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Neues Kantorat in Sankt Goar bereichert musikalisches Leben vor Ort :Von Kitas, über Chor-Projekte bis zur Orgelwanderung 

Bisher ist Michael Steinbach den Menschen in der Rhein-Hunsrück-Region als Dekanatskantor bekannt, doch als Leitender Kantor des Pastoralen Raums Sankt Goar hat sich sein Aufgaben- und Tätigkeitsgebiet erweitert. 
Leitender Kantor Michael Steinbach
Datum:
18. Aug. 2026
Von:
Julia Fröder

Trier/Sankt Goar/Emmelshausen – „Ich möchte bewusst in andere Räume gehen“, erklärt Michael Steinbach. Bisher ist er Menschen in der Rhein-Hunsrück-Region als Dekanatskantor bekannt, doch als Leitender Kantor des Pastoralen Raums Sankt Goar hat sich sein Aufgaben- und Tätigkeitsgebiet erweitert.  

„Als Teil meiner neuen beruflichen Aufgabe besuche ich katholische Kitas, um dort wöchentlich mit den Kindern Stimmbildungsübungen zu machen. Hören, sich den Ton vorstellen und nachsingen, lautet der Dreiklang der Einheiten“, berichtet Steinbach, der mit seiner Familie in Emmelshausen wohnt. Spielerisch umgesetzt, macht dies den Kindern viel Freude. „Es soll Spaß machen und zugleich entwickeln die Mädchen und Jungen eine Vorstellung von Musik.“  

Mir ist es wichtig über die Musik zu vermitteln, dass Kirche und Glaube etwas Positives für das eigene Leben sein können.

Michael Steinbach

Daneben möchte er als Leitender Kantor, der für Teile der Regionen Hunsrück-Mittelrhein und Rhein-Nahe verantwortlich ist, kleinere Kirchen als Spielstätten etablieren. Mit der Reihe „KlangRäume“ ist er gemeinsam mit unterschiedlichen Chören und Orgelstücken in verschiedenen Kirchen unterwegs. Als nächstes steht ein Konzert des Jugendchores Emmelshausen in Trechtingshausen an. Eine Orgelwanderung mit drei Organist*innen ist im Rahmen des Projekts für den 3. Oktober in Kirchen in Bacharach geplant. „Das sind Sachen, die ich vorantreiben möchte“, berichtet Steinbach. Als Leitender Kantor könne er sein Engagement breit aufstellen und sei frei darin, Dinge auszuprobieren. Dabei helfe ihm sein vielfältiges Netzwerk von kirchlichen wie außerkirchlichen Musiker*innen und Künstler*innen, das er weiter ausbauen will. Einen Eindruck davon erhalten Interessierte am 1. Adventswochenende: „Ein buntes Ensemble verschiedener Chöre aus Emmelshausen, Gondershausen, Damscheid, Boppard und Koblenz wird ein das Weihnachtsoratorium von Saint-Saëns in Emmelshausen aufführen“, blickt Steinbach Richtung Jahresende. „Mein mittelfristiges Ziel ist, dass ich eine Art Arbeitskreis für Kirchenmusik gründe, in dem Interessierte gemeinsam Ideen ausprobieren und Projekte planen“, betont der 48-Jährige.  

Auch nach fast zwei Jahrzehnten als Kirchenmusiker liebt er seinen Beruf: „Ich habe mit Menschen von drei bis 90 Jahren zu tun. Wir machen gemeinsam etwas; das ist das Schöne und das bereichert mich.“ Er sieht sich als Ermutiger für Menschen, die sich in einem Chor oder an der Orgel einbringen möchten. Zugleich weiß er, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen einen Teil der katholischen Kirche repräsentieren. „Mir ist es wichtig über die Musik zu vermitteln, dass Kirche und Glaube etwas Positives für das eigene Leben sein können.“ 

Verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kirchenmusik und Pastoral 

Die Errichtung von Kantoraten ist aus dem Entwicklungsprozess „Kirchenmusik“ hervorgegangen, berichtet Thomas Sorger, Referent für Kirchenmusik im Bistum Trier. „Kirchenmusik ist trotz einer abnehmenden Zahl an Gottesdienstteilnehmenden für die Menschen ein bedeutender Teil des Gottesdienstes, ihres kulturellen Lebens und ihres ehrenamtlichen Engagements“, weiß Sorger. „Daher ist es uns wichtig, die Struktur dahinter zu stärken, indem wir sie aktualisieren und auf die Zukunft ausrichten, damit auch weiterhin viele Menschen Freude an Kirchenmusik haben können, die darüber hinaus auch wesentliche Beiträge zur Teilhabe, zum Beispiel in sozialen Einrichtungen leisten kann.” 

Ein Schwerpunkt der Kantorate, die sukzessive in den 34 Pastoralen Räumen im Bistum eingerichtet werden, liege dabei auf einer verstärkten Kooperation über einzelne Pfarreigrenzen hinweg und eine enge Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden aus dem Seelsorgebereich im Pastoralen Raum. „Pastorale Angebote und Kirchenmusik sollen sich ergänzen, Hand in Hand gehen und somit eine Bereicherung für die Menschen vor Ort sein“, erklärt Sorger. Dies zu organisieren sei der Auftrag der neuen Kantorate und der Leitenden Kantor*innen. „Bereits erprobte Beispiele gibt es ja. So könnte ich mir vorstellen, dass sich ein Projektchor aus bereits bestehenden Chören über die Grenzen der Kirchengemeinden hinweg bildet.“ Für die engere Verzahnung zwischen Seelsorge und Kirchenmusik nennt Sorger ebenfalls ein Beispiel: „Ich könnte mir eine gemeinsame Konzeption eines Projektes zum Thema Trauer vorstellen, bei der dann als Abschluss zum Beispiel das berühmte und ergreifende Mozart-Requiem noch einmal ganz anders eingebettet ist.“ Das Format des Evensongs sei ebenso ein gutes Modell für diese Zusammenarbeit. „Hier schließen sich Gemeinden über Kirchenmusik zusammen, noch dazu in ökumenischer Gemeinsamkeit“, so Sorger. 

Weitere Informationen zum Kantorat im Pastoralen Raum Sankt Goar gibt es bei Michael Steinbach per E-Mail an michael.steinbach@bistum-trier.de oder im Büro des Pastoralen Raums unter Tel.: 06744-71000 20.