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Weihbischof Peters segnet die neuen Räume der Prümer Tafel :„Ein Segen, dass es die Tafel gibt!“ 

Zahlreiche Gäste kamen, um an der Einsegnung der neuen Räumlichkeiten im Prümer Gerberweg 45 teilzunehmen.
Tafel Prüm
Datum:
14. Aug. 2026
Von:
Inge Hülpes

Prüm – Der große, helle Raum der Prümer Tafel mit Regalen voller Lebensmittel platzt am 13. August aus allen Nähten. Zahlreiche Gäste sind gekommen, um an der Einsegnung der neuen Räumlichkeiten im Gerberweg 45 mit Weihbischof Jörg Michael Peters teilzunehmen. „Ein Segen, dass es die Tafel gibt“, findet Peters. „Und doch macht es nachdenklich, dass es sie in einer der reichsten Marktwirtschaften überhaupt braucht.“ Selbst die symbolische Gebühr von drei Euro, die bei jeder Abgabe pro Haushalt zu entrichten ist, sei für viele schon eine Herausforderung, berichtet Andrea Ennen (Direktorin des Caritasverbandes Bitburg-Prüm e.V), die gemeinsam mit Joachim Bach (Fachbereichsleitung Migration und Integration) Dank an alle richtet, die sich für die Tafel einsetzen.  

Armut sei zuweilen nicht auf den ersten Blick ersichtlich und für viele Menschen schambehaftet, gibt Peters zu bedenken. Umso wichtiger sei es, dass es Angebote wie die Tafel gebe, wo Menschen schnell und unkompliziert Unterstützung fänden. „Möge Ihnen Dank für Ihren Einsatz begegnen“, wünscht Peters den Haupt- und Ehrenamtlichen, die den Laden unermüdlich am Laufen halten. Zudem lobt er die Einbindung sozialen Engagements für die Tafel in die Firmvorbereitung im Pastoralen Raum Prüm, der an diesem Tag durch Johannes Eiswirth (Mitglied im Leitungsteam) vertreten ist. Die Jugendlichen lernten dadurch, wie wichtig es sei, sich für Schwächere einzusetzen und Teilen als Glück wahrzunehmen, so der Weihbischof.   

Weihbischof Peters segnet die Räumlichkeiten der Prümer Tafel

„Hierher zu kommen, bedeutet für viele Menschen eine Überwindung. Manchmal dauert es eine Weile, bis sich jemand traut, uns anzusprechen“, berichtet Klaus Zeeh vom Prümer-Tafel-Leitungsteam der Ehrenamtlichen. Er erzählt von einem älteren Herrn, der wochenlang immer freitags entlang der Straße auf und ab spazierte. „Irgendwann hat er dann den Mut gefasst reinzukommen und sich zu informieren. Wenig später kam er wieder und sagte: ‚Wenn ich gewusst hätte, wie es hier bei euch ist, wäre ich schon vor einem Jahr gekommen‘.“ Der ältere Herr – einer von derzeit 670 Kunden – fühlte sich bei der Tafel Prüm willkommen. Das liegt wohl nicht nur an dem vielfältigen Angebot an Frischware und Konserven, sondern auch an der heiteren Stimmung, die laut Zeeh in der Prümer Tafel herrscht. 60 Frauen und Männer sind ehrenamtlich tätig, sortieren Ware, helfen bei der Ausgabe und fahren Touren, um Lebensmittel bei nahegelegenen Supermärkten, Bäckereien, Molkereien und anderen Lebensmittelproduzenten abzuholen. Einige von ihnen, so Zeeh, engagieren sich bereits seit vielen Jahren. Seine persönliche Motivation? „Ich habe Glück gehabt, hatte eine ordentliche Arbeit und bin gesund geblieben. Deshalb möchte ich etwas davon zurückgeben.“  

Lebensmittelverschwendung in Zahlen 

Weihbischof Peters und Klaus Zeeh vom Leitungsteam der Tafel Prüm

10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel landen bundesweit pro Jahr im Müll. Das geht aus einer Erhebung von 2022 hervor, die alle vier Jahre vom Umweltbundesamt getätigt wird. Trotz des Überflusses gibt es das Phänomen der „Ernährungsarmut“. In Deutschland zeigt sie sich häufig durch eine mangelnde Versorgung mit Nährstoffen bei gleichzeitiger Überversorgung mit Kalorien. Das bedeutet, dass es Menschen gibt, die übergewichtig sind und dennoch ein Nährstoffdefizit aufweisen, weil kaum Geld für (meist teure) gesunde Lebensmittel da ist. Das ist besonders kritisch für Kinder und Jugendliche, Schwangere und ältere Menschen.   

Information Prümer Tafel 

Träger der Prümer Tafel ist der Caritasverband Westeifel e.V. Sie finanziert sich durch Geld- und Sachspenden sowie durch Eigenmittel des Trägers. Ihre Türen öffneten sich erstmals Anfang 2008, damals noch in der Tiergartenstraße. Seitdem ist der Kundenstamm enorm gewachsen: Waren es anfangs 35 Familien, werden inzwischen 670 Personen mit Lebensmitteln versorgt. 60 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer leisten dort gemeinsam rund 10.000 Arbeitsstunden pro Jahr. Das Angebot der Tafel dürfen Menschen beanspruchen, die eine Bedürftigkeit nachweisen können (z.B. Menschen in Grundsicherung oder mit niedriger Altersrente, Arbeitslose, Alleinerziehende und Geflüchtete).  

Die Ausgabezeit von Lebensmitteln ist immer freitags von 11 bis 13.30 Uhr. Weitere Informationen gibt es auf: https://www.caritas-westeifel.de/sozialedienste/migrationundintegration/tafeln/tafel.  

Impressionen von der Einsegnung der Räumlichkeiten

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