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Katharina Wilwers wird zur Pastoralreferentin im Pastoralen Raum Daun beauftragt  :„Da zu sein für andere, ist für mich ein Geschenk“     

Katharina Wilwers wird am 29. August für den pastoralen Dienst beauftragt und verstärkt künftig das Seelsorge-Team im Pastoralen Raum Daun.
Foto von Katharina Wilwers, aufgenommen im Bischofsgarten
Datum:
21. Aug. 2026
Von:
Simone Bastreri

Daun – Von Jucken nach Tettscheid ist es geografisch kein weiter Weg. Für Katharina Wilwers liegen aber zwischen den beiden Eifelorten ein komplettes Theologiestudium, mehrere Praktika, ein Jahr in Berufseinstieg in Idar-Oberstein und drei Wochen in Bolivien. Auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Jucken aufgewachsen, ist die angehende naturnahe Pastoralreferentin für ihre berufliche Perspektive seit zwei Jahren zurück in der Eifel – und wird hier auch vorerst bleiben. Genauer: als festes Mitglied im Seelsorge-Team des Pastoralen Raums Daun. Am 29. August wird sie gemeinsam mit drei weiteren Frauen von Bischof Dr. Stephan Ackermann im Trierer Dom für den Dienst in der Pastoral beauftragt.   

„Der Glaube hat mich schon immer selbstverständlich begleitet – vorgelebt durch meine Eltern, die uns Kinder sonntags mit zum Gottesdienst nahmen,“ erinnert sich Wilwers. Ihre Kindheit verbringt sie auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Familie mitten in der Eifeler Naturidylle. Bis heute schlägt ihr Herz für Tiere – nicht nur für ihren Kater Bommel, sondern auch für die elterlichen Hoftiere, die sie auch heute noch gern besucht und versorgt. Wilwers engagierte sich in der Messdiener- und Jugendarbeit ihrer Gemeinde, später auch im Pfarrgemeinderat und sogar als Küsterin in der Filialkapelle im Dorf. „Ich war immer schon gern in der Natur und habe dort auch oft die Zeit genutzt, um über Gott und die Welt nachzudenken. Es gab für mich einige Momente in meinem Leben, wo ich die Nähe Gottes gespürt habe, von denen ich immer noch zehre. Da leite ich eine Gewissheit ab, dass Gott wirklich da ist und mich begleitet in meinem Leben.“ Für sie war und ist der Glaube Halt und Orientierung, gerade auch in schwierigen Situationen, etwa bei Streit oder Krankheiten.    

Menschen in existenziellen Situationen begleiten  

Mit dem Abitur des Biesdorfer Gymnasiums in der Tasche, stand Wilwers 2017 vor der Frage, welchen Weg sie beruflich einschlagen sollte. Während der Schulzeit hatte sie Praktika in der Grundschule, der Altenpflege, in Jugendeinrichtungen und bei einer Krankenhausseelsorgerin absolviert. „Mir ist damals schon klar gewesen, dass ich gerne einen Beruf ausüben möchte, bei dem ich Menschen in existenziellen Situationen begleiten und die christliche Botschaft der Nächstenliebe leben kann.“ Ihre Lehrer seien damals aus allen Wolken gefallen, als sie erfuhren, dass Wilwers ein Theologiestudium beginnen würde. „Die haben mich eher im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich verortet“, lacht sie. Der erste Umzug nach Trier stand an: Wilwers entschied sich dafür, das einjährige Sprachen- und Orientierungsjahr „Felixianum“ des Bistums Trier zu belegen, währenddessen die jungen Leute in einer christlichen Wohngemeinschaft mitten in der Trierer Innenstadt leben. 2019 fragte sie der damalige Regens, ob sie gerne Tutorin für die nachfolgenden Felixianer sein wolle. „Ich war Vertrauensperson und Ansprechpartnerin. Das war ein schöner Rahmen, für andere da zu sein, mich auszuprobieren und weiterzuentwickeln.“  

 Glaubenserfahrungen in Bolivien  

Nach dem Studium schaute Wilwers weit über den Tellerrand ihres eigenen Bistums hinaus und reiste für drei Wochen nach Bolivien, das südamerikanische Partnerland der Diözese Trier. „Das war eine prägende Erfahrung. In Bolivien gibt es diese gewisse Stimmung: Du weißt nie so ganz, was als nächstes kommt, wo genau du morgen sein wirst. Das Augenmerk liegt viel stärker auf dem Leben im Jetzt. Wir Deutschen leben oft zu viel in der Aussicht, auf das, was kommt, und schätzen zu wenig, was wir jetzt gerade haben, was Gott uns heute schenkt.“ In Bolivien blicke die Seelsorge auf die Lebensumstände der Menschen und was vor Ort gebraucht werde, „wirklich ganz lebenspraktisch und nah an den Menschen, so wie Jesus es uns vorgelebt hat”, berichtet Wilwers. „Der Glaube ist dort sehr lebendig und wird mit allen Sinnen erlebt – wenn beispielsweise gesegnet wird, kommt man ganz nass durch das viele Weihwasser aus der Kirche.“

Promovieren oder Berufspraxis? Beides!  

Nach ihrem Abschluss stand die junge Absolventin vor der Frage, ob sie promovieren und am Lehrstuhl Philosophie arbeiten oder den Pastoralkurs beim Bistum Trier belegen sollte: Wilwers entschied sich für beides. Nach einem Jahr als wissenschaftliche Mitarbeiterin trat sie 2023 das erste Jahr ihrer Pastoralassistenz im Pastoralen Raum Idar-Oberstein an, bevor es 2024 dann wieder zurück in Richtung Eifel ging. Nebenbei läuft die Promotion, bei der es um Fragen geht, wie Leben gelingen kann und was dem Leben Sinn gibt. In der Promotion forscht Wilwers darüber, in der Pastoral begleitet sie Menschen mit diesen Fragen. Im Pastoralen Raum Daun kümmert sie sich vor allem um die Kinder und Jugendpastoral, organisiert die Firmvorbereitung sowie Ferienfreizeiten und hat ein großes Team an ehrenamtlichen Betreuer*innen aufgebaut, die sie gerne unterstützt und begleitet. „Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sich Leute so engagieren. Da bringen alle eigene Stärken ein, ob das die junge Mutter ist oder der Jugendliche. Auch wenn es mal hakt oder Spannungen gibt: Alle wollen den Kindern eine schöne Zeit ermöglichen.“ Zudem bietet Wilwers jungen Menschen bereichernde Begegnungen und Glaubenserfahrungen beim internationalen Jugendtreffen in Taizé (Frankreich). Neben der Jugendarbeit ist ihr Steckenpferd ebenfalls die Trauerpastoral. „Da zu sein für die Menschen, denen es gerade nicht gut geht, ist Kern der christlichen Botschaft.“. Deshalb wolle sie dieses Feld weiter aufbauen. Ihr Kollege und sie bieten etwa Trauerspaziergänge an, bei denen man anderen begegnet, die ähnliches erfahren haben, im Gehen miteinander redet, schweigt, lacht und auch mal weint. „Menschen in allen Lebenssituationen zu begleiten, ist für mich ein Geschenk.“   

Ihr letzter Umzug ins Vulkaneifelörtchen Tettscheid, wo sie inzwischen in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten ist, wird auf längere Zeit ihr letzter gewesen sein, so ihre Hoffnung. „Ich werde jetzt fest im Pastoralen Raum Daun bleiben und bin sehr froh darüber. Wir haben ein junges Team mit vielen engagierten Leuten,“ freut sie sich.   

Am Samstag, 29. August um 9 Uhr wird Katharina Wilwers im Trierer Dom mit drei weiteren Frauen zur Seelsorgerin beauftragt. Alle Interessierten sind herzlich zum Gottesdienst eingeladen.