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Aktionstag der Katholischen Frauengemeinschaft gegen Gewalt an Frauen in Koblenz :„Femizide: Wenn Frauen sterben, nur weil sie Frauen sind“ 

Zu einem Aktionstag gegen Femizide hatte die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) nach Koblenz auf den Vorplatz der Herz-Jesu-Kirche eingeladen.
Die Akteurinnen in Koblenz
Datum:
7. Aug. 2026
Von:
red. / kfd Trier

Trier/Koblenz – Zu einem Aktionstag gegen Femizide hatte die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) am 1. August nach Koblenz eingeladen. Auf dem Vorplatz der Herz-Jesu-Kirche waren dazu 191 Paar Schuhe aufgestellt worden, die für die 191 Frauen standen, die im Jahre 2024 von ihren (Ex-)Partnern (132) oder von anderen Familienangehörigen (59) in Deutschland ermordet wurden. Hinter diesen Zahlen stehen Frauen, die ihr Leben auf brutale Art und Weise verloren haben, und Familien, die zerstört wurden. 

Im Deliktfeld der Häuslichen Gewalt wurden 187.128 weibliche Opfer erfasst. Das sind rund 70,4 Prozent aller Fälle des Jahres 2024. Diese Zahlen zeigen aber nur das, was auf Basis von Anzeigen und polizeilichen Ermittlungen offiziell angegeben wird. Das Dunkelfeld dürfte wesentlich höher sein. Noch immer erstatten viele Betroffene keine Anzeige – aus Scham oder aus Angst, was sie danach erwarten könnte. Frauen sind vor allem in Trennungs- und Scheidungssituationen besonders gefährdet. Nach eigenen Angaben wollten die Mitglieder des diözesanen kfd-Fachausschusses nicht tatenlos bleiben. Deshalb wurde an diesem Tag über Hintergründe, Fakten und Zahlen sowie über Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige informiert. Alexandra Neisius, Leiterin des Frauenhauses in Koblenz, stand den Hilfesuchenden beratend zur Seite.  

Keine Frau darf sich schämen, Opfer von Gewalt geworden zu sein. Gewalt gegen Frauen geht uns alle an.

Akteurinnen des Aktionstages

Besonders wichtig war allen Beteiligten das Aufzeigen von Warnsignalen bei Gewalt in Partnerschaften. Häusliche Gewalt entstehe nicht von heute auf morgen. Meist sei sie ein schleichender Prozess, bei dem die ersten Warnsignale viel zu oft übersehen würden. Das frühzeitige Erkennen aber könne Gewalt verhindern und Leben retten. 

„Wir brauchen endlich die Einführung des Straftatbestandes „Femizid“ im Strafgesetzbuch und härtere Strafen für die Täter. Dringend notwendig sind ebenso rasche Änderungen im Sorge- und Umgangsrecht für die Täter,“ sagte Rita Monz, Sprecherin des Fachausschusses aus Eppelborn (Saarland). 

Mit dem „Signal for Help“ oder „Stillen Hilferuf“ können Frauen in Bedrohungssituationen zeigen, dass sie Hilfe benötigen.

Übereinstimmend lautete die Botschaft der Akteurinnen des Aktionstages: „Keine Frau darf sich schämen, Opfer von Gewalt geworden zu sein. Wir alle sind in der Pflicht, den betroffenen Frauen diese Scham zu nehmen. Sie brauchen das Signal, dass ihnen geglaubt wird. Wir alle müssen den Betroffenen Mut machen, den ersten Schritt zu gehen und Hilfsangebote anzunehmen. Gewalt gegen Frauen geht uns alle an.“ 

Die Künstlergruppe “rauMwErk & friends” stellte mit ihrer Tanzperformance die Gewalt gegen Frauen anschaulich dar. Tatkräftig unterstützt wurde der Tag von Vertreterinnen der kfd-Gruppen aus Koblenz.  

Weitere Infos zum Aktionstag sowie zu Beratungs- und Hilfsangeboten gibt es auf https://t1p.de/aktionstag_gegen_femizide