Orgelweihe in Nalbach:50 Jahre alt und wie neu: Nalbachs Orgel erstrahlt in neuem Glanz

Nalbach – Im Rahmen eines Abendlobs hat die Pfarrei Heilig Geist Nalbach am Sonntag die Orgel in der Kirche St. Peter und Paul nach einer Komplettsanierung geweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Instrument war 1974 durch die Orgelbaufirma Hugo Mayer aus Heusweiler unter Verwendung des historischen Gehäuses der Breidenfeld-Orgel von 1860 neu erbaut worden. Nach über 50 Jahren war nun eine dringende Renovierung erforderlich. Mit der rund 50.000 Euro teuren Komplettsanierung wurde die Orgel-Manufaktur „Voix Céleste“ (Französisch für „himmlische Stimme“) unter der Leitung von Patrick Akroud beauftragt. „Die Sanierungskosten haben ausschließlich Nalbacher Bürger mit ihren Spenden innerhalb von nur sechs Monaten aufgebracht“, berichtete Jörg Sonnet, Vorsitzender des Verwaltungsrates und Mitglied des Leitungsteams des Pastoralen Raums Dillingen.
„Die Orgel ist ein Sakralgegenstand, der wie der Altar fest zu einer Kirche dazugehört“, betonte Dekan Olaf Harig in seiner Begrüßung. „Die Orgel ist ohne Zweifel das größte, das kühnste und das herrlichste aller von menschlichem Geist erschaffenen Instrumente“, zitierte Harig den Schriftsteller Honoré de Balzac. Nicht umsonst gelte sie als „Königin der Instrumente“. Sie komme nicht nur bei besonderen Anlässen wie Festmessen, Hochzeiten und Konzerten zum Einsatz, sondern begleite auch den Gesang der Gemeinde in den normalen Gottesdiensten. Harig dankte allen Geldgebern und Helfern für die Unterstützung.
Anschließend stellte Orgelbauer Patrick Akroud das sanierte Instrument vor. „Wir sind eine ganz kleine Firma, die sich auf Orgelrestaurierungen spezialisiert hat, haben aber auch weltweit schon 16 Instrumente, unter anderem in Südostasien und Russland gebaut, nur nicht in Amerika, dafür aber jetzt in Nalbach“, stellte er sein Unternehmen mit einem Augenzwinkern vor. Im Vordergrund der Arbeiten habe gestanden, die historische Substanz der Orgel zu erhalten und gleichzeitig die Anforderungen an ein modernes Klangbild zu erfüllen. Die Sanierung sei deshalb besonders aufwendig gewesen, weil eine massive Betonwand abgebrochen werden musste und die Orgel um rund 60 Zentimeter nach vorne gerückt worden sei. Neben der Reinigung und Sanierung im Detail sei auch die Vergoldung aufpoliert und die nicht mehr zeitgemäße Spieltisch-Technik erneuert worden.
Im Einzelnen wurden folgende Arbeiten vorgenommen: Das komplette Pfeifenwerk wurde ausgebaut, die Innenpfeifen aus Metall mit fettlösender Seifenlauge schonend gereinigt, die Holzpfeifen feucht abgewaschen. Die Patina der Metallpfeifen blieb dabei erhalten, so dass ihre Substanz und ihr Klangbild erhalten geblieben sind. Beschädigte Pfeifen wurden in ihren ursprünglichen Zustand versetzt, um die Original-Klangfarbe zu erhalten. Das unbrauchbar gewordene Register „Sacional 4‘“ wurde durch ein neues, „Traverse Flöte 4‘“ ersetzt, was der Orgel einen ganz neuen Glanz gibt. Die Orgel wurde Ton für Ton dem Kirchenraum angepasst. Dabei wurde großer Wert auf die Stärke der Orgel, ihre Präzision und ihre Klangfarbe gelegt. Abschließend wurde das gesamte Orgelwerk einer Generalstimmung unterzogen.
1860 Pfeifen, 23 Register, zwei Manuale
Akroud stellte die einzelnen Register des Instrumentes vor, die Regionalkantor Armin Lamar anschließend zu Gehör brachte. „Ich bin sehr froh, dass wir mit Armin Lamar einen renommierten Organisten gewinnen konnten, der in der Region, auch in Frankreich, sehr gefragt ist“, lobte Akroud. Parallel dazu wurden auf einer Leinwand für die Besucher Bilder von der Sanierung gezeigt, die die aufwendigen Arbeitsschritte erahnen ließen. Nach der Komplettsanierung könne sich die Nalbacher Orgel sehen lassen und bietet gute Voraussetzungen auch für Konzerte. Die Orgel in Zahlen: Sie verfügt über zwei Manuale, ein Pedal mit 30 Tasten, 23 Register und 1860 Pfeifen in einer Größe zwischen 2,6 Metern und sechs Millimetern.
Regionalkantor Armin Lamar demonstrierte die einzelnen Register und präsentierte unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Kirchenchor Nalbach/Bilsdorf gestaltete das Programm mit. „Ich hoffe, die Orgel weckt in uns allen die Freude, dass wir Kinder Gottes sind“, wünschte sich Dechant Harig in seinem Schlusswort, bevor er die Besucher zu einem Umtrunk und einem Imbiss einlud.