Zum Inhalt springen

Radtour mit Bischof Stephan durch das Saarland:Wenn Bewegung auf Besinnung trifft

Unter dem Motto "Bike und Bischof" stand eine Radtour von Merzig nach Saarbrücken. Gemeinsam mit Bischof Stephan Ackermann besuchten die Radpilger die Ausstellungen des Künstlers Uwe Appold.
Auf einem E-Bike radelte Bischof Stephan Ackermann von Merzig nach Saarbrücken.
Datum:
15. Sept. 2025
Von:
Benedikt Lang

Merzig/Saarlouis/Völklingen/Saarbrücken – Auf einen Pilgerweg der besonderen Art haben sich am vergangenen Samstag, 13. September, rund 35 Frauen und Männer gemeinsam mit Bischof Stephan Ackermann gemacht. Unter dem Motto „Bike und Bischof“ sind sie im Rahmen des Ausstellungszyklus „SEND|schreiben|JETZT“ des Künstlers Uwe Appold von Merzig nach Saarbrücken geradelt. Unterwegs besuchte die Gruppe die Ausstellungsorte in Merzig, Saarlouis, Völklingen und Saarbrücken.

Los ging es um 9 Uhr in St. Peter in Merzig mit einem Morgenlob, das von einem lokalen Team vorbereitet worden war. In der Kirche treten die sieben Sendschreiben aus der Offenbarung des Johannes, die Appold in lebensgroßen Gemälden künstlerisch umgesetzt hat, in einen Dialog mit aktuellen Briefen von prominenten Saarländerinnen und Saarländern. Schirmherrin Dagmar Heib verlas das von ihr verfasste Sendschreiben, anschließend sprach Bischof Ackermann ein Gebet und den Reisesegen.

Ausgestattet mit wetterfester Kleidung, Fahrradhelmen und Rucksackverpflegung machte sich die Gruppe auf den Weg nach Saarlouis, wo sie vom Team der Marienhaus-Klinik St. Elisabeth empfangen wurde. Im Vorraum der Krankenhauskapelle sind die Psalmbilder aus dem Buch „Flehen und Fluchen“ ausgestellt, das Uwe Appold gemeinsam mit dem Theologen Klaus Schwarzwäller umgesetzt hat. Sie laden zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den existenziellen Dimensionen biblischer Texte ein. Bei einem gemeinsamen Gottesdienst schlug Bischof Ackermann die Brücke von den Psalmen zum nächsten Ausstellungsort in Völklingen, wo Appolds Bilder über die „Ich-bin-Worte“ Jesu ausgestellt sind.

Gemeinsam mit Bischof Stephan besuchten die Radpilger die Ausstellungen des Künstlers Uwe Appold.

Glück hatten die Radpilgerinnen und -pilger mit dem Wetter. Die meiste Zeit blieb es trocken, nur kurz vor Völklingen erwischte sie ein kurzer Schauer. „Dafür wurden wir in der evangelischen Versöhnungskirche mit extra Glockengeläut begrüßt“, sagte Kooperator Michael Meyer und lobte die große Gastfreundschaft. Nach einer Stärkung bei Kaffee und Kuchen führte Pfarrer Klaus Köhler die Gruppe durch die Ausstellung zu den 36 Bildern des Zyklus „shir: das Hohelied“, bevor es weiter in die katholische St. Eligius-Kirche ging. Hier sind sieben großformatige Bilder zu den Ich-bin-Worten gezeigt. Mit Materialien wie Erde und Sand sowie symbolischen Formen verweben sie Kunst und Theologie. Ergänzt werden die Werke durch die Bilder von Völklinger Bürgerinnen und Bürgern, die im August gemeinsam mit Uwe Appold an einem generationenübergreifenden Malworkshop teilnahmen.

Pünktlich um 18 Uhr traf die Gruppe, der sich unterwegs neue Leute anschlossen, in der Kirche der Jugend in eli.ja ein, wo sie von Jugendpfarrer Thomas Hufschmidt begrüßt wurden. In der Kirche sind rund 60 Leinwandarbeiten aus drei neuen Zyklen Appolds zu erleben: „Kiew/Kyjiw an Tagen in Bern“ (2022), „Widerspruch der Halbschatten“ (2022/23) und „Unbehausungen“ (2023/24). Zwei dieser Werkreihen werden hier erstmals präsentiert. Sie greifen Themen wie atomare Bedrohungen und Migration auf. Ergänzt werden die drei Zyklen durch Gemälde deutscher und ukrainischer Jugendlicher, die bei einem gemeinsamen Workshop mit Uwe Appold entstanden sind und unter der Frage stehen: „Wie stelle ich mir die Zukunft vor?“ und treten in einen kreativen Austausch mit Arbeiten von Jugendlichen aus der Ukraine und aus Saarbrücken. Für Dirk Dillschneider aus Merzig war der Bilderzyklus zur Ukraine am eindrücklichsten: „Gerade dieser aktuelle Bezug zum Ukraine-Krieg und den Unruhen in der Welt ergreift einen.“

 

Bis auf einen kurzen Schauer meinte es das Wetter gut mit den Radpilgern.

Nach einem geistlichen Abschluss klang die Tour unter dem Motto „Bike und Beer“ aus. Viele Teilnehmende äußerten sich begeistert über die Verbindung von Bewegung, Natur und Kunst. „Das Besondere war, dass man an einem Tag einen Einblick bekommen hat in die verschiedenen Ausstellungen und vor allen Dingen in den Pausen miteinander im Gespräch war“, sagte Gisela Rink aus Völklingen. Auch für die Veranstalter zog Michael Meyer ein positives Fazit: „Es hat alles wunderbar geklappt. Es gab keine platten Reifen. Alle waren beschwingt und es gab keine tolle Dynamik und ein echtes Gemeinschaftsgefühl.“ Die Tour sei das verbindende Element zwischen den einzelnen Ausstellungsorten und den engagierten Gruppen, die über die Ausstellung hinaus vor Ort zahlreiche Veranstaltungen organisiert haben. „Uns ist deutlich geworden, wie vielfältig die Ausstellung ist und wie breit die Schaffenskraft Uwe Appolds. Seine Themen sind vielfältig: es findet sich Biblisches, Soziales, Kritisches, Aktuelles.“ Auch Bischof Ackermann betonte die besondere Idee hinter der Aktion: „Dieses Konzept ist wunderbar, denn es verbindet Natur, Bewegung und Begegnung miteinander.“ Der Tag habe die Gruppe im doppelten Sinne in Bewegung gebracht und die Teilnehmenden zum Nachdenken angeregt. Zahlreiche Teilnehmende äußerten den Wunsch nach einer Wiederholung einer solchen spirituellen Radtour.

Info: „SEND | schreiben | JETZT" ist ein Ausstellungszyklus, den der Künstler Uwe Appold vom 15. Juni bis 12. Oktober an sieben Orten im Saarland präsentiert. Veranstalter sind der Pastorale Raum Merzig sowie die Kirche der Jugend eli.ja. Insgesamt 89 teils großformatige Bilder des Künstlers werden ausgestellt – jeder Ausstellungsort widmet sich einem anderen Themenkomplex. Die Themen sind u.a. Würde, Zuversicht, Liebe, Zukunft, Migration, Krieg. Neben der Ausstellung finden an jedem Ausstellungsort weitere Veranstaltungen statt, finden sich online unter: https://t1p.de/sendschreiben