Herbst-Vollversammlung des Katholikenrates:Gespräch im Heiligen Geist als neue Methode

Trier – „Beim ‚Miteinander auf dem Weg sein‘ können wir so viel voneinander lernen.“ Sichtlich begeistert – im wahrsten Wortsinn – hat Dr. Elfriede Franz, Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Trier, von ihren Erfahrungen beim Jubiläum der Synodalteams anlässlich der Heiligen Jahrs in Rom berichtet. Menschen aus der ganzen Welt waren dabei und für Franz war es „beeindruckend, wie sie sich daran machen, das Abschlussdokument der Weltsynode in die Tat umzusetzen“. Bei der Vollversammlung des obersten Laiengremiums im Bistum Trier am 15. November führte sie deshalb die Mitglieder in die Methodik des „Gespräch im Heiligen Geist“ ein.
Für die rund 30 Frauen und Männer war das Format mehrheitlich neu und wurde gut angenommen, denn es sei „eine interessante Erfahrung, zuzuhören und nicht direkt zu reagieren, sondern sich zurückzunehmen und die Standpunkte nebeneinander stehen zu lassen“, wie es ein Ratsmitglied formulierte. Die Standpunkte nebeneinander stehen lassen zu können war angesichts des Themas für das Gespräch im Heiligen Geist wichtig: Denn die Ratsmitglieder hatten sich Aussagen von Papst Leo XIV und des Synodenabschlussdokuments zur sogenannten Frauenfrage ausgesucht. Die Bandbreite der Meinungen dazu war so groß, dass Franz ankündigte, das Thema bei der nächsten Vollversammlung zum Gegenstand des Studienteils zu machen.

Nach einem Austausch zu den Pfarrgemeinderatswahlen Anfang November standen auf der Tagesordnung die Berichte aus den Sachausschüssen. Während der Sachausschuss „Geschlechtergerechtigkeit“ die Umfrage zum Predigerinnentag auswertet, beschäftigt sich der Ausschuss „Ländlicher Raum“ mit dem neuen Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz und den Entwicklungen im Ehrenamt. Der Ausschuss „Zukunftsfragen der Kirche“ schaut auf die Wirkungen der Bistumssynode 2013-2016; für den Ausschuss „Gesellschaft und Soziales“ ist das Thema Demokratiestärkung angesichts der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz 2026 wichtig. Neben dem rheinland-pfälzischen Bestattungsgesetz stehen Fragestellungen rund um den assistierten Suizid auf der Agenda des Sachausschusses „Ethik und Inklusion“. Die Vorsitzende Franz nahm die Anregung, die herausragenden Themen aus den Ausschüssen im Plenum des Rates zu vergemeinschaften, gerne auf.
Wiederkehrende Punkte auf der Tagesordnung sind die Berichte der Bischöflichen Beauftragten Judith Rupp mit Themen aus dem Bistum und der Bischöflichen Verwaltung, aus dem Vorstand, der sich im Monatsabstand trifft, und aus dem Diözesanrat. Vorstandsmitglied Markus Demmer erinnerte daran, dass eine recht große Gruppe aus dem Katholikenrat in das Beratungsgremium des Trierer Bischofs entsandt ist. Er regte an, gemeinsam zu überlegen, welche Themen die Laienvertretung in den Diözesanrat einbringen wolle. Elfriede Franz berichtete aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), das vor einer Satzungsänderung steht; Vorstandmitglied Alfred Staudt von der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Verbände, deren Vielfalt bereichernd sei und sichtbar gemacht werden solle. Weitere Infos sind unter www.katholikenrat.bistum-trier.de zu finden.