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Stabwechsel in der Lebensberatung St. Wendel:„Die Beratung hat mich geprägt und erfüllt“ 

Die langjährige Leiterin der Lebensberatung in St. Wendel, Theresia Wagner, ist in den Ruhestand gewechselt. Ihr Nachfolger ist Andreas Reichert.
Angela Dieterich (links) und Dr. Andreas Zimmer (rechts), Abteilungsleiter für Beratung und Prävention im Bischöflichen Generalvikariat, verabschiedeten Theresia Wagner (2 vl) als Leiterin der Lebensberatung St. Wendel und begrüßten ihren Nachfolger Andreas Reichert ( 2vr),
Datum:
18. Nov. 2025
Von:
Ute Kirch
Dr. Andreas Zimmer (rechts), Abteilungsleiter für Beratung und Prävention im Bischöflichen Generalvikariat, verabschiedete Theresia Wagner in den Ruhestand und dankte für ihr großes Engagement.

St. Wendel – Bei der Lebensberatung des Bistums Trier in St. Wendel geht eine Ära zu Ende: Nach 31 Jahren – davon 16 als Leiterin – ist Theresia Wagner am Freitag, 14. November, in den Ruhestand verabschiedet worden. „Ich danke Ihnen im Namen des Bistums für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wertschätzenden Gespräche und Ihr immer offenes Wort“, sagte der Leiter der Abteilung Lebensberatungsstellen und Telefonseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat, Dr. Andreas Zimmer, der die 65-Jährige gemeinsam mit Angela Dieterich, Leiterin der Abteilung und des Teams Fachstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt, verabschiedete.  

 „Der Abschied fällt mir nicht leicht“, bekannte Theresia Wagner. Voller „Neugier und Tatendrang“ habe sie im Mai 1994 die Stelle angetreten, gut gerüstet durch ihre vorherige Tätigkeit beim Caritasverband Idar-Oberstein. Während sie bei der Caritas-Fachberatung ein Gefälle zwischen Ratsuchendem und Ratgeber empfunden habe, habe sie bei der Lebensberatung geschätzt, dass die Ratsuchenden auf Augenhöhe kommen. „Es sind Menschen wie Sie und ich in konkreten, schwierigen Lebenssituationen.“ Mit der Zeit hätten sich die Welt und mit ihr die Familienbilder verändert, ebenso die fachlichen Ansätze für die Beratung. „Hier sind wir gefragt, uns immer wieder anzupassen.“ Es sei ihre tiefe Überzeugung, dass Beratung wirke: Durch zuhören, begleiten und aushalten. „Die Beratung hat mich geprägt und erfüllt. Jedes Gespräch war ein Ausdruck von Vertrauen, das mir Menschen entgegengebracht haben“, so die Diplom-Sozialarbeiterin. Dankbar sei sie für die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern, mit denen man gemeinsam nach den bestmöglichen Lösungen für die Ratsuchenden suche. „Ich nehme unendlich viele Lebensgeschichten mit. Ich bin dankbar, Teil von etwas Sinnstiftendem gewesen zu sein. Ich fühle ich bereichert und ich weiß, dass die Arbeit in guten Händen, frischen Ideen und einem neuen Blick weitergeht. Dafür wünsche ich Mut, Geduld und Freude an der bereichernden Arbeit.“  

"Sie waren das prägende Gesicht der Lebensberatung"

Landrat Udo Recktenwald dankte Theresia Wagner für ihre Arbeit. Sie sei auch für ihn eine wichtige Ansprechpartnerin gewesen.

Ihr Nachfolger als Leiter der Lebensberatung in St. Wendel wird Andreas Reichert. Der 50 Jahre alte Diplom-Heilpädagoge aus Illingen ist seit über 20 Jahren in der Jugendhilfe tätig, wo er junge Menschen und Familien in Krisen begleitete. 2024 begann er bei der Lebensberatung in Neunkirchen und war seit diesem Jahr auch mit einem Stundenkontingent in St. Wendel beschäftigt. Bei der Lebensberatung beeindrucke ihn die Qualität der Beratung und das starke Engagement der Teams. „Wir leben in einer Zeit, die viele Veränderungen bereithält, dazu kommen globale Krisen und wirtschaftliche Unsicherheit. Auch die Lebensberatung muss sich verändern, neue Wege gehen und dabei Bewährtes erhalten. Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe“, sagte Reichert. 

Stellvertretend für das Kollegium der Lebensberatungsstellen würdigte der Leiter der Lebensberatungsstelle in Lebach, Alexander Penth, Wagners Verdienste: „Durch ihre offene, wertschätzende Art, ihr Gegenüber auf Augenhöhe zu behandeln, schaffte sie eine Stimmung, in der man sich als Kollege und Freund wohlfühlen konnte. Sie ist für uns eine Orientierungsfigur, die uns inspiriert hat. Sie machte nicht einfach ihren Job, sie lebte und liebte ihn – mit Engagement und Leidenschaft!“ In einer Zeit, in der viele sich fragten, ob ihre Arbeit durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden könne, müsse sich die Lebensberatung keine Sorgen machen. „Echte Menschen zeigen Empathie, verstehen Zwischentöne und Körpersignale. Sie reagieren auf Tränen und Schweigen, sie berücksichtigen intuitiv kulturelle Kontexte.“ Als herausragende Leistung würdigte Penth das von Wagner mitentwickelte Elterntraining „Liebevoll und Kompetent“ und das dazugehörige Buch. Dieses sei bis heute wegweisender Bestandteil der Lebensberatung im Bistum Trier. Ebenfalls hervorzuheben sei ihr Einsatz im Bereich der Prävention durch unzählige Schulungen. Als Vorstandsvorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Erziehungsberatung habe sie die wissenschaftliche Jahrestagung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE) in Coronazeiten maßgeblich organisiert. Als langjähriges Mitglied der Mitarbeitendenvertretung (MAV) setzte sie sich für gute Arbeitsbedingungen ein. „Du hast das Bild der Lebensberatung im Bistum maßgeblich nach innen und nach außen mitgeprägt“, schloss Penth.  

Zur Feier ins Annaheim in St. Wendel waren auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Kooperationspartner gekommen, darunter die Christliche Hospizhilfe, die Katholische KiTa gGmbH, die Fachstelle Jugend im Visitationsbezirk Saarbrücken, die Katholische Erwachsenenbildung (KEB), das Kreisjugendamt und der Landkreis. „Sie waren das prägende Gesicht unserer Lebensberatungsstelle. Sie waren für uns und auch für mich persönlich in den 31 Jahren eine wichtige Ansprechpartnerin“, sagte der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald. „Sie verstanden Lebensberatung als lebensbejahend, zugewandt, freundlich, kompetent, getragen von christlichen Werten und Menschenwürde.“ Der Landkreis St. Wendel sei angewiesen auf Partner wie die Lebensberatung: „Sie ist für uns unverzichtbar!“. 

Der Feier vorausgegangen war ein Wortgottesdienst in der benachbarten Kirche St. Anna, den Pastoralreferentin Dr. Carola Fleck unter dem Leitwort des Mystikers Heinrich Seuse (14. Jahrhundert) gestaltete: „Empfange jeden freundlich, rede kurz mit ihm, entlasse ihn getröstet und hänge dein Herz nicht an ihn.“ „Dieser Satz passt auch gut zu Dir, Theresia, für deine Art, wie Du Menschen auf Augenhöhe begegnest, deine hohe Kompetenz – freundlich, aufmerksam und tröstend – und dein großes Herz auch für die Sorgen der pastoralen Mitarbeitenden.“ 

 Info: Die Beratungsstelle St. Wendel hat ihren Sitz in der Werschweilerstr.23, 66606 St. Wendel und ist erreichbar unter Tel. 06851-4927 und per E-Mail unter sekretariat.lb.st.wendel(at)bistum-trier.de. Für Hilfe suchende Menschen ist die Beratung kostenfrei.  

 

https://www.st-wendel.lebensberatung.info/