35. San Paolino-Prozession:San Paolino verbindet Sutera und Dillingen

Dillingen – Ein Hauch Sizilien und viel Dolce Vita lagen in der Luft: Hunderte Gläubige haben sich am Sonntag, 3. Mai, zur 35. San-Paolino-Prozession in Dillingen versammelt, um den heiligen Paolino zu ehren. Der heilige Paolino wird seit vielen Jahrhunderten in der sizilianischen Gemeinde Sutera, der Partnergemeinde von Dillingen, als Schutzheiliger verehrt. Heute leben mehrere hundert Menschen in der Hüttenstadt, die ihre Wurzeln in Sutera haben. Die Statue des heiligen Paolino war ein Geschenk einer Delegation aus der sizilianischen Gemeinde, die ihre ehemaligen Mitbürger in Dillingen besuchte. Seit 1992 findet jedes Jahr die San-Paolino-Prozession statt. Die 35. Auflage der Prozession wurde begleitet vom Trierer Bischof Stephan Ackermann, von Don Georges Atsou Akotia, dem neuen Pfarrer der Italienischen Mission in Saarbrücken, sowie von Dekan Olaf Harig. „Im nächsten Jahr feiern Dillingen und Sutera ihre 25-jährige Städtepartnerschaft. Der heilige Paolino verbindet unsere Städte hingegen schon länger“, sagte Harig in seiner Begrüßung.
Die Prozession, die vom Musikverein begleitet wurde, bildet den Höhepunkt der „Festa di San Paolino", die bereits am Samstag mit einer Messe und einem Beisammensein begann, das auch in diesem Jahr mit einer Delegation aus Sutera gemeinsam gefeiert wurde. Traditionell beginnt die Prozession vor der Kirche St. Maximin in Pachten. Dort hatte das Comitato San Paolino, das die Feierlichkeiten gemeinsam mit der Pfarrei St. Odilia und der Stadt Dillingen organisiert, die Statue des Heiligen aufgestellt. An hellblaue Seidenbänder, die um die Statue gebunden wurden, befestigten Gläubige Geldscheine. Spenden sind Teil der Tradition, erklärten die Comitato-Angehörigen. Während der Prozession trugen sie die fast lebensgroße Statue über die Römerbrücke bis zum Saardom.
Kirche hilft, Heimat zu schaffen

Festprediger in der anschließenden Messe war Bischof Ackermann, der auf Italienisch zu den Gläubigen sprach. Dabei zog er eine Parallele zu der Tageslesung aus der Apostelgeschichte und den ersten Italienern, die Sutera verließen, um in Dillingen Arbeit und eine neue Heimat zu finden. „Jesus sagte seinen Jüngern, dass er vorausgeht, um ihnen einen Platz vorzubereiten. Auch Sie hofften, als Sie Italien verließen, in Deutschland einen Platz zu finden.“ Mit „Platz“ meine Jesus nicht bloß eine Wohnung, sondern einen Ort, wo Menschen aufgenommen und angenommen werden. Jesus mache klar, dass er nicht von einem Leben nach dem Tod, sondern vom Hier und Heute spricht. Er appellierte an alle mitzuhelfen, dass sie in der Fremde ein „geistliches Haus“ finden. „Dieses geistliche Haus ist die Kirche, die Gemeinschaft der Christen. Das ist das Wunderbare an der katholischen Kirche, dass Menschen dazugehören, egal wo sie auf der Erde leben und sich angenommen fühlen dürfen.“ Die Riten seien überall die gleichen. Auf diese Weise helfe Kirche dabei, Heimat zu schaffen.
Im Anschluss an das Pontifikalamt ließen die Dillinger bei einem Begegnungsfest mit sizilianischen Spezialitäten wie Arancini und italienischer Live-Musik die Feierlichkeiten ausklingen.