Ausstellung in Püttlingen:Carlo Acutis und die eucharistischen Wunder der Welt

Püttlingen – „Die Eucharistie ist meine Autobahn in den Himmel.“ Dieser Satz des Heiligen Carlo Acutis empfängt Besucherinnen und Besucher gleich am Eingang der Ausstellung im Kloster Heilig Kreuz in Püttlingen. Der junge Italiener, der 2006 im Alter von 15 Jahren starb und 2025 von Papst Leo XIV. heiliggesprochen wurde, nutzte sein Talent für Computer und Internet, um Berichte über insgesamt 146 eucharistische Wunder aus aller Welt zu sammeln. Der Verein Osse Schalom e.V. aus Kempten hat daraus die Ausstellung „Die eucharistischen Wunder der Welt“ kuratiert, die noch bis zum 11. Oktober in Püttlingen zu sehen ist.
Nach katholischer Lehre verwandeln sich Brot und Wein in jeder Messe in Leib und Blut Christi. Bei einem eucharistischen Wunder soll Gott diesen sonst unsichtbaren Vorgang für Menschen sichtbar machen. Meist wird von roten Flecken, fließendem Blut oder Gewebe auf der Hostie berichtet. Auf großen Roll-Ups im Kirchenraum werden 24 der eucharistischen Wunder aus allen Teilen der Welt in Bild und Text präsentiert, die Acutis auf seiner Internetseite zusammengetragen hat.
"In der Eucharistie schlägt das Herz Jesu"

„Jedes eucharistisches Wunder hat seinen spezifischen Charakter. Die meisten sind nicht sehr bekannt“, sagt Pfarrer Lars Meiser, der mit einem Team bestehend aus Pfarrer Hans-Georg Müller, Gemeindereferentin Andrea Schwindling, Benedikt Achtermann vom Leitungsteam des Pastoralen Raums Saarlouis und Ehrenamtlichen die Ausstellung ins Saarland geholt hat. Eines der bekanntesten eucharistischen Wunder, das auch in der Ausstellung gezeigt wird, sei das von 1264 in Bolsena: Während einer Messe in der Basilika von Bolsena, die ein Priester aus Prag auf seiner Italienreise feierte, begann die Hostie während der Wandlung zu bluten. „Das Wunder war der Auslöser dafür, dass Papst Urban IV. das Fronleichnamsfest einführte, das wir bis heute feiern“, erklärt Meiser. Während sich in Deutschland nur wenige Menschen mit eucharistischen Wundern beschäftigten, sehe das in anderen Ländern, gerade in Lateinamerika, ganz anders aus. Dort sei auch die Verehrung des Heiligen Carlo Acutis stärker verbreitet. Die meisten eucharistischen Wunder seien vor ihrer Anerkennung intensiv geprüft worden. „Gott zeigt sich in vielen eucharistischen Wundern gerade dort, wo Zweifel vorhanden sind“, sagt Meiser, „wenn ein Priester selbst an der Wandlung zweifelt, die äußerlich nicht sichtbar ist, will Gott durch diese Zeichen ihm und der Gemeinde verdeutlichen: In der Eucharistie schlägt das Herz Jesu. Damals wie heute sind die eucharistischen Wunder Zeichen: Gott ist wirklich da.“
Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Wer die Ausstellung besucht, begegnet Carlo Acutis nicht nur auf den Informationstafeln. Im Eingangsbereich der Kirche erzählt ein kurzer Film von seinem Leben; zudem werden Bücher über den Heiligen angeboten. Besucherinnen und Besucher können außerdem notieren, was die Eucharistie für ihren eigenen Glauben bedeutet. Ihre Gedanken legen sie auf eine Autobahn-Installation im Kirchenraum, die auf Acutis' Ausspruch von der Eucharistie als „Autobahn in den Himmel“ Bezug nimmt. Für Kinder und Familien wurde zudem der mithilfe Künstlicher Intelligenz gestaltete Comic „Carlo Acutis in Püttlingen“ ausgelegt.
Im Rahmen der Ausstellung finden mehrere geistliche Veranstaltungen statt. Am Freitag, 25. September, schließt sich der Heiligen Messe um 18 Uhr eine Eucharistische Nacht bis 21.30 Uhr an, mit Aussetzung des Allerheiligsten, Beichtgelegenheit, Vigilfeier und Komplet. Am Samstag, 26. September, um 9.30 Uhr lädt das Kloster zu einem Einkehrtag unter dem Titel „Die Eucharistie im Leben der Heiligen“ ein. Referent ist der Trierer Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Marco Benini. Einen Tag später, am Sonntag, 27. September, um 18 Uhr, wird eine Heilige Messe mit Monatspredigt zu einem Wort des heiligen Carlo Acutis gefeiert. Vom 3. bis 11. Oktober wird täglich um 17.45 Uhr eine Novene zum heiligen Carlo Acutis gebetet. Den Abschluss bildet am Samstag, 17. Oktober, ab 17 Uhr ein „Praisestival“; um 21 Uhr wird eine Heilige Messe gefeiert. Zudem sind während der gesamten Ausstellungsdauer Gruppenführungen nach vorheriger Anmeldung möglich. Besucherinnen und Besucher können die Ausstellung in der Klosterkirche täglich von 8 bis 19 Uhr besichtigen.