Café Haltepunkt des SkF Trier feiert 30-jähriges Bestehen:Hilfe für Frauen in Not

Trier – Wohin, wenn es in den eigenen vier Wänden nicht sicher ist? Was tun, wenn man plötzlich das eigene Zuhause verliert und wohnunglos wird? Diese Fragen müssen sich immer mehr Frauen auch in Trier stellen. Das Café Haltepunkt des „Sozialdienstes katholischer Frauen“ (SkF) in der Krahnenstraße 35 möchte ihnen helfen. Nun feierte es sein 30-jähriges Bestehen mit einer Diskussionsrunde, einem Wortgottesdienst mit Fürbitten unter der Leitung Pater Andreas Müllers sowie einem gemeinsamen Essen. In Grußworten dankten und gratulierten Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bürgermeisterin Britta Weizenegger der Geschäftsführerin des SkF Trier Regina Bergmann, allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen sowie den Besucherinnen des Hauses für die Arbeit und zum Jubiläum.
Professionelle Beratung in persönlichen Notlagen, eine Auszeit vom Leben auf der Straße, zur Ruhe kommen oder einfach die Möglichkeit zu duschen und die eigene Wäsche zu waschen. All dies bietet das Café Haltepunkt seinen Besucherinnen nun seit 30 Jahren. „Am Anfang war die Arbeit überschaubar“, berichtet Elisabeth Burgard, langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin des SkF, während der Podiumsdiskussion. Als man das Café Haltepunkt 1996 in der Johannisstraße ins Leben gerufen hatte, habe es einen kleinen Kreis von Besucherinnen gegeben. Diese seien immer wieder zum Café Haltepunkt gekommen und haben dessen Angebote wahrgenommen. In den vergangenen Jahren seien die Zahlen jedoch förmlich explodiert. Waren es 2016 noch 275 Frauen, die Angebote nutzten, lag die Zahl heute bei knapp 800. Der SkF sieht die Gründe für diesen Anstieg vor allem im prekären Wohnungsmarkt. Auch die Zahl der Frauen, die akut psychisch krank und nicht medizinisch versorgt würden, steige an. Nach Angaben des SkF litten viele Besucherinnen unter den Folgen von Gewalt, insbesondere sexualisierter Gewalt.
Wie Hannes Schmid-Stadtfeld, Bereichsleiter Beratungsdienste des SkF, betont, arbeite man dabei immer noch mit den ursprünglichen anderthalb Stellen für feste Mitarbeiter*innen. „Die Zunahme an Abhängigkeiten und psychischen Erkrankungen können die Kolleginnen kaum noch stemmen“, erklärt er. „Die Hauptamtlichen hier leisten wirklich Unglaubliches“, pflichtet ihm Burgard bei. Sie wünsche sich mehr Stellen, und für diese auch Unterstützung aus der Politik.
Ein neues Angebot des Café Haltepunkt ist die offene Sprechstunde mit einer Diplom-Psychologin und Therapeutin. Tanja Mayer arbeitet nun seit 2025 an dem Projekt mit. Sie schildert die Schwierigkeiten, mit denen sich die „Ladies“, wie sie die Besucherinnen nennt, konfrontiert sehen. „Es ist schon unter normalen Bedingungen schwer, an einen Therapieplatz zu kommen.“ Wohnungslosigkeit oder auch häusliche unsichere Verhältnisse verschärften die Situation noch weiter.
Sophie Maurer ist eine der Frauen, die beim Haltepunkt Schutz und Hilfe erhalten. Sie nutzt die Angebote seit über einem Jahr. Mutig schildert sie während der Podiumsdiskussion, wie ihr von den Mitarbeiterinnen des Hauses geholfen wurde und wird. „Ich wurde damals in das Projekt aufgenommen, als ich sehr hilflos war.“ Es sei wichtig gewesen, endlich mit Menschen zu reden und die eigene Geschichte erzählen zu können. „Ich habe sehr von der Hilfe profitiert, in einer Zeit, als ich wirklich auf Hilfe angewiesen war.“ Auch die Sprechstunde mit Tanja Mayer sei ihr eine große Unterstützung gewesen. Sie sei mit der Arbeit des SkF vollends zufrieden. „Es tut wirklich gut, dass man hier Unterstützung bekommt.“ Was sie sich vor allem wünsche, sei bezahlbarer Wohnraum. „Ich denke, das ist das größte Problem. Und dafür wünsche ich mir mehr Förderung.“
Informationen
Damit das Café Haltepunkt seine Arbeit fortsetzen und die Angebote ausbauen kann, ist es unter anderem auf Spenden angewiesen. Möglichkeiten das Projekt zu unterstützen, finden sich hier.