"Erkennen. Reagieren." ist ab sofort in der Jesuitenkirche in Trier zu sehen:Internationale Kunstinstallation zu Prävention von Missbrauch

Trier – Während der Heilig-Rock-Tage im Frühjahr hingen mit Bildern und Texten bedruckte T-Shirts im Kreuzgang des Trierer Doms. Wer ihn passieren wollte, musste zwischen ihnen hindurchgehen – sich von ihnen berühren lassen. Das ist die Absicht der internationalen Ausstellung "Erkennen. Reagieren." Die mit Illustrationen der ukrainischen Künstlerin Uliana Krekhovets bedruckten T-Shirts sollen auf reale Missbrauchserfahrungen hinweisen und zu einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema Prävention anregen. Nach der positiven Resonanz auf die Ausstellung bei den Heilig-Rock-Tagen ist "Erkennen. Reagieren." nun ein weiteres Mal zu sehen – und zwar bis zum 30. Juni in der Jesuitenkirche in Trier.
Durch eine Kooperation zwischen dem Child Dignity Center der Ukrainischen Katholischen Universität, dem Hilfswerk Renovabis, der Fachstelle Prävention gegen sexualisierte Gewalt des Bistums Trier und dem Team Weltkirche im Bistum Trier konnte die Ausstellung anlässlich der Heilig-Rock-Tage im Kreuzgang des Trierer Doms gezeigt werden. Zuvor war sie bereits in Lviv, Kyjiw, Warschau, Košice, Berlin und Prag zu sehen.
Auf den Heilig-Rock-Tagen sei die Ausstellung ein großer Erfolg gewesen, berichtet Sarah Schmitz, Referentin in der Fachstelle Prävention des Bistums Trier. „Wir haben total viele An- und Nachfragen bekommen und wir hatten tolle Einträge im Gästebuch.“ Selbst beim Abbau seien noch Menschen da gewesen, die sich für die Ausstellung interessierten. Neben dem Zufallspublikum, das die Ausstellung im Rahmen der Heilig-Rock-Tage entdeckte, seien auch viele Personen gezielt für die Ausstellung gekommen. Viele Rückmeldungen stimmten laut Schmitz in einem Punkt überein: Genau so etwas habe es gebraucht. Sie verbuche es als großen Erfolg, dass eine Ausstellung zum Thema Prävention sexualisierter Gewalt so allgegenwärtig im Kreuzgang am Trierer Dom stattfinden konnte. „Ich finde, das ist sehr progressiv.“
Über ihre erste eigene Begegnung mit der Ausstellung berichtet Schmitz: „Ich war sehr bewegt und es hat mich sehr beschäftigt. Mich hat das Thema noch mal auf andere Weise berührt. Ich bin sonst sehr fachlich unterwegs, weil das meine Arbeit ist, aber das hat Gefühle ausgelöst.“
Zweite Station in der Jesuitenkirche

„Ich finde, die Ausstellung macht auf sehr berührende Weise klar, dass Prävention von Missbrauch kein Thema ist, das mich nichts angeht, sondern etwas ist, dem man sich stellen muss“, beschreibt Jugendpfarrer Peter Zillgen seine Eindrücke der Ausstellung. Die Anfrage, sie noch einmal und dann in der Jesuitenkirche zeigen zu dürfen, sei bei ihm von der Diözesanstelle Weltkirche eingegangen. „Ich fand die Idee sofort gut, denn es ist uns in der Jugendpastoral ein großes Anliegen, das Thema wachzuhalten und dafür zu sensibilisieren“, erklärt Zillgen. Die Gäste würden ungezwungen von dem Thema angesprochen und hätten die Gelegenheit, ihre Eindrücke und Emotionen auch gleich in einem Gebet an Gott zu adressieren. Er hoffe, dass „der ein oder andere Passant über die Bedeutung des Themas nachsinnt, das Thema an sich heranlässt und davon etwas mit in seinen Alltag nimmt.“
So sieht es auch Sarah Schmitz: „Die Ausstellung steht hier ja im Bistum Trier in der Jesuitenkirche mitten in der Stadt. Das finde ich, ist eine riesige Möglichkeit und eine Chance, das Thema für viele greifbar zu machen, für Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche. Und ja, das finde ich schon stark, muss ich sagen.“