Plan sei es, im nächsten Jahr zu fusionieren. „Ich erlebe hier, wie die Pfarreiengemeinschaft schon als Gemeinschaft zusammengewachsen ist. Ich halte es für einen spannenden Prozess auf Verwaltungsratsebene, diese Fusion zu einem guten Gelingen zu bringen“, sagt Gisela Rink, die im Verwaltungsrat von Völklingen-Fürstenhausen sitzt. „Jeder weiß, wie schwierig es ist, noch Gremien zu besetzen. Die Zahl derjenigen, die sich engagieren, wird zunehmend geringer werden. Damit müssen wir lernen umzugehen.“

Wie eine Fusion aussehen kann, zeigt die Pfarrei Heilig Kreuz im Warndt. „2014 begannen die Fusionsvorbereitungen, zwei Jahre später fusionierten die acht Pfarreien“, sagt Pastor Patrik Altmeyer. Seiner Kirchengemeinde ist es daher ein Anliegen, den neuen Pastoralen Raum Völklingen, der das Dekanat ablösen soll, weiterzuentwickeln.

Ein wichtiger Diskussionspunkt vor möglichen Fusionen sei das Finanzielle. „Ich merke, dass die Räte beruhigter sind, seit klar ist, dass die Gelder fixiert sind und in ihren Bereichen bleiben. Es kommt also nicht alles zusammen in einen großen Topf. Seitdem ist es nicht mehr das primäre Thema, das es wirklich einmal war“, sagt Dechant Werle. Diesen Eindruck bestätigt auch Ursula Kern: „Jetzt geht es mehr um die Identität der einzelnen Pfarrgemeinden, die nicht verlorengehen soll.“ Ein Ergebnis der Sondierung in den Räten sei gewesen, berichtet Monika Urbatsch, dass die Kirchengemeinden Mühe hätten, ihre Haushalte auszugleichen. Auf der Ebene der Verbandsvertretungen, wo die Schlüsselzuweisungen hingingen, sei dies einfacher.

Bis zum 30. Juni werden die Sondierungsteams in den Kirchengemeinden unterwegs sein, um Gespräche zu führen und zuzuhören. „Am Ende stehen keine Abstimmungen in den Gremien über Fusionen. Wir melden dem Bischof eine Ist-Stand-Erklärung, wie die Lage in den Pfarreien ausschaut“, betont Sondierer Klaus Becker. Die Ergebnisse der Sondierungsphase werden gesammelt und mit einer Empfehlung für das weitere Vorgehen dem Synodenbüro im Bischöflichen Generalvikariat übergeben. Dort wird ein Konzept erarbeitet, wie die jeweiligen Gemeinden sich auf einem guten Weg zusammenschließen können, wie viel Zeit und wie viel Unterstützung sie dafür benötigen. Die Steuerungsgruppen begleiten die Pfarreien dann auf ihrem weiteren Weg und sind ab Sommer für den Entwicklungsprozess hin zu Fusionen verantwortlich.

Weitere Informationen gibt es auf https://www.bistum-trier.de/heraus-gerufen/sondierungsphase-pfarreifusion/ oder im Synodenbüro unter Tel.: 0651-7105-623

(uk)

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