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Zirkusfreizeit des Mergener Hofs in Trier feiert zehntes Jubiläum :Mehr als nur Jonglieren  

Die Zirkusfreizeit des Mergener Hofs zeigt seit zehn Jahren, wie Kinder durch Zirkuspädagogik über sich hinauswachsen. Viele kehren später selbst als Betreuer zurück.
Zirkuszelt Mergener Hof
Datum:
10. Juli 2026
Von:
Luca Peranni

Trier – Seit zehn Jahren bietet die Zirkusfreizeit des Mergener Hofs viel mehr als nur Zirkusunterricht. Das Programm lässt junge Menschen über sich hinauswachsen. In diesem Jahr sind rund 300 Kinder mit dabei.  

Zu Beginn war die Freizeit noch zweiwöchig, wegen der hohen Nachfrage habe man dann jedoch schnell auf ein dreiwöchiges Programm umgeschwenkt, erklärt Maike Mertes. Seit dem 1. Juli ist sie Geschäftsführerin des Mergener Hofs. Mertes ist stolz, gemeinsam mit dem neuen pädagogischen Hausleiter Fabian Poltruk und dem Team nun das zehnte Jubiläum begehen zu können.  

Seit 2017 können jeden Sommer rund 100 Kinder pro Woche verschiedene Zirkusgenres, von Jonglage bis Fakirkunst erleben und das Gelernte in der Manege vor Eltern, Freunden und Bekannten vorführen. „Es ist ein riesiger Bedarf, der abgedeckt werden muss. Und gerade auch unsere Zirkusfreizeiten sind in Trier nicht mehr wegzudenken“, so Sarah Stephani, Mitarbeiterin im Jugendzentrum Mergener Hof. „Was jedes Jahr von den Eltern rückgemeldet wird, ist, wie die Kinder in einer Woche über sich hinauswachsen und wie selbstbewusst sie danach sind.“

Vom Betreuungskind zum Betreuer 

Ein Jugendlicher zeigt seine Jonglierkünste

Ohne die Ehrenamtlichen sei das Projekt nicht möglich, erklären Mertes und Stephani. Viele von ihnen waren früher selbst als Kind in der Zirkusfreizeit. Einer von ihnen ist Jannik (21). Er wirkt nun seit fünf Jahren als ehrenamtlicher Betreuer in der Zirkusfreizeit mit; 2017 hat er zum ersten Mal teilgenommen. Das damalige Programm unter dem Motto „König der Löwen“ habe bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Ich würde sagen, das war einer der schönsten Momente, die ich je hatte, und das hat mich motiviert, auch weiterzumachen.“ Wie alle Betreuer*innen leitet auch Jannik zwei Genres pro Woche. „Ich habe einmal die Jonglagegruppe, bei der ich darauf achte, dass die Kinder das Jonglieren mit Bällen und Keulen erlernen. Und nachmittags arbeite ich mit Fackelstangen, also mit großen Stäben, deren Enden brennen.“ 

Hedi (18) hatte einen ähnlichen Werdegang: Auch sie ist seit Beginn der Zirkusfreizeit dabei – damals als Betreuungskind, nun als Betreuerin. Der Moment, an dem für sie klar wurde, dass sie weiter mitwirken möchte, war die erste Vorstellung vor ihren Eltern. „Als ich mich das erste Mal wirklich etwas getraut habe, in der Manege etwas zu machen, dann diesen riesigen Applaus bekommen habe und der Moment, wieder nach hinten zu gehen, mit allen abzuklatschen, das war so der Augenblick, wo ein Schalter umgelegt wurde und ich gemerkt habe, das macht mir richtig viel Spaß.“ 

Das Ziel Sozialer Arbeit 

Auch Maren Cremer, Zirkuspädagogin und Direktorin des pädagogischen Wanderzirkus ZappZarapp, ist seit Beginn mit dabei. „Für mich ist das in Trier immer etwas ganz Besonderes, weil hier inzwischen etwas Großartiges entstanden ist.“ Sie habe viele der Kinder, die Jahr um Jahr teilgenommen haben, beim Aufwachsen begleiten dürfen und könne sie nun teilweise als Betreuer wieder begrüßen. „Die wachsen in diese Rolle rein. Sie fangen schon früh als Betreuer an, mit 15 oder 16.“  

Mittlerweile sehe sie sich auch als gute Freundin der inzwischen oft schon jungen Erwachsenen. Einige von ihnen seien bereits berufstätig und nähmen sich Urlaub, um an der Freizeit mitwirken zu können. „Es ist total schön, dass da auch über die Freizeit hinaus eine Verbindung entstanden ist und auch übers Jahr immer mal wieder Nachrichten geschrieben werden. So ein 'Wie geht's dir?', 'Hat das mit dem Abschluss oder mit dem Führerschein geklappt?' oder so was.“ Das Projekt verknüpfe Menschen miteinander, die sich in ihrem Alltag womöglich nicht begegnen würden. „So schaffen wir es durch die Zirkuspädagogik, Brücken zu bauen. Ich glaube, das ist das Ziel von Sozialer Arbeit, oder?“

Am Samstag, 11. Juli um 19 Uhr, und Sonntag, 12. Juli um 13 Uhr, findet anlässlich des 10. Jubiläums der Zirkusfreizeit des Mergener Hofs eine besondere Jubiläumsshow statt.