Im Bistum Trier entsteht eine Fachstelle für Gebärdensprachliche Seelsorge und Beratung:Die Zukunft im Blick

Koblenz/Saarbrücken/Trier – Gottesdienste, Treffen, Veranstaltungen Seelsorge sowie Beratung, dieselben Ansprechpersonen und die altbekannte Anlaufstelle in Trier – die neue Fachstelle für Gebärdensprachliche Seelsorge und Beratung übernimmt ab dem 1. Januar die Aufgaben der aufgelösten Katholischen Gehörlosengemeinde (KGG) im Bistum Trier. Angebote in den Regionen Saarbrücken und Koblenz bleiben ebenfalls erhalten.
„Die Struktur hat sich etwas geändert“, erklärt Daniel Beinhoff, der vier Jahre als sozialpastoraler Mitarbeiter in der KGG gearbeitet hat und zum Jahreswechsel Leiter der neuen Fachstelle für Gebärdensprachliche Seelsorge und Beratung im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) wird. Für die 516 Gläubigen, deren Wohnorte sich über das gesamte Bistum Trier erstrecken, ändere sich aber kaum etwas. „Die Seelsorge ist auch weiterhin gewährleistet, aber nicht mehr in Form einer eigenen Pfarrei“, erklärt Ulrich Stinner, Leiter der Abteilung Seelsorge und Lebenswelten im BGV. Die Frage, wie die Zukunft der sogenannten Personalpfarrei aussehe, sei durch den Tod des langjährigen Pfarrers und Mitbegründers der Pfarrei, Ralf Schmitz, im August 2024 konkret geworden. Seit Beginn 2025 hatte sich eine Projektgruppe, bestehend aus dem Trierer Generalvikar Ulrich von Plettenberg als Pfarrverwalter, Daniel Beinhoff als seelsorglicher Koordinator, Mitgliedern des Kirchengemeinderates, Nicole Maxmini vom Referat Inklusion im BGV sowie Kooperationspartner getroffen, um über die zukünftige Seelsorge für Gehörlose zu beraten. „Es war ein emotionales Jahr“, sagt Beinhoff rückblickend. Nach der Konsultation der Mitglieder des Kirchengemeinderates und Anhörung des Priesterrates findet die Auflösung nun zum Jahreswechsel statt. Stinner pflichtet Beinhoff bei: „Der Prozess und die Entscheidung sind uns nicht leichtgefallen. Die Gehörlosengemeinde war in ihrer Art einmalig in Deutschland“; die aber in dieser Form nicht weitergeführt werden konnte. Nun könnte das Bistum gehörlosen Menschen aber eine zukunftsorientierte Fachstelle mit bekannten Gesichtern an einem vertrauten Ort anbieten.
Das bisherige Büro in der Friedrich-Wilhelm-Straße 24 bleibt als Anlaufstelle erhalten. „Hier wird es auch weiterhin Räume der Begegnung geben und wir werden diese für andere inklusive Angebote öffnen“, erklärt Stinner. Der Dienstsitz von Daniel Beinhoff und der Verwaltungskraft Rebecca Mathes bleibt ebenfalls dort. Veranstaltungen und Gottesdienste finden nach wie vor an verschiedenen Orten im Bistum statt.
Mitbestimmung durch Ehrenamtsbeirat

Mit dem Ende der 25-jährigen Pfarrei wurde auch der Kirchengemeinderat als pfarrliches Gremium aufgelöst. Doch die Mitbestimmung von Ehrenamtlichen ist Beinhoff, der selbst gehörlos ist, sehr wichtig: „Daher werden wir einen Ehrenamtsbeirat gründen, der sich um die Jahresplanung kümmert, Kontakte zu Menschen vor Ort knüpft, Veranstaltungen plant und über das finanzielle Budget mitentscheidet.“ Auf diese Weise übernehmen Menschen weiterhin Verantwortung dafür, wie sie ihr Glaubensleben gestalten wollen, so Stinner. „Ich freue mich darauf, die Ideen aus dem Ehrenamtsbeirat zu hören und diese gemeinsam umzusetzen“, betont Beinhoff, der sich in Zukunft noch mehr mit anderen möglichen Kooperationspartnern vernetzen möchte.