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Weihbischof Robert Brahm besucht Projekt in Külz:Vom Musterkindergarten zur Radwegekirche

Flickzeug, Gottesdienste, Ladestation für E-Bikes, Spiritualität, Rastplatz - die KonRADWEGKapelle in Külz hat viel zu bieten.
KonRADWEGKapelle liegt direkt an der Hauptstraße von Külz und am Schinderhannes-Radweg.
Datum:
25. Aug. 2026
Von:
Julia Fröder

Külz – „Hier ist ein neuer Ort von Kirche entstanden“, das hat der Trierer Weihbischof Robert Brahm bei seinem Besuch der KonRADWEGKapelle in Külz festgestellt. Das Gebäude an der Hauptstraße 49 weist eine bewegte Geschichte auf.

Aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde die Kirche durch Diakon Franz Jahn und seine Frau, Diplom-Religionspädagogin Pia Jahn. Durch die große Unterstützung von Seiten der Familie und der Gremien der Pfarrei St. Lydia haben „wir einen Ort der Begegnung geschaffen. Hier haben Gottesdienste, spirituelle Impulse und Glaubensgespräche ebenso ihren Platz wie praktische Hilfe für Fahrradfahrer“, betont Pia Jahn. Neben einer Dauerausstellung, die sich dem Zusammenhang von Spiritualität und Fahrradfahren sowie der Geschichte des Gebäudes widmet, gibt es Flickzeug und eine E-Bike-Ladestation. „Dieses Projekt ist eine Herausforderung, die uns aber unglaublich bereichert.“

Das Ehepaar, das zuletzt in Rheinhessen gewohnt hat, eröffnete in diesem Frühjahr die KonRADWEG-Kapelle, die sich am Schinderhannes-Radweg befindet. 1938 baute die sogenannte Nationalsozialistische Volkswohlfahrt das Gebäude für einen Musterkindergarten, der als Vorzeigeeinrichtung nationalistischer Kleinkinderziehung dienen sollte. 1945 wurde das Gebäude – finanziert durch Spenden – zu einer Kapelle umgewidmet und dem Heiligen Konrad von Parzham geweiht. Der Laienbruder war bis kurz vor seinem Tod 1894 vier Jahrzehnte lang Pförtner in einem Kapuzinerkloster im oberbayrischen Altötting, wo er für all jene da war, die bei ihm vorbeikamen. „Dieses Bild des Daseins für andere passt wunderbar zur Radwegekapelle, die ebenfalls ein Ort sein möchte, an dem Menschen auf ihrem Weg innehalten können“, so Franz Jahn.

Rasten, ruhen, zu sich kommen

„Hier sind die Türen offen, das ist wichtig“, sagte Weihbischof Brahm, nachdem er mit den Gläubigen vor Ort einen WegZeit-Gottesdienst gefeiert hatte, der durch das Ehepaar Jahn gestaltet wurde. „Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement. Sie sorgen dafür, dass Menschen, unabhängig davon, ob sie mit dem Rad unterwegs sind oder nicht, Ruhe finden können. Sie haben einen Ort geschaffen, wo Menschen rasten, mehr bei sich und Gott sein können“, so der Weihbischof.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand die Zusage Gottes, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Leistung geliebt wird. „Öffnen wir uns immer wieder dieser Botschaft, die uns auch eine Mahnung sein soll, respektvoll mit unserem eigenen Leben umzugehen“, sagte Franz Jahn, der in seinem Impuls Bezug zu Tom Simpson, der während der 1967 während der Tour der France in Folge von Doping starb.

Seit April findet regelmäßig das Format „Wegzeit“ in der Kirche statt, die nächste WegZeit-Andacht ist am Sonntag, 9. September, um 17 Uhr. Die Kapelle ist bis zum 4. Oktober jeweils samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet; daneben öffnet sie nach Bedarf. Auf Wunsch gibt es auch Kirchenführungen durch die Dauerausstellung. Weitere Informationen gibt es bei Diakon Franz Jahn unter Tel.: 0178-1008433, per E-Mail an konradwegkapelle@gmx.de, hier Konradwegkapelle sowie bei Instagram „konradwegkapelle“. Der Besuch der Radwegkapelle fand im Rahmen der Visitation (Besuchsreise) des Weihbischofs durch den Pastoralen Raum Simmern statt.

Eindrücke der KonRADWEGKapelle

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