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ARD - Montag, 22. Oktober 2018 - 22:45 bis 23:30 Uhr -

Die Hand am Po

Themenbereich: Politik

Siegfried Mauser führte ein erfolgreiches Leben als Musiker. Als Professor leitete er die Musikhochschule in München und das Mozarteum in Salzburg, wurde als Pianist gefeiert. Doch hat er auch Frauen sexuell belästigt?
[ UT ]

Herbst 2015. Zwei Kolleginnen von Prof. Mauser machen bei der Polizei eine Aussage. Es geht um sexuelle Nötigung. Eine wirft Mauser vor, versucht zu haben, ihr einen Zungenkuss zu geben. Die andere, dass der Professor sie an der Brust berührt habe. Die Staatsanwaltschaft München beginnt zu ermitteln. Es folgt ein Prozess, der über zwei Instanzen bis hin zur Revisionsentscheidung gehen wird. Die beiden Frauen und auch Professor Mauser schildern in dieser Dokumentation, wie sie diesen Prozess erleben. Der Angeklagte bewertet die Ereignisse, die Jahre zurückliegen, mit einem ganz eigenen Blick. Er sehe sich als Kind der 70er Jahre, offen und sexuell aufgeschlossen, mitnichten habe er die Situationen ausnutzen wollen und die Frauen gegen ihren Willen genötigt. Das ist seine Version bis heute. Dass er einer Kollegin an die Brust gefasst habe, sei aus Freundschaft und gegenseitiger Zuneigung entstanden. Die Frauen erzählen von dem Gefühl der Erniedrigung. Und davon, wie sehr es sie belaste, dass sich das Verfahren gegen Siegfried Mauser über Jahre zieht und sie selbst mit den Vorfällen nicht abschließen können. Spätestens seit der „MeToo“-Debatte ist klar, dass viele Menschen – vor allem Frauen - sexuelle Belästigung erlebt haben. Doch was genau bedeutet es, am Arbeitsplatz damit konfrontiert zu sein? Wenn es um Macht und Abhängigkeiten geht, wenn vielleicht sogar der eigene Job daran hängt? Das hat auch eine Berliner Chirurgin schmerzlich erlebt. Die Ärztin berichtet in dieser Dokumentation von den Annäherungsversuchen ihres Vorgesetzten und dem Entzug wichtiger Aufgaben am Arbeitsplatz, nachdem sie ihren Vorgesetzten abgewiesen habe. Ihr Fall landete vor dem Arbeitsgericht, verhandelt wurde – wie so oft in solchen Fällen - nicht der Vorwurf der sexuellen Belästigung, sondern die später folgende Kündigung der Ärztin. So gab es am Ende auch kein Urteil darüber, ob ihre Vorwürfe juristisch als sexuelle Belästigung zu werten sind oder nicht. Für die Ärztin bleibt das Erlebte eine traumatische Erfahrung. Sie hat sich ausgeliefert und ungeschützt gefühlt. Und das bis heute nicht vergessen. Ein Jahr nach den aufsehenerregenden Enthüllungen um sexuelle Belästigungen des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein erzählt die Autorin Nicola Gräf in ihrem Film „Die Hand am Po“ von den Nöten der Opfer von sexueller Belästigung und zeigt, wie vielschichtig die Fälle sind und dass es auch nach „MeToo“ für Betroffene keine einfachen Lösungen gibt.

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