Die Pfarrei Kyllburger Waldeifel St. Anna feiert Jubiläum der Stiftskirche mit Pontifikalamt:750 Jahre Glaubensgeschichte auf dem Stiftsberg in Kyllburg

Kyllburg – Vor 750 Jahren wurde mit dem Bau des Gotteshauses für das ehemalige Kollegiatstift St. Maria begonnen. Das Jubiläum hat die Pfarrei Kyllburger Waldeifel St. Anna am 10. Mai mit festlichem Gottesdienst und Rahmenprogramm gefeiert. Das Pontifikalamt mit Bischof Dr. Stephan Ackermann stand im Zeichen eigens komponierter geistlicher Musik und einem Hirtenstab aus dem 13. Jahrhundert.
„Ich habe mich wirklich auf diese Jubiläumsfeier hier in der Stiftskirche gefreut, denn dieser Ort ist ja wahrhaftig etwas Besonderes“, sagte der Bischof zu Beginn seiner Predigt. Schon die Lage auf einer Anhöhe über dem Kylltal und die einmalige Verbindung von Architektur und Landschaft prägten den Ort mit seiner langen geistlichen Tradition. Hinzu kämen viele schöne, persönliche Erinnerungen an den Stiftsberg. Zum Blick in die reiche Vergangenheit und zur Festtagsfreude geselle sich aber schnell auch ein banger Blick auf die Zukunft der Kirche mit ihren vielen offenen Fragen. Zwischen Vergangenheit und Zukunft gerate aber die Gegenwart, das „Hier und Heute“, schnell außer Acht, bedauerte Ackermann.
Bischofsstab als Symbol für die Kirche als wanderndes Volk

„Schon die erste Generation der Kirche kannte den Blick auf eine gute, intensive Vergangenheit und den bangenden Blick nach vorne“, sagte er mit Bezug auf das Johannes-Evangelium am sechsten Sonntag der Osterzeit. In den sogenannten Abschiedsreden „lenkt Jesus den Blick der Jünger auf den Heiligen Geist – auf die Gabe, die immer bei ihnen bleiben wird, im jeweiligen Heute der Kirche. Denn sie ist die Gabe, die nicht veraltet“, sagte der Bischof. „Wenn es darum geht, dass wir uns weder in der Vergangenheit verlieren noch in der Zukunft, sondern im Heute Gottes leben, dann geht es darum, Ausschau zu halten danach, wo der Geist hier und heute wirkt: Wo gibt er Bereitschaft zum friedlichen Miteinander, zu Versöhnung, zu Gemeinschaft und Kreativität für neue Wege?“, fragte er. Als Symbol für die Kirche als wanderndes Volk Gottes verwies Ackermann auf den mitgebrachten Bischofsstab einer seiner Vorgänger, Heinrich II. von Finstingen, der im Jahr 1276 die Gründung der Stiftskirche veranlasst hatte. „Der Hirtenstab erinnert daran, dass der Gute Hirte Jesus Christus in der Kraft seines Geistes mit uns geht – im Hier und Heute“. Der Bischof dankte allen, die sich einsetzten „für den Erhalt dieses Ortes und die Lebendigkeit des Stiftsberges“.
Eigens für Jubiläumstag komponiert: „Missa Fidelis“

Der Musiker Klaus Künne hatte für den Jubiläumstag ein Messordinarium („Missa Fidelis“) für vierstimmigen Chor, Streicher und Orgel komponiert, das der Kirchenchor Cäcilia Kyllburg unter der Leitung von Tobias Meyer und das Streichensemble der luxemburgischen Philharmonie uraufführten. An den Orgeln spielten Wolfgang Valerius und Joachim Oehm. Für die Verbandsgemeinde Bitburger Land sprach Bürgermeisterin Janine Fischer ein Grußwort, bevor Pfarrer i. R. Klaus Bender das Rahmenprogramm vorstellte. Dazu gehörten Kirchenführungen („Wort und Musik“) am Nachmittag, kulinarische Angebote – darunter ein Jubiläumsbier der belgischen Klosterbrauerei Val Dieu – sowie eine Ausstellung zur Geschichte des Stiftsbergs im Kreuzgang. Die ab Ende des 13. Jahrhunderts in mehreren Abschnitten errichtete gotische Hallenkirche mit Kreuzgang, reicher Ausstattung und Renaissance-Chorfenstern gründet in einer Stiftung. Das ehemalige Kanonikerstift St. Marien bestand aus einer Gemeinschaft von zumeist zwölf weltlichen Priestern, die einzeln in umliegenden Stiftshäusern lebten. In einem der erhaltenen Gebäude befindet sich heute das Bildungs- und Freizeithaus „Stiftsberg“.