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3sat - Freitag, 12. Juni 2020 - 12:00 bis 12:45 Uhr -

Sehnsuchtsort Kloster

Themenbereich: Kirche

Klöster faszinieren die Menschen. Sie sind Touristenmagnete. Angebote wie "Kloster auf Zeit" boomen. Warum sind sie für viele Sehnsuchtsorte? Suchende geben Einblicke in ihre Erfahrungen.

Dokumentation von Johannes Rosenstein

[ UT ]

Ines denkt bei einer Auszeit über die berufliche und private Zukunft nach. Axel bereitet sich auf den Eintritt ins Kloster vor. Frater Vinzenz lebt schon lange im Konvent. Doch auch ihn plagen immer wieder Zweifel. Andreas will vor der Rente sein Leben ordnen. Vier Menschen und ihre Suche nach Gott, nach Sinn, nach Kraft: Im Sehnsuchtsort Kloster laufen ihre Geschichten zusammen, konkret im Kloster Niederaltaich in Niederbayern. Der Film begleitet sie auf ihrer Reise zu sich selbst, in die Stille, in ein radikal anderes Leben - und vielleicht am Ende auch zu Gott. Er zeigt, wer ins Kloster geht, auf Zeit oder für immer, der begibt sich ins Abenteuer Leben. Denn gerade im Anders-Ort Kloster erfahren die Protagonisten wie nirgends sonst, dass intensives Leben nicht im Außen liegt, sondern im tiefsten Inneren. Ines ist alleinerziehende Mutter mit zwei Teenagern. Der stressige Job und ihre pubertierenden Töchter verlangen der 57-Jährigen alles ab. Zeit für sich selbst hat sie kaum. Beruflich möchte Ines mehr in und mit der Natur arbeiten. Jetzt, wo die Kinder langsam flügge werden, sieht sich die resolute Marketingfrau an einer Wegscheide. Obschon keine Kirchgängerin, entscheidet sich Ines für eine Auszeit im Kloster Niederaltaich. Mehrere Tage möchte sie in der Abgeschiedenheit der niederbayerischen Benediktinerabtei verbringen, um für sich selbst Klarheit zu gewinnen: "Warum mache ich das, was ist der Sinn in meinem Leben?" Der Autor begleitet sie auf dieser Reise zu sich selbst. Die Klosterwelt ist für Ines vollkommen neu und fremd. Axel lebt sich schon seit Längerem in der Abtei ein, trotzdem ist vieles immer noch ungewohnt. Der Berliner lebt als sogenannter Kandidat seit einem halben Jahr mit den Mönchen zusammen, der Rhythmus der Gebete strukturiert sein neues Leben. "Ora et labora" lautet der Wahlspruch der Benediktiner, für den 44-Jährigen eine Lebensentscheidung: Er möchte ins Kloster eintreten – und der Autor begleitet ihn auf diesem Weg ins Noviziat. Die Zuschauer erfahren von Axels aufreibendem Leben als Bankett-Chef und Kneipier, von seiner Suche nach Gott und von seinen Fragen: Bin ich was fürs Kloster? Und ist das Kloster was für mich? Diese Entscheidung hat Frater Vinzenz schon vor knapp 20 Jahren getroffen. Da nämlich trat der angehende Oberarzt nach langen Jahren der Überlegung und der Suche ins Benediktinerkloster Niederaltaich ein. Dafür musste er sogar konvertieren, von Hause aus war Fr. Vinzenz nämlich evangelisch. Mittlerweile ist er Prior und Cellerar, also sozusagen der wirtschaftliche Leiter des ganzen Klosterbetriebs. Dazu zählen nicht nur der Konvent, sondern auch ein angeschlossenes Gymnasium, Kellerei, Gasthof und andere Liegenschaften. Frater Vinzenz war eigentlich angetreten, um als Mönch in der Ruhe und Abgeschiedenheit seinen ganz persönlichen Gottes-Dienst zu leisten. Doch nun gilt es, einen mittelständischen Betrieb zu führen, was ihm regelmäßig schlaflose Nächte bereitet. Mit Frater Vinzenz blicken die Zuschauer ins Innenleben eines Klosters, erfahren von ganz weltlichen Problemen eines Mönchs und erleben, wie es gelingt, diese zwei Welten miteinander in Einklang zu bringen. Andreas ist schon ein Profi beim "Kloster auf Zeit". Mehrfach war er bereits in Niederaltaich. Doch dieses Mal ist es etwas ganz Besonderes. Er steht an einem wichtigen Punkt in seinem Leben. Das Arbeitsleben ist zu Ende, die Passivphase der Altersteilzeit beginnt. Um nicht in ein Loch zu fallen, hat er sich an den vertrauten Ort ins Kloster zurückgezogen. Hier will er sein Leben neu ordnen für den nächsten Lebensabschnitt. Andreas will die Mönche überzeugen, dass sie neue Modelle des Mitlebens ermöglichen müssten, eine Lösung zwischen "Kloster auf Zeit" und dem Eintritt bis zum Lebensende. Wie könnte das aussehen?

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