25 Interessierte trafen sich zu Diözesankonferenz „Weltkirche und Globales Handeln“:„Auch in Kirche und bei Hilfswerken bewusster kommunizieren“

Wittlich – Zum zweiten Mal haben sich in Wittlich rund 25 engagierte Personen aus den Bereichen Jugendarbeit und Weltkirche zu Austausch und Vernetzung bei der Diözesankonferenz „Weltkirche und Globales Handeln“ getroffen. Am 21. November ging es im Pfarr- und Jugendheim St. Bernhard in Wittlich für die Teilnehmenden in einem Workshop um „Kulturbewusste Kommunikation“, anschließend stellten das Hilfswerk missio und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ ihre Jahreskampagnen vor. Am Ende bot ein „Markt der Möglichkeiten“ Informationen für weitergehendes Engagement und Gespräche in kleineren Gruppen.
Organisatorin Evelyn Zimmer vom Team Jugendpastoral im Bischöflichen Generalvikariat blickt zufrieden auf die Veranstaltung. In diesem Jahr seien die Teilnehmenden aus Bereichen wie der Erwachsenenbildung, von Verbänden und aus der Seelsorge in den Gemeinden „jünger und weiblicher“ gewesen. Ziel sei, eine Plattform zu bieten, die zum Vernetzen anregt und zeigt, was im Bistum bereits an Projekten und Initiativen stattfindet. „Wir möchten den Leuten zeigen, dass sie nicht allein aktiv sind und wo sie konkrete Informationen und Hilfe für Projekte bekommen.“

Der Schwerpunkt der Konferenz lag auf dem Workshop „Kulturbewusst Kommunizieren“ mit Maximilian Engl vom Institut für Kulturbewusste Kommunikation (KUBEKOM). Bei dieser Art von Kommunikation geht es nicht um sprachliche Vorschriften oder Belehrungen, sondern um Impulse zu einem bewussten und sensiblen Umgang mit Sprache. „Es gibt kein Redeverbot und es gibt keine Verpflichtung zu politisch korrekter Sprache – zum Glück!“, so Engl. „Interessant ist aber schon, woher die Empörung kommt, und dass allein der Gedanke, jemand könnte Einfluss darauf nehmen wollen, wie und was gesprochen wird, so starke Reaktionen hervorruft“. Mit Redefreiheit argumentierten oft gerade jene Gruppierungen, die die Freiheit für andere Teile der Bevölkerung auf Grund von unterschiedlichen Aspekten offen ablehnten und am liebsten des Landes verweisen würden. Viele zur Debatte stehende Bezeichnungen stammten noch aus der Kolonialzeit, die auf Fehlinterpretationen und Irrtümer zurückgingen: Etwa, dass die Ureinwohner Amerikas 500 Jahre lang falsch bezeichnet wurden, nur weil Christoph Kolumbus fälschlicherweise glaubte, in Indien gelandet zu sein. In manchen Fällen stellten Bezeichnungen zudem das volle Mensch-Sein von Personen in Frage.
Die Teilnehmenden der Konferenz betrachteten dabei nicht nur das Machtgefälle zwischen globalem Norden und Süden, sondern thematisierten auch die Rolle der Kirche und ihrer Hilfswerke sowie kirchliche Hierarchien, etwa zwischen Priestern und Laien. Auch Evelyn Zimmer nimmt einiges aus dem Workshop mit: „Auch, wie wir in der Bolivienpartnerschaft miteinander umgehen ist ein Beispiel. Da sind wir manchmal ungeduldig, wenn wir Wünsche äußern und die sofort erfüllt sehen wollen. Durch unsere langjährige Erfahrung haben wir da schon einiges an Reflexion erreicht und die Partner sind uns gegenüber sehr offen. Es sind einfach Lernprozesse.” Eigentlich gehe es bei der kulturbewussten Kommunikation darum, durch Übungen das Denken, verhalten und Fühlen anderen Menschen bewusst zu machen, um dann die eigene Sprache an Situationen anzupassen, so Engl. „Im Ergebnis wächst die Freiheit der Rede.“
Informationen für Interessierte gibt es unter: www.bistum-trier.de/weltkirche und www.jugend-bistum-trier.de/handlungsfelder/globales-handeln.