Arbeitskreis Jugendzentren im Rhein-Hunsrück-Kreis beschäftigt sich mit Plänen zur Gesetzesänderung :Offene Kinder- und Jugendarbeit mitdenken

Boppard – Unter der Federführung der Kreisjugendförderung hat sich der Arbeitskreis Jugendzentren im Rhein-Hunsrück-Kreis, zu dem auch Einrichtungen in Trägerschaft des Bistums Trier zählen, mit dem Referentenentwurf zum 1. Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz (1KJHSRG), den das Bundesfamilienministerium kürzlich vorlegte, beschäftigt. Als Ergänzung zum Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) erwähnt dieser Entwurf die offene Kinder- und Jugendarbeit nicht explizit, benennt aber Aufgaben zur Förderung der Kinder und Jugendlichen, die in der Arbeit der Jugendzentren Alltag sind: Niederschwelligkeit der Angebote, Orientierung am Sozialraum und den dort tätigen Institutionen sowie Präventionsarbeit.
Niederschwelligkeit der Angebote bedeutet, dass Kinder- und Jugendliche im Rahmen der Öffnungszeiten kommen und gehen können, wann sie möchten, dass sie die Angebote in den Jugendzentren selbst gestalten können oder bestehende Angebote (beispielsweise Billard, Kicker, Spielkonsolen) nach ihren eigenen Bedürfnissen nutzen können und pädagogische Fachkräfte als Gesprächspartner*innen zur Verfügung stehen.
Die Jugendzentren sind in ihren Städten und Verbandsgemeinden mit den sozialen Institutionen gut vernetzt und können so Kindern und Jugendlichen bei Problemen helfen bzw. Kontakte herstellen. Präventionsarbeit gehört zum gesetzlichen Auftrag der offenen Kinder- und Jugendarbeit und geschieht z.B. in den verschiedenen Feldern, die den Konsum legaler und illegaler Drogen, den Medienkonsum, aber auch den Umgang mit Partnerschaft und Sexualität betreffen.
Junge Menschen stärken
Die Fachkräfte im Landkreis waren sich einig darin, dass dieser Referentenentwurf eine Stärkung der offenen Kinder- und Jugendarbeit bedeuten kann. Kinder- und Jugendarbeit als erstes Leistungsangebot der Jugendhilfe (§11) muss mitgedacht werden, wenn es in der Aktualisierung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes darum geht, neue Wege zu gehen, um junge Menschen zu stärken und Alternativen zur Erziehungshilfe zu erschließen. Gleichzeitig ist deutlich, dass für die Weiterentwicklung der geschilderten Arbeitsfelder die derzeitige Personalsituation nicht ausreicht.
Im Arbeitskreis Jugendzentren sind die Jugendzentren Sohren, Emmelshausen und „Am Zug“ Kirchberg, das Jugendcafé Simmern, die JugendBegegnungsStätte St. Michael Boppard und das Kinder- und Jugendcafé Domizil in Rheinböllen, neben der Kreisjugendförderung vertreten.