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Bischof besucht Edith-Stein-Schule:„Hohe Motivation für den Erzieherberuf“

Bei seiner Visitation lernte Stephan Ackermann die vielfältigen Schwerpunkte der Edith-Stein-Schule in Neunkirchen kennen.
Bischof Ackermann begrüßt Schüler*innen der Edith-Stein-Schule
Datum:
18. Sept. 2026
Von:
Ute Kirch

Neunkirchen – Spannende Einblicke in den Schulalltag der Edith-Stein-Schule, der Fachschule für Sozialpädagogik in Trägerschaft des Bistums Trier in Neunkirchen, und in die Ausbildung angehender Erzieherinnen und Erzieher hat Bischof Stephan Ackermann am Donnerstag, 17. September, erhalten. Bei seiner Visitation (Besuchsreise) informierte er sich über die Religionspädagogik, die europäische Arbeit der Schule sowie das Engagement der Schulgemeinschaft für Kamerun und pflanzte einen Baum im Schulgarten. Darüber hinaus tauschte er sich mit der Schüler*innenvertretung, der Mitarbeitervertretung und dem Kollegium aus.  

 „Es ist mir sehr wichtig, die Schulen, die in Trägerschaft des Bistums Trier sind, auch außerhalb von Festen und Jubiläen zu besuchen, um zumindest einen kleinen Einblick in den Schulalltag zu bekommen“, sagte Ackermann bei der Begrüßung vor den Schülerinnen und Schülern. Es sei sein erster Besuch als Bischof in dieser Schule. Der Bischof dankte den Schülerinnen und Schülern für ihre Entscheidung, den Erzieherberuf zu ergreifen. 

Früher hätten noch viele Schülerinnen und Schüler Erfahrungen aus der kirchlichen Jugendarbeit in die Schule miteingebracht, dies sei rückläufig, sagt Schulleiter Markus Kirsch. „Das Vorwissen um christliche Werte wird immer weniger. Doch wir bemerken eine Suche nach Gemeinschaft und die Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens.“ Hoffnungsvoll stimme ihn, dass sich jährlich Schülerinnen und Schüler für die Firmung entschieden, die dann im Rahmen eines Schulgottesdienstes gefeiert werde. 

Erste Station war der Meditationsraum der Schule, laut Vertrauenslehrerin Kathrin Fuchs-Nesselberg „das Herzstück der Schule“. Manuel und Maurice zeigten dem Bischof ein selbst geschnittenes Video, in dem ehemalige Schülerinnen und Schüler erklären, wie wichtig die Religionspädagogik – ein Fach, das es an staatlichen Fachschulen nicht gibt – im Berufsalltag für sie ist. „Man lernt dabei seinen eigenen Standpunkt kennen, wie stehe ich selbst zu Religionen, lernt auch viel über andere Kulturen und Religionen, was sehr wichtig ist in Kitas, die von Kindern vieler Nationalitäten und Religionen besucht werden“, sagt Maurice.  

Schwerpunkt Europa

Drei Schülerinnen berichten dem Bischof von Ihrem Praktikum im Kindergarten der Deutschen Schule in Rom.

Seit 2022 ist die Edith-Stein-Schule zertifizierte Europaschule des Saarlandes. Seit vielen Jahren bietet die Schule die Möglichkeit, im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ Berufspraktika im europäischen Ausland zu machen. Dieses Angebot werde inzwischen von rund einem Drittel der Schülerschaft genutzt – sie verbringen zwischen sechs Wochen bis zu einem Jahr in Dublin, Paris, Straßburg, Prag, Warschau, Rom, Riga oder Tallinn. „Wir wollen unser europäisches Engagement weiter ausbauen“, berichtet Englischlehrer Uwe Schäfer, der die Erasmus-Programme verantwortet. So konnten in diesem Jahr neue Kooperationen mit Luxemburg und Madrid abgeschlossen werden. Giulia, Lisa und Louisa berichteten dem Bischof von ihrem sechswöchigen Praktikum im Kindergarten der Deutschen Schule in Rom. „Die Auslandspraktika dienen der persönlichen, sprachlichen und beruflichen Entwicklung. Schülerinnen und Schüler sollen über den eigenen beruflichen Tellerrand hinausschauen und andere pädagogische Ansätze kennenlernen“, sagt Schäfer. 

Seit dem Schuljahr 2018/2019 bietet die Edith-Stein-Schule das Wahlpflichtfach „Nachhaltigkeit“ an. Seit drei Jahren beteiligt sich die Fachschule am Pilotprojekt „FachschulAckerdemie“ in Kooperation mit Acker e.V., das zukünftige Erzieherinnen und Erzieher mit einem AckerCoach Gartenwissen vermittelt. „Das Wissen können unsere Schülerinnen und Schüler direkt in der Praxis anwenden“, sagt Lehrerin Evelyn Mende. Im benachbarten Kindergarten haben sie Pflanzaktionen initiiert und gemeinsam mit den Kindern Hochbeete gebaut. Klar, dass der Bischof auch selbst Hand anlegen musste. „Mein Vater war gelernter Gartenbauer, da durfte ich gar nichts machen“, erzählt Ackermann der Klasse, während er den Aronia-Stock setzt – neben die Felsenbirne, die vor zwei Jahren der damalige Generalvikar bei seinem Besuch gepflanzt hat.  

Seit 2002 engagiert sich die Schulgemeinschaft für den Verein Afrique Future, der in Kamerun unter anderem Schulen baut und unterhält. Mit verschiedenen Benefizaktionen unterstützt sie die Arbeit des Vereins.  

„Ich erlebe hier eine hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler für den Erzieherberuf“, zog Bischof Ackermann nach seinem Besuch Bilanz. Neben dem hohen Engagement des Lehrerkollegiums hob er besonders die internationale Ausrichtung der Schule hervor, die beispielhaft sei. 

Info

Die Edith-Stein-Schule in Neunkirchen ist eine staatlich anerkannte Fachschule für Sozialpädagogik in Trägerschaft des Bistums Triers. Sie führt Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss in vier Jahren zum Beruf des Erziehers/der Erzieherin. Mit dem Abschluss verbunden ist auch die allgemeine Studienberechtigung. Einsatzbereiche sind neben Kindertagesstätten, Kindergärten, Krippen und Horten auch die Nachmittagsbetreuung in Ganztagsschulen, die Betreuung von Wohngruppen oder die Arbeit mit beeinträchtigten Menschen. Von Anfang an ist die Ausbildung nah an der Praxis orientiert. Insgesamt werden aktuell 242 Schülerinnen und Schüler von 19 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Schule.   

Bischof zu Gast in Neunkirchen:Visitation der Edith-Stein-Schule

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