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Vor der Landtagswahl: Jugendliche diskutieren mit Politikern in Vallendar :Mehr Gesprächsgelegenheiten, weniger Podiumsdiskussionen 

Unter dem Titel „Wir müssen reden“ hatten das Jugendbildungshaus der Pallottiner in Vallendar und die Fachstelle Jugend Koblenz junge Menschen von 15 bis 27 Jahren und Landespolitiker*innen eingeladen.
Die jungen Menschen zeigten, dass sie nicht nur mitreden wollen, sondern auch können.
Datum:
19. März 2026
Von:
Mathias Birsens / red.

Vallendar – Unter dem Titel „Wir müssen reden“ hatten das Jugendbildungshaus der Pallottiner in Vallendar gemeinsam mit der Fachstelle Jugend Koblenz junge Menschen von 15 bis 27 Jahren und Landespolitiker*innen eingeladen, um direkt und auf Augenhöhe miteinander in Austausch zu kommen.  

„Gemeinsam auf Basis geteilter Werte nach guten Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu suchen, ist nicht nur der Anlass für diese Veranstaltung, sondern für fast alle Angebote in Haus Wasserburg“, sagte Rektor Jörg A. Gattwinkel SAC zur Begrüßung. Zunächst stellten Nicolas Cordes (SPD), Sandra Krämer (FDP), Rebecca Stallbaumer (Grüne) und Maximilian Rumpf und Maurice Steck (CDU) sich persönlich wie auch ihre politischen Standpunkte vor, indem sie sich zu Themen aus dem Wahl-O-Maten positionierten. Zur Frage, ob Jugendliche bei den Landtagswahlen schon ab 16 Jahren wählen dürften, stimmten nicht nur die Politiker*innen, sondern auch die jungen Menschen mit ab – und waren sich fast alle einig. Nur Maximilian Rumpf (CDU) positionierte sich gegen eine Absenkung des Wahlalters und argumentierte, Rechte und Pflichten junger Menschen müssten sich die Waage halten.  

Beim anschließenden Austausch an Stehtischen, zeigten die jungen Menschen, dass sie nicht nur mitreden wollen, sondern auch können. Von Alternativen zum Abitur über Mobilität im ländlichen Raum bis zum Wehrdienst reichte die Palette der Gebiete, die rund anderthalb Stunden lang diskutiert wurden. Dabei bestimmten die Teilnehmenden, worüber und wie lange sie reden wollten und konnten jederzeit zwischen den Ansprechpartnern wechseln. „Wir müssen einander mehr zuhören, weil so neue Ideen entstehen – wie hier bei der Diskussion“, resümierte Krämer (FDP), die gemeinsam mit den Jugendlichen an ihrem Tisch, die Idee einer „dualen Schule“ entwickelte. Auch an den anderen Tischen war Bildung das zentrale Thema – zumal mit Cordes (SPD) nicht nur ein Landtagskandidat, sondern auch Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung stand. „Anders als bei Podiumsdiskussionen, kam man richtig ins Gespräch und konnte tief in die Themen einsteigen“, lobte der 23-jährige Steffen aus Vallendar.  

Blick in die Zukunft 

Großes Interesse bestand aber auch an anderen Bereichen, die direkt die Zukunft junger Menschen betreffen, wie Umwelt- und Klimaschutz, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Diese wurden besonders mit Rebecca Stallbaumer und Thomas Heinemann-Hildner von den Grünen sowie Maximilian Rumpf und Maurice Steck von der CDU diskutiert. „Ich finde es wichtig mit Politiker*innen kontrovers zu diskutieren – gerade wenn man anderer Meinung ist“, erklärte eine Teilnehmerin ihre Motivation.

Obwohl die Diskussionen um grundsätzliche Themen wie soziale Gerechtigkeit heftig geführt wurden, war der Austausch konstruktiv und von gegenseitigem Interesse geprägt. Das ist auch dem Einsatz von vier jungen, ehrenamtlichen Moderator*innen zu verdanken, die an jedem Tisch darauf achteten, dass alle Anliegen Gehör fanden und Diskussionen fair verlief. „Die Diskussion hat mir gezeigt wie vieles politisch ist – wir kamen ständig von einem Thema aufs nächste“, berichtet Leonie von den Gesprächen am Tisch, den sie moderierte. Auch die Politiker*innen nahmen viel aus dem lockeren und innovativen Diskussionsformat mit: „Wir brauchen mehr solcher Gesprächsgelegenheiten und weniger starre Podiumsdiskussionen“, sagte Nicolas Cordes. Und Rebecca Stallbaumer ergänzte zum Abschluss: „Der Austausch hat mir gezeigt, dass es sich lohnt für das Wahlalter 16 zu kämpfen“.  

Die Veranstaltung wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Koblenz.  

Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es bei Mathias Birsens, Referent politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit Haus Wasserburg, Tel.: 0171-9207079, E-Mail: presse@haus-wasserburg.de