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Abschluss der Visitation im Pastoralen Raum Neunkirchen:„Vielfalt ist hier eine besondere Stärke“ 

Mit einer Abschlussklausur ist die Visitation des Generalvikars im Pastoralen Raum Neunkirchen zu Ende gegangen.
'Die Vielfalt des Pastoralen Raums Neunkirchen ist seine Stärke', sagte Generalvikar Ulrich von Plettenberg.
Datum:
19. Jan. 2026
Von:
Ute Kirch

Ottweiler/Neunkirchen – Nach über 50 Gesprächen und Terminen im vergangenen Jahr ist die Visitation (Besuchsreise) des Trierer Generalvikars Ulrich von Plettenberg im Pastoralen Raum Neunkirchen am Samstag, 17. Januar, zu Ende gegangen. Rund 40 Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen aus dem Rat des Pastoralen Raums und der Verbandsvertretung des Kirchengemeindeverbands stellte er im Pfarrheim von Ottweiler seinen Abschlussbericht vor. „Es war für mich eine sehr schöne und gute Erfahrung, die Menschen im Pastoralen Raum kennenzulernen“, sagte von Plettenberg, „in den Gesprächen mit den Gremien habe ich viele engagierte und sich mit Pfarrei und Kirche identifizierende Menschen erlebt.“ Anlass der Visitation sei gewesen, die Situation in den Pfarreien, der unterschiedlichen Orte von Kirche und der Engagierten besser kennenzulernen und mit ihnen Perspektiven für die Zukunft in den Blick zu nehmen. Ziel sei es gewesen, sich ein Bild des Raumes zu machen und in einem Prozess der Bestandsaufnahme zu fragen: „Wo stehen wir?“ 

Im vergangenen Jahr feierte der Generalvikar 14 Gottesdienste – darunter neun Firmungen, führte über 25 Einzel- und Gruppenspräche mit Hauptamtlichen sowie Gespräche mit pfarrlichen Gremien der einzelnen Pfarreien und den Gremien des Pastoralen Raums. Besuche im Begegnungsort Momentum, im Jugendcafé Neunkirchen, in der bischöflichen Edith-Stein-Schule, beim Hüttenberger Mittagstisch, bei der Caritas, bei der Familienbildungsstätte sowie im Marienkrankenhaus St. Josef Kohlhof waren ebenso Teil der Visitation wie eine Gesprächsrunde mit Kita-Leitungen, die Teilnahme an einer Trauerwanderung, das Jubiläum der skf-Schwangerenberatungsstelle, ein Treffen mit der Jugendleiterrunde in Furpach, eine Gesprächsrunde mit Pfarrsekretärinnen sowie der Besuch der Bergkapelle Illingen. Zudem traf sich von Plettenberg mit dem Merchweiler Bürgermeister Sebastian Maas.  

Vor 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern präsentierte der Generalvikar in Ottweiler seinen Abschlussbericht.

„Der Pastorale Raum ist mehr als die Summe der Pfarreien. Die Vielfalt ist hier ein besonderes Kennzeichen und eine Stärke, in der ich größere Chancen sehe“, so ein Fazit des Generalvikars. Dieses Potenzial gelte es mehr zu nutzen. Ziel müssten daher noch engere Vernetzungen zu den anderen kirchlichen Akteuren, den Partnern in der Ökumene und den Kommunen sein. Der Pastorale Raum Neunkirchen sei stark von der Stadt Neunkirchen geprägt – hier sei die soziale Situation eine besondere Herausforderung. „Darauf hat Kirche schon in der Vergangenheit reagiert, etwa durch den Hüttenberger Mittagstisch, das Jugendcafé, das Momentum oder die Heilig-Abend-Aktion“, so von Plettenberg. „Diese Orte von Kirche helfen den Menschen, sich positiv zu entwickeln trotz widriger Ausgangsbedingungen.“ Gleichzeitig müsse die Situation in den ländlichen Gebieten mitbedacht werden, in denen es ebenfalls Armut und Bedürftigkeit gebe.  

Auch das Thema Immobilien wurde im Rahmen der Visitation in den Gesprächen mit den Gremien diskutiert. „Immobilien dienen dem Menschen, nicht umgekehrt. Wo müssen wir uns von Immobilien verabschieden, weil sie uns zu sehr in Anspruch nehmen, statt dass wir sie in Anspruch nehmen können?“, fragte von Plettenberg. Ein Immobilienkonzept müsse daher auch immer mit den pastoralen Aufgaben verbunden sein und mit der Frage: Wo wollen wir künftig mit kirchlichen Immobilien noch präsent sein? Einen weiteren Schwerpunkt seines Visitationsberichts legte von Plettenberg auf die Sakramentenvorbereitung. Viele haupt- und ehrenamtlich Engagierte seien enttäuscht, dass nach Erstkommunion und Firmung die jungen Menschen „wieder von der kirchlichen Fläche“ verschwänden. „Suchten sie mehr das Event als das Sakrament?“, fragte er provokant. Er verglich die Situation mit einer „Herberge auf dem Pilgerweg des Lebens“ – punktuell sei man ein stärkender Kontakt, der häufig gut in Erinnerung bleibe.  

In Kleingruppen wurden Themen intensiv besprochen.

Den Nachmittag der Abschlussklausur gestaltete das Leitungsteam gemeinsam mit Engagemententwicklerin Silvia Pfundstein in Form einer Zukunftswerkstatt. In vier Gruppen waren die Teilnehmenden aufgerufen, sich mit den Themen pastorales Personal, demografischer Wandel, Immobilienstrategie und Finanzen zu beschäftigten.  

„Wie kann Kirche angesichts der kommenden Entwicklungen weiterhin vor Ort präsent bleiben? Wir möchten einladen, zuversichtlich und konstruktiv in die Zukunft zu schauen“, sagte Dekan Clemens Kiefer, der aktuell mit Diakon Franz Josef Dobelmann das Leitungsteam bildet. Noch sei die personelle Situation im Pastoralen Raum mit 19 pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „relativ gut“. Doch im Jahr 2040 seien es voraussichtlich nur noch sechs Personen. Zudem stiegen die Personalkosten – bei sinkenden Schlüsselzuweisungen durch das Bistum. Die verschiedenen Gremien werden sich mit den entwickelten Ideen weiterbeschäftigen. 

 „Ich hoffe, dass die Visitation ein Ausgangspunkt ist, den Kopf zu heben und in die Zukunft zu blicken. Die Menschen hier sind relativ aufgeschlossen, neue Wege mitzugehen“, betrachtet Kiefer die Lage. Gleichzeitig wünsche er sich eine positive Vision von der Bistumsleitung. Im Vergleich zum früheren Format der Visitationen, die meist kompakt mit sehr vielen Terminen in wenigen Wochen konzipiert waren, sei es mit den über das Jahr verteilten Besuchen möglich gewesen, Entwicklungen wahrzunehmen. „Es war für uns sehr vorteilhaft, dass wir in diesem Jahr besonders kurze Wege nach Trier hatten und der Generalvikar für uns ansprechbar war – ich hoffe, das bleibt so.“  

Info: Zum Pastoralen Raum Neunkirchen gehören die Pfarreien Illingen Heilige Dreifaltigkeit, Maria Königin Merchweiler, Neunkirchen Heilige Dreifaltigkeit, Neunkirchen St. Josef – St. Johannes, Neunkirchen St. Marien, Ottweiler Heiliger Geist, Schiffweiler St. Martin und Spiesen-Elversberg St. Ludwig - Herz Jesu. Hier leben rund 47.200 Katholikinnen und Katholiken. 

Visitation 2025:Eindrücke von der Visitation im Pastoralen Raum Neunkirchen

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