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Theaterstück über Adolph Kolpings Wirken:Ein Leben für soziale Gerechtigkeit

Eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert auf den Lebensspuren des seligen Adolph Kolping bietet die Theatergruppe Lüfthildis Mysterienspiele e.V. am 14. März in der Kirche in Niederlosheim.
Eine große Gruppe von Menschen steht gemeinsam im Altarraum einer Kirche. Viele tragen historische oder festliche Kleidung, einige moderne Kleidung. Kinder und Erwachsene stehen gemischt in mehreren Reihen. Hinter ihnen sind hohe, bunt leuchtende Kirchenfenster und gotische Architektur zu erkennen.
Datum:
3. März 2026
Von:
Ute Kirch
Drei Personen in traditioneller Handwerkskleidung sitzen in der Kirche auf kleinen Holzbänken und arbeiten an Holzschuhen oder Werkzeugen. Sie tragen weiße Hemden, dunkle Hosen und Schürzen. Vor ihnen stehen Holzkisten mit Werkzeugen. Der Altarraum und die farbigen Fenster bilden den Hintergrund.

Losheim/Wadern – Eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert auf den Lebensspuren des seligen Adolph Kolping (1813-1865) erwartet alle Interessierten am Samstag, 14. März, um 18 Uhr in der Kirche St. Hubertus in Niederlosheim. Die Schauspielerinnen und Schauspieler der Gruppe Lüfthildis Mysterienspiele e.V. nehmen die Gäste mit in eine Zeit sozialer Umbrüche, geprägt von den Nachwehen der napoleonischen Zeit, dem Beginn der industriellen Revolution, durch ein Spannungsfeld aus Restauration und dem Kampf um nationale Einheit und Freiheit. „Adolph Kolping – Ein Leben für soziale Gerechtigkeit“ beleuchtet das Leben und Wirken des berühmten „Gesellenvaters“ vom Schustersohn aus Kerpen, der Priester und Sozialreformer wurde.

Im vergangenen Jahr feierte der Kolping-Verband, in dem die Kolpingfamilien organisiert sind, sein 175-jähriges Bestehen, und der Verband der Kolping-Häuser wurde vor 100 Jahren gegründet. Grund genug für den Mysterienspielverein aus Lüftelberg, einer 1.300-Seelen-Gemeinde, die zu Meckenheim bei Bonn gehört, den Sozialreformer, katholischen Publizisten und volksnahen Seelsorger zu würdigen. „In Meckenheim haben wir auch eine Kolpingfamilie, da lag es für uns nah, das Stück ,Adolph Kolping‘ von Kurt Faßbender in einer überarbeiteten und leicht gekürzten Fassung zu wählen“, erzählt Co-Regisseur Will-Josef Wild. Es ist für den Verein die zweite Inszenierung des Stoffs – wobei die erste Anfang der 1990er schon über 30 Jahre zurückliegt. „Es ist ein historisches Stück über die Biographie Adolph Kolpings, der Text nimmt jedoch Bezüge zum Heute. Denn die Idee von Kolping ist heute noch genauso aktuell wie damals“, sagt Wild.

Vom Schuster zum Priester und Sozialreformer

Eine Szene in einer Kirche: Zwei Personen sitzen auf einer Holzbank und wirken wie moderne Passanten oder Reisende mit Taschen und Rucksäcken. Eine weitere Person in langem schwarzem Gewand steht links neben ihnen. Der Hintergrund zeigt den Altarraum, Kirchenfenster und Steinboden.

37 Personen vor und hinter der Bühne im Alter von 5 bis 88 Jahren werden in der Niederlosheimer Kirche die wichtigsten Stationen aus dem Leben Adolph Kolpings mit eindrucksvollen historischen Bildern und lebendigen Dialogen inszenieren. Geboren als viertes Kind eines Schäfers in Kerpen wächst Kolping in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Nach zehn Berufsjahren als Schuster macht er Abitur, studiert Theologie und wird im April 1843 zum Priester geweiht. „Am Tag seiner Priesterweihe stirbt sein Vater“, berichtet Wild. Prägend sei auch seine Kaplanszeit in Wuppertal gewesen, wo er sich dem von Johann Gregor Breuer gegründeten Gesellenverein anschließt. In Köln gründet er 1849 den katholischen Gesellenverein und findet seine Lebensaufgabe: In seinen Gesellenvereinen möchte er jungen Menschen in bedrängter Situation Hilfestellung leisten. Hier erleben sie Gemeinschaft und Geborgenheit, allgemeine, berufsbezogene und religiöse Bildung, ergänzt durch geselliges Miteinander. Sozialer Wandel durch Veränderung des Menschen – so lässt sich Kolpings Anliegen zusammenfassend kennzeichnen. Bis zu seinem Tod am 4. Dezember 1865 entstehen mehr als 400 Gesellenvereine in ganz Europa. Damit ist Kolping ein Initiator der katholischen Sozialbewegung und Wegbereiter der katholischen Soziallehre. 1991 wurde Adolph Kolping durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Bedeutung von Kolpings Erbe heute

Eine Szene in einer Kirche: Drei Personen stehen vorne im Altarraum. Links eine Person in historischer Kleidung mit langem Rock, Kopftuch und Umhang; in der Mitte eine Person in moderner Alltagskleidung mit Jeans und T‑Shirt; rechts eine Person in einem langen schwarzen Gewand, ähnlich einer priesterlichen Robe. Hinter ihnen sind Kirchenbänke, ein Altar und farbige Kirchenfenster zu sehen.

Das Stück zeigt nicht nur Kolpings persönlichen Weg, sondern auch seine Vision von sozialer Gerechtigkeit und gelebtem Glauben. Es bettet politische Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts ein und schlägt gleichzeitig Brücken zur Gegenwart und fragt: Was bedeutet Kolpings Erbe heute? Die Szenen aus Kolpings Leben wechseln sich mit Musikstücken ab.

Für die Theatergruppe ist es bereits der zweite Auftritt im Saarland. Vor zwei Jahren führten sie in der Losheimer Kirche St. Peter und Paul das Stück „Das Wahre leuchtet durch die Zeit – Die Heilige Lüfthildis“ auf, ein Stück, das sich mit dem Leben der in Lüftelberg bestatteten Heiligen Lüfthildis beschäftigt. Tanja Buchheit-Thewes vom Leitungsteam des Pastoralen Raums Wadern nutzte im vergangenen Jahr die Gelegenheit, das Theaterstück über Adolph Kolping in Lüftelberg zu besuchen: „Es hat uns sehr berührt, wie feinfühlig und wertschätzend die ehrenamtlichen Schauspieler*innen sein Leben und seine Zeit dargestellt haben. Am Ende haben alle ein Kolpinglied "Wir sind Kolping" gesungen, das uns unter die Haut gegangen ist.“ Wer die Aufführung in Niederlosheim verpasst hat, hat während des Katholikentags in Würzburg (13. bis 17. Mai 2026) die Gelegenheit, das Stück zu sehen.

Auf einen Blick: „Adolph Kolping – Ein Leben für soziale Gerechtigkeit“ gespielt vom Verein Lüfthildis Mysterienspiele, am Samstag, 14. März, 18 Uhr, in der Kirche St. Hubertus, Niederlosheimer Straße 28, 66679 Losheim am See-Niederlosheim. Eintritt frei, Spenden willkommen.