„Dann geh und handle genauso“: Dank für Dienst am Menschen:Malteser Trier: Bischof Ackermann feiert 60 Jahre Auslandsdienst

Trier – Mit Gästen aus Estland, Polen, Rumänien, Ungarn und der Ukraine haben die Malteser im Bistum Trier den 60. Geburtstag ihres Auslandsdienstes gefeiert. Rund 80 Mitglieder der Malteser sowie Menschen, die den Hilfsdienst unterstützen, feierten gemeinsam mit Bischof Dr. Stephan Ackermann einen Gottesdienst in der Malteser Unterkunft in Föhren. „Wir versammeln uns um den, der uns ruft, den Menschen nahe zu sein.“ Gott sei die Triebkraft für das Tun, rief der Bischof der Gottesdienstgemeinde in Erinnerung, und: „Ohne ihn hätten wir uns nie kennengelernt.“
Der Malteser Auslandsdienst ist eine zentrale Anlaufstelle in Deutschland, wenn es um die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern geht. Er ermöglicht, gemeinsam mit den internationalen Partnern in kurz- oder langfristigen Einsätzen zu helfen. Nach eigenen Angaben arbeiten in Deutschland rund 814 Malteser-Helfer*innen ehrenamtlich im Auslandsdienst mit. Bundesweit gibt es 73 Standorte mit 92 Auslandspartnerschaften. Insgesamt leisten die Helfer*innen mehr als 200 Auslandseinsätze pro Jahr.
Bischof Ackermann konnte die konkrete Arbeit des Auslandsdienstes bereits bei zwei Reisen selbst kennenlernen: 2023 nach Iwano-Frankiwsk, wo die Trierer Malteser seit vielen Jahren stark engagiert sind, sowie 2025 nach Tallinn (Estland) anlässlich der Seligsprechung des von der Ahr stammenden Bischofs Eduard Profittlich.
In seiner Predigt ging Bischof Ackermann auf das Wort Jesu aus dem Evangelium vom barmherzigen Samariter ein „dann geh und handle genauso“, was auch das Jahresmotto des Auslandsdienstes ist. Jesus erlaube keine „Hierarchie der Nächstenliebe“. Nächstenliebe sei eine „Frage der inneren Nähe“ und nicht von geografischen Entfernungen. „Wir werden denen zum Nächsten, die wir uns nahekommen lassen.“ Die Voraussetzung dafür sei, die Not der anderen wahrzunehmen.
Malteser Auslandsdienst schreibt Gleichnis vom barmherzigen Samariter weiter

Einer einzelnen Person zu helfen sei ebenso wertvoll wie der Ansatz, gesellschaftliche oder politische Veränderungen herbeiführen zu wollen. Die Verbandsarbeit verbinde beides: „Sie sichern die konkrete Hilfe und stellen sie auf verlässliche Füße – gleichzeitig erheben Sie bei politischen Themen die Stimme und treten ein für die Würde der Menschen, die besonders verletzlich sind“, würdigte Ackermann die Arbeit des Malteser Auslandsdienstes. Während im Gleichnis vom barmherzigen Samariter das Ende offenbleibe und man nicht erfahre, wie es dem Verletzten ergangen oder ob der Samariter zurückgekehrt sei, „schreiben die Malteser das Gleichnis weiter“, so der Bischof. Nach der Ersthilfe komme eine Verlässlichkeit und Treue: So werden aus der Hilfe Partnerschaft und „Freundschaft in Jesus Christus“, betonte Ackermann und dankte der Malteserfamilie im Bistum Trier für ihre Dienste.
Konzelebranten beim Gottesdienst waren Malteser-Diözesanseelsorger Pfarrer Hermann Zangerle, Malteser-Diözesanjugendseelsorger Kaplan Adrian Sasmaz, Pfarrer Volodymyr Chorniy, Direktor der Caritas im ukrainischen Iwano-Frankiwsk, der ukrainische Pfarrer Iwan Sokhan sowie Pfarrer Ianos Szazs, Gemeinde- und Malteserseelsorger in Ajud (Rumänien). Die musikalische Gestaltung übernahm ein Projektchor aus Föhren unter der Leitung von Markus Roth.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein Festakt statt, an dessen Beginn die Delegation aus Estland unter Leitung des Botschafters des Malteserordens in Estland, Manfred Ritter Mautner von Markhof, Bischof Ackermann ein Bild des seligen Eduard Profittlich überreichte. Georg Graf von Walderdorff, Diözesanleiter der Malteser im Bistum Trier, dankte allen, die den Auslandsdienst unterstützen und es möglich machten, dass die Malteser mit ihren Partnern auf Augenhöhe zusammenarbeiteten. In besonderer Weise würdigte er die für den Auslandsdienst zuständigen Ulrich Mathey und Anna-Lena Engel.
Informationen zum Malteser Auslandsdienst sind unter https://www.malteser.de/auslandsdienst.html zu finden.