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Rätewahl 2025:Engagiert, gläubig und motiviert

Drei junge Menschen kandidieren in Losheim für den Pfarrgemeinderat.
Felix Meyers, Rosa Heinz und Jonas Philippi kandidieren für den Pfarrgemeinderat in Losheim
Datum:
1. Nov. 2025
Von:
Ute Kirch

Losheim am See – Wer das kirchliche Leben in seiner Heimatgemeinde mitgestalten möchte, hat eine ziemlich einfache Möglichkeit dazu: als Mitglied im Pfarrgemeinderat. „Mitreden! Der Zukunft eine Stimme geben“ lautet das Motto für die Wahl der Pfarrgemeinderäte im Bistum Trier am 8. und 9. November. 917.016 Katholikinnen und Katholiken ab 16 Jahren aus 135 Pfarreien sind aufgerufen, ihre pastoralen Gremien neu zu wählen. Drei junge Erwachsene aus der Pfarrei Heilig Geist in Losheim am See gehen nicht nur wählen, sondern stellen sich auch selbst zur Wahl. Für Rosa Heinz (19), Jonas Philippi (21) und Felix Meyers (19) ist es das erste Mal, dass sie für das Gremium kandidieren. Ihr Engagement für die Kirche hingegen währt schon länger. 

„An der Zukunft der Kirche weiterbauen“

„Bereits mit fünf Jahren bin ich das erste Mal bei den Sternsingern mitgegangen. Nach der Erstkommunion 2015 wurde ich dann Messdiener und seit 2023 engagiere ich mich im Vorstand des Fördervereins St. Helena Wahlen e.V.“, sagt Felix Meyers, Student aus Wahlen. Rosa Heinz aus Niederlosheim, Schülerin, ist regelmäßige Kirchgängerin und seit Kurzem auch als Lektorin aktiv. „Glaube und Kirche gehören für mich seit meiner Kindheit zum täglichen Leben dazu, mir liegt die Kirche auch sehr am Herzen“, sagt Jonas Philippi. Er studiert in Trier Grundschullehramt für die Fächer katholische Religion und Deutsch. In der Pfarrei ist er seit Mai 2022 als Küster und Messdienerbetreuer aktiv. „Ich möchte an der Zukunft der Kirche weiterbauen und Kirche auch für andere zu einem Ort von Zuhause machen.“ Immer, wenn er Ruhe brauche, gehe er in die Kirche. „Es wäre schön, wenn Kirche für viele Leute wieder ein Ort der Geborgenheit werden könnte.“ Ähnlich sieht das auch Felix Meyers: „Für mich war Kirche und Glauben schon immer ein fester Bestandteil meines Lebens. Schon von klein auf war ich vom Glauben fasziniert und wurde durch ihn geprägt. In der heutigen Zeit nimmt die Bindung zum Glauben bei vielen Menschen immer weiter ab. Durch meine Kandidatur im Pfarrgemeinderat möchte ich diesen Abwärtstrend bremsen und unsere Kirchen durch junge und ansprechende Ideen neu beleben.“

Die drei wissen, dass dem Pfarrgemeinderat der Ruf vorauseilt, ein eher älteres Gremium zu sein. Aber gerade deswegen sei es wichtig, die Perspektive junger Menschen aktiv miteinzubringen. Allen dreien ist die Kinder- und Jugendarbeit ein Herzensanliegen. „Kinder und Jugendliche haben während Corona viel gelitten. Mit Aktionen für Kinder will ich dazu beitragen, dass sie nicht auf der Strecke bleiben und damit auch die Kirche zukunftsfähig machen. Denn sie sind die Zukunft der Kirche“, sagt Philippi. Doch selbstverständlich dürften die anderen Generationen nicht vernachlässigt werden. „Ein wichtiges Ziel für mich ist, wieder vermehrt junge Menschen mit der Kirche in Verbindung zu bringen und mehr junge Menschen in unser Hochamt zu locken“, sagt Rosa Heinz, „ich könnte mir vorstellen, Veranstaltungen umzusetzen, um Jugendliche mit dem Glauben vertraut zu machen.“ Die Gemeinschaft stärken steht für Felix Meyers im Fokus: „In und um unsere Kirchen muss wieder Leben einkehren. Kirche sollte nicht nur der Ort der strikten Regeln sein, sondern ein weltoffener Ort, der die Menschen verbindet und ihnen zeigt was es heißt einen gemeinsamen Glauben zu haben und Gemeinschaft zu leben.“

Sich als junge Erwachsene aktiv in der Kirche zu engagieren, ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Reaktionen aus ihrem Umfeld auf ihre Kandidatur fallen dementsprechend unterschiedlich aus: „Ich finde, dass heutzutage der Glaube oft belächelt oder in den Dreck gezogen wird. Gerade als junger Mensch wird man, wenn man für den Glauben einsteht, eher von oben herab belächelt. Aber auch deswegen ist es für mich wichtig, dafür einzustehen“, sagt Rosa Heinz, „es ist an der Zeit, dass junge Menschen zeigen, dass Glauben etwas Positives ist.“ Die Skepsis gegenüber seinem kirchlichen Engagement halte sich in Grenzen, sagt Felix Meyers: „Jeder, der mich kennt, weiß, dass die Kirche und der Glauben ein Teil meiner Persönlichkeit sind. Durch einige sozialisierende Projekte mit unserem Pfarrer ist es uns sogar gelungen junge Menschen für die Kirche und den Gottesdienst zu begeistern, die vorher keinerlei Berührungspunkte mit Religion hatten.“ Negative Reaktionen hielten sich bei ihm in Grenzen, sagt Philippi. Neue Leute reagierten eher interessiert als befremdet darauf, dass er mit 21 Jahren als Küster arbeitet. 

„Die Kirche ist mein zweites Wohnzimmer“

21 Männer und Frauen kandidieren in der Pfarrei Losheim Heilig Geist für 17 Plätze. In diesem Jahr erfolgt die Rätewahl als Urnenwahl. Auf Wunsch kann Briefwahl beantragt werden. Doch auch wenn sie nicht gewählt werden sollten, wollen die drei ihr Engagement in und für die Kirche aufrechterhalten: „Der Glauben an Gott und mein Engagement für unsere Kirche lässt sich durch eine Wahlniederlage nicht erschüttern“, steht für Felix Meyers fest. Und Rosa Heinz ergänzt: „Sollte ich nicht gewählt werden, wird sich für mich nichts ändern.“ Das sieht auch Jonas Philippi so: „Die Kirche ist mein zweites Wohnzimmer. Ich kandidiere nicht, um gesehen zu werden, sondern der Sache wegen, aufgrund meines Glaubens. Auch über den Pfarrgemeinderat hinaus gibt es genug Möglichkeiten, sich kirchlich zu engagieren.“

 

Hintergrund:

Gewählte Laiengremien gibt es seit 1968 als Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Der Pfarrgemeinde- oder Kirchengemeinderat besteht aus gewählten, amtlichen und hinzugewählten Mitgliedern. Die Mitglieder werden direkt von den wahlberechtigten Katholiken der Pfarrei gewählt. Um besondere Gruppen und pastorale Anliegen zu berücksichtigen, besteht für den Pfarrgemeinde- oder Kirchengemeinderat die Möglichkeit, weitere Mitglieder hinzuzuwählen.  Wahlberechtigt und wählbar ist, wer katholisch ist, am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet und in der Pfarrei seinen Wohnsitz hat. Für den Pfarrgemeinderat können Katholikinnen und Katholiken kandidieren, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz in der Pfarrei haben oder in ihr wichtige Aufgaben wahrnehmen. Darüber hinaus finden am 7. und 8. Februar 2026 die Rätewahlen in den 33 Pfarreien statt, die zum 1. Januar 2026 fusionieren. Hier sind 151.469 Kirchenmitglieder ab 16 Jahren wahlberechtigt. 

Nähere Informationen zur Pfarrgemeinderatswahl in der Pfarrei Losheim Heilig Geist mit Nennung der Wahllokale, Öffnungszeiten und Antrag auf Briefwahl unter: https://www.kirche-losheim.de/wahl-des-pfarrgemeinderates/

Informationen rund um die Wahl der Räte gibt es auf www.bistum-trier.de/ehrenamt/wahlen-2025 oder im Bischöflichen Generalvikariat Trier, Team Engagemententwicklung Tel.: 0651-7105-183, E-Mail: raete@bistumt-trier.de