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Dörbacher Gläubige nehmen mit Weihbischof Peters Abschied von ihrer Kirche St. Gangolf :Spuren im Leben vieler Menschen hinterlassen

Mit der Profanierung endet nach 128 Jahren die Nutzung der Kirche St. Gangolf in Dörbach.
Datum:
9. Juni 2026
Von:
Stefan Endres

Salmtal – Mit einer letzten Heiligen Messe mit Weihbischof Jörg Michael Peters haben zahlreiche Gläubige am 7. Juni Abschied von der Kirche St. Gangolf genommen. Mit dem Akt der Profanierung endet die Weihe und die kirchliche Nutzung des Gotteshauses, das Ende des 19. Jahrhunderts im Ortsteil Dörbach errichtet wurde und seither das Leben der Menschen begleitet hat.  

Unter anderem schwere Schäden am Dach der Kirche und prognostizierte Sanierungskosten in sechsstelliger Höhe hatten die verantwortliche Kirchengemeinde Klausen St. Maria und St. Vinzenz zu dem für sie schweren Schritt bewogen. „Ich fühle mit Ihnen an diesem Tag“, sagte der Weihbischof in seiner Gottesdienst-Eröffnung mit Blick auf eine Entscheidung, die nicht auf „einer Laune“ basiere, sondern auf „Umständen, die zur Vernunft“ riefen. In seiner Predigt schaute er auf die Entstehungszeit des Gotteshauses mit seinem Erweiterungsbau aus den 1960er Jahren, zu dem viele noch lebende Gläubige einen Beitrag geleistet hätten. Zahlreiche Menschen hätten seither die Erfahrung machen dürfen, von Gott „gut geführt worden zu sein“, sagte Peters mit Bezug auf die Lesungstexte des Tages. „Licht, Weite und Kraft gibt uns Gott – das ist die vertikale Verbindung zwischen Himmel und Erde, Gott und den Menschen, die er niemals aufkündigen wird. Das in Erinnerung zu rufen, auch dazu ist diese Kirche erbaut worden – die erste im 16. Jahrhundert, die zweite ab 1897 und schließlich der Erweiterungsbau aus den 1960er Jahren“, der 400 Sitzplätze bot. „Ich teile das Gefühl der Trauer beim Abschiednehmen von einer Kirche, in der seit 128 Jahren Gottesdienste gefeiert, Sakramente gespendet und Bitte, Dank, Freude und Trauer vor Gott getragen wurden“, sagte Peters.  

Persönliche Erfahrungen in der Kirche Sankt Gangolf 

Sehr persönliche Einblicke in ihre Erfahrungen und ihre Verbundenheit mit dem Gotteshaus gaben Dorothea Rauen und Susanne Arens. Rauen war fast 40 Jahre lang Lektorin und Kommunionhelferin in St. Gangolf. „Es hat mir viel Freude bereitet und mich stark gemacht“, sagte Rauen mit Tränen in den Augen, „aber heute blutet mir das Herz“. Sie erinnerte an die Familien, die ihr Zuhause aufgaben, damit die Kirche vergrößert werden konnte, und an die Spenden der Menschen für den Bau in entbehrungsreicher Zeit. „Seit 50 Jahren war dieses Gotteshaus mein Daheim. Wir werden dieses Daheim alle vermissen – es fehlt uns. Es war ein Kleinod. Möge der Segen, der von diesem Gotteshaus ausging, auch fortan über unserer Gemeinde sein“, wünschte sich Rauen. Susanne Arens war seit 13 Jahren Küsterin in Dörbach und hat ihre Hochzeit, die Taufe der Kinder und traurige Begräbnisfeiern in St. Gangolf erlebt. Sie ist im Pfarrbüro angestellt und seit 2011 ehrenamtlich im Pfarrgemeinderat tätig. „Ich bin auch Teil der Gremien, die dem Entschluss zur Schließung der Kirche zugestimmt haben“, sagte Arens mit Blick auf die Vernunftentscheidung. „Als Dorfgemeinschaft sind wir nun gefragt, etwas Neues aus diesem Gebäude zu schaffen. Es gibt viele Möglichkeiten, lasst es uns gemeinsam angehen“, appellierte sie an die Gemeinde.  

Rückzug von Kirche aber auch Hoffnung auf Neues 

Der Weihbischof dankte den Verantwortlichen der kirchlichen Räte und der Ortsgemeinde für ihren Einsatz und die Pläne für die Zukunft. Auch zukünftig werde dem Gotteshaus „die Seele nicht genommen sein“ und der Glaube nicht ganz ausziehen. „Die Erinnerung an das Geschenkte bleibt bei diesem Ort auch dann, wenn er eine neue Widmung erhält“, zeigt sich Peters zuversichtlich. „Danke, dass Sie sich einlassen auf die größer gewordene Pfarrei und sich gerne zu Gottesdiensten versammeln, um die frohe Botschaft zu hören und das Brot zu brechen“. Er verlas das von Bischof Dr. Stephan Ackermann erlassene Dekret, durch das die Kirche St. Gangolf ihre Weihe verliert und fortan profan genutzt werden kann. 

Der Leitende Pfarrer Pater Albert Seul sieht in jedem aufgegebenen Gebäude „ein Stück Rückzug“ von Kirche, der zu betrauern sei. Er sprach aber auch von einem „ermutigenden Zeichen“ durch die vielen Gläubigen, die an diesem „traurigen Moment“ als Pfarrei und „Schicksalsgemeinschaft“ teilnahmen. Seul dankte den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Ortsgemeinde für die gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde. „Wir sind sehr guter Hoffnung, dass die Ortsgemeinde Salmtal das Gebäude in eine gute Zukunft führt.“ Es sei geplant, dass die Kommune das Gebäude übernehme. Er lud alle zum Verweilen und zum Gespräch nach dem Gottesdienst ein. Der Weihbischof dankte allen, die an der letzten Heiligen Messe mitgewirkt hatten, darunter den Kirchenmusikern und Diakon Andreas Maria Baumeister. Er entnahm dem Tabernakel das „Ziborium“, den Kelch mit den geweihten Hostien, die ein letztes Mal auf dem Altar ausgesetzt wurden. Die Kerzen wurden ausgeblasen, der Altar abgedeckt und der Weihbischof löschte das Ewige Licht.